Beim Studium der Wahrheit über Gott haben wir Segnungen erhalten, die unser Leben verändert haben. Unser Verständnis vom Wort Gottes hat sich sehr gesteigert und unsere Wertschätzung der Liebe unseres himmlischen Vaters und seines Sohnes erfüllte uns mit Erstaunen und Glück. Irgendwie spürten wir alle, dass diese Botschaft den Schlüssel zur großartigsten Erfahrung, die ein Mensch jemals erfahren kann, in sich birgt, nämlich dass wir „erfüllt werden mit der ganzen Gottesfülle“ (Epheser 3,19).

Ich muss jedoch bekennen, dass es einen Aspekt dieser Wahrheit gibt, den ich nicht ganz verstanden hatte. Daraus resultierte, dass ich nicht die ganze Fülle des Segens, die die Wahrheit über Gott enthält, erhalten habe. Ich wage zu behaupten, dass das auf die meisten, wenn nicht auf alle, die diese Botschaft angenommen haben, zutrifft. Ich dachte, dass, wenn ich einmal die Liebe Gottes in der Gabe seines Sohnes verstanden habe, würde ich ihn so sehr zurücklieben, dass ich automatisch aufhören würde, gegen ihn zu sündigen. Es gibt einige Verse in der Bibel, die das auszudrücken scheinen, wie beispielsweise Johannes 14,15. Sie müssen jedoch im Licht aller übrigen Lehren der Bibel verstanden und gewertet werden.

Fakt ist, dass mich meine Liebe allein niemals dazu befähigen wird, Gott vollkommen dienen zu können, egal, wie groß die Liebe auch ist oder wie motiviert ich bin, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Während ich in meinem Herzen voller Verwunderung die Liebe Gottes betrachtete und über solche Themen sprach wie „das Herz Gottes“ musste ich dennoch immer wieder traurig feststellen, dass die Euphorie, die ich manchmal genoss, mich nicht dazu bringen konnte, einen vollkommenen und anhaltenden Sieg über Sünde zu haben. Hast du auch dieselbe Erfahrung machen müssen?

Gelobt sei Gott, denn es gibt eine Lösung für das Problem!

Zwei wichtige Wahrheiten

Beim Erforschen der Lehre über die Gottheit haben wir zwei wichtige Wahrheiten gelernt:

  1. Jesus ist der buchstäbliche und wirkliche eingeborene Sohn des allein wahren Gottes.
  2. Der heilige Geist ist im buchstäblichen Sinne eine Ausdehnung des Lebens Gottes des Vaters und Jesu Christi, seines Sohnes.

Die erste dieser beiden Wahrheiten hat uns die erstaunliche Höhe, Tiefe, Länge und Breite der Liebe Gottes in der Gabe seines Sohnes für uns gezeigt. Es ist jedoch die zweite dieser Wahrheiten, die den Schlüssel zu einem vollkommen siegreichen Leben in sich birgt. Diese Wahrheit ist es auch, die am wenigsten verstanden oder geschätzt wird. Ellen White drückt es so aus:

„Er selbst (Christus) ist der heilige Geist, der Personhaftigkeit der Menschlichkeit entkleidet und deshalb unabhängig davon. Durch seinen heiligen Geist würde er überall anwesend sein als der Allgegenwärtige.“ (14MR 23.3)

Die erste Wahrheit lehrt mich, dass mich Gott so sehr liebt, dass er seinen Sohn FÜR MICH gegeben hat. Wenn ich das erkannt habe, ist die Liebe Gottes in meinem Herzen geboren. Ich will ihm dienen und bin motiviert, ihm mein Leben völlig zu übergeben. Gottes Güte leitet mich zur Buße (Römer 2,4).

Die zweite Wahrheit lehrt mich, dass Gott seinen Sohn MIR gegeben hat und das buchstäblich. Das Leben seines Sohnes ist zu meinem eigenen Leben geworden. Wenn ich das verstehe, wertschätze und glaube, wird vollkommener Sieg über Sünde für mich zur Realität!! (Siehe Johannes 14,17; 2.Korinther 3,17; Johannes 17,23).

Geschwister, ich bin mir bewusst, dass das eine gewagte Behauptung ist. Wir wissen aber seit einiger Zeit, dass wir die kostbare Perle der Wahrheit in unseren Händen halten, nicht wahr? Kann man eine Botschaft wirklich eine Botschaft der Befreiung nennen, wenn sie uns von der Herrschaft der Sünde nicht vollkommen frei macht? (Siehe Römer 6,14). Haben die Apostel denn nur die Gaben des Geistes genossen oder auch anhaltenden Sieg über Sünde erfahren? Hat uns Gott im Jahre 1888 denn nicht klargemacht, dass die Botschaft, die er damals an die Gemeinde sandte, dieselbe Botschaft ist, die sein Volk vervollkommnen wird?

Als ich begann, dieses Thema näher zu untersuchen, erkannte ich immer klarer, was Jones und Waggoner im Jahre 1888 und in den Folgejahren gelehrt hatten. Siebenten-Tags-Adventisten haben die Geschichte dieser Zeitperiode oft analysiert und vehement untersucht, um die kritischen Elemente dieser Botschaft, die solch eine außergewöhnliche Anerkennung und Befürwortung von Ellen White, der Botin Gottes, erhielt, aufzudecken. Ich habe viele Bücher über dieses Thema gelesen, doch ich muss sagen, dass mich die meisten lediglich mit einem Versprechen von etwas Wundervollem gereizt haben, nur um mich dann letztendlich leer ausgehen zu lassen.

Jetzt verstehe ich jedoch endlich, dass die wahre Wucht dieser Botschaft in der Tatsache zu finden war und ist, dass beide – Jones und Waggoner – die Realität einer Erfahrung betonten, welche zu einem unmittelbaren und vollkommenen Sieg über jede bekannte Sünde führt! Sie sprachen voller Macht und Überzeugung über Gottes Fähigkeit, in Jesus sein Volk aus der Herrschaft der Sünde vollkommen zu befreien und über seinen Wunsch und sein Ziel, es JETZT zu tun!! Als ich das erkannte, verstand ich, warum Ellen White so begeistert von dieser Botschaft war und weshalb sie einen herrlichen und sofortigen Höhepunkt von Gottes Werk in der Welt erwartete. Und was ist letztendlich der Zweck des Evangeliums, wenn nicht der, den Menschen von Sünde zu befreien? Was sonst könnte der Grund für die lange Verzögerung des Abschlusses vom großen Kampf sein, wenn nicht die Fortdauer von Sünde in der Erfahrung des Volkes Gottes?

Dank sei Gott, dass wir in der Wahrheit, nämlich dass der heilige Geist das eigene Leben Gottes und seines Sohnes ist, den Schatz gefunden haben, der all diese Wirklichkeiten in völligen Einklang bringt und die Welt mit der Herrlichkeit Gottes erleuchtet. Gewagte Worte! Erstaunliche Behauptungen! Aber können sie auch aufrechterhalten werden? Lies weiter und urteile selbst!

Die Grundlage für diese Erfahrung wurde auf meiner letzten Reise nach Australien gelegt, als eine Schwester mit mir einige Gedanken über die Botschaft von 1888 austauschte. Obwohl ich mit einigen ihrer Gedanken nicht übereinstimmen konnte, blieben mir einige Punkte in Erinnerung und halfen mir später, verbunden mit der Wahrheit über Gott, klarer als jemals zuvor zu verstehen, zu glauben und eine Erfahrung zu machen, die bislang eine der größten Segnungen meines Lebens war.

Ist ein Sieg möglich?

Es ist dreißig Jahre her, dass ich mich bekehrte und den Herrn in einer Erfahrung, die mich über Nacht veränderte, fand. In jenen Tagen lebte ich nur, um dem Herrn zu gefallen. Meine Augen waren stets auf ihn gerichtet und in dieser wundervollen Erfahrung der Neugeburt fand ich den Sieg über Sünde. Doch als die Jahre vergingen, verwandelte sich dieses siegreiche Leben immer mehr zu einem Ringen. Sünde begann mich immer öfter zu überwinden und mein Christenleben wurde immer mehr zum Bergsteigen. Ich betete zu Gott, studierte sein Wort, kämpfte gegen die Sünde an und bereute sie. Manchmal entdeckte ich die Schönheit dieser ersten Erfahrung mit Gott auch wieder, doch mit einem zerbrochenen Herzen musste ich wieder sehen, dass diese Erfahrung nicht über einige wenige Tage hinausging. Danach begann wieder das Ringen, gefolgt von bitteren Niederlagen.

Es ist wahr, dass es Zeiten gab, in denen mich eine Offenbarung einer großen Wahrheit in den siebten Himmel katapultierte. Das Verständnis von der Wahrheit über Gott war eines dieser Ereignisse und der Segen, den ich durch diese Erkenntnis fand, ist vielen bekannt. Ich muss jedoch gestehen, dass, obwohl das Verständnis dieser Wahrheit mich mit Liebe und Bewunderung gegenüber Gott und seinem Sohn erfüllte, ich mit dem praktischen Nutzen dieser Botschaft noch nicht zurechtkam. Ich sah immer noch die höheren Ziele vor mir, ein Leben des vollkommenen Sieges über Sünde, was jedoch außerhalb meiner Reichweite blieb und sich meinem Griff entzog.

Meine Sünden waren größtenteils nicht von der schwerwiegenden Sorte. Ich fand mich ganz annehmbar und hasste Sünde von ganzem Herzen, doch innerlich trotzte sie mir und fuhr fort, meine Gedanken, Wünsche, Beweggründe und Gefühle zu beherrschen. Ich überzeugte mich selbst davon, dass diese inneren Verunreinigungen nicht Sünde waren, solange ich ihnen nicht erlaubte, zum Vorschein zu kommen, was manchmal jedoch unmöglich war. In unachtsamen Momenten offenbarten sie sich und bewiesen, dass mein Innerstes verdorben war. Selbst wenn es mir gelang, diesen inneren Drang zurückzuhalten, verdammte mich mein Gewissen. Am Morgen und am Abend konzentrierte ich mich in meinem Gebet oft auf das Bekennen der begangenen Sünden.

Meine große Hoffnung lag in der Tatsache begründet, dass ich mir der Liebe und Güte des Herrn absolut sicher war. Das Verständnis der Wahrheit über Gott hatte mich mit dem Wissen von seiner Liebe erfüllt und aus dieser Liebe schöpfte ich immer wieder Hoffnung. Der Punkt war, dass ich dachte, durch die Erkenntnis dieser Liebe würde ich den Herrn so sehr zurücklieben, dass sich Hass gegenüber Sünde in mir entwickeln und sie aus meinem Leben verbannen würde.

Etwas fehlte aber in dieser Formel.

Ich ahnte, dass es einen besseren Weg gab. Erstens erinnerte ich mich an meine frühe Erfahrung in den ersten Jahren nach meiner Bekehrung, als ich täglich die Freude und den Sieg erlebte, den diese erste Liebe mit sich bringt. Zweitens (und viel wichtiger) sah ich die klare Lehre im Neuen Testament, dass das Leben des neugeborenen Christen ein Leben des Sieges ist. Verse wie die nachfolgenden brannten in meinem Herzen, jedes Mal wenn ich sie las, wie Feuer und spornten mich an, weiter zu suchen:

„Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“ (Römer 6,14).

„Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren.“ (1.Johannes 3,9).

Zusätzlich zu diesen und vielen anderen Versen gab es das Zeugnis der Apostel Christi, dass sie ein siegreiches Leben führten. Sie waren keine Sklaven der Sünde, sondern überwanden sie in der Kraft Christi. Paulus konnte sagen:

„Denn ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr.“ (2.Korinther 4,4 – Elberfelder).

In seinen letzten Stunden konnte er sagen:

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.“ (2.Timotheus 4,7).

Es ist wahr, dass niemand Sünden überwinden kann, wenn er sich seiner schlechten Taten nicht bewusst ist. Die Bibel zeigt deutlich, dass Gott uns nicht als schuldig betrachtet, wenn wir unwissentlich Falsches tun und dabei ehrlich glauben, dass wir damit den Willen Gottes tun. Wahre Christen mögen zwar unwissentlich sündigen, doch diese Sünden werden ihnen nicht angerechnet, auch machen sie diese Sünden in den Augen Gottes zu keinen Rebellen oder Sündern.

„Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet.“ (Römer 5,13).

Es ist jedoch der Wille und das Ziel unseres gerechten Gottes, dass seine Kinder unverzüglich alle bekannten Sünden überwinden und solange sie leben ein vollkommen siegreiches Leben führen sollen.

Wenn heute ein Christ behauptet, dass es möglich ist, ein Leben zu leben ohne zu sündigen, lauten einige der ersten Fragen, die ihm wahrscheinlich gestellt werden: „Kennst du jemanden, der vollkommen ist? Hast du Sünde überwunden? Willst du etwa behaupten, dass du vollkommen bist?“ Unweigerlich muss er jedoch seinen Kopf senken und traurig bekennen, dass, obwohl die Bibel sagt, dass es möglich ist, er es noch nicht erreicht hat und auch von keinem anderen weiß, der es erreicht hätte. Oh, welch eine Schande für den Namen unseres Gottes und des Evangeliums seines Sohnes, Jesus Christus!

Ich ging eines Morgens beten und fühlte mich wieder einmal schuldig und niedergeschlagen. Doch an diesem Morgen, während ich meinen sündhaften Zustand bejammerte, sah ich plötzlich, was ich noch nie zuvor gesehen hatte. Mein Verstand wurde erleuchtet und ich sah den wahren Zustand der menschlichen Rasse, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Ich erkannte, dass ich selbst niemals besser sein würde, dass all meine Anstrengungen, meine Gebete, mein Jammern und Klagen und meine Versuche, gehorsam zu sein, niemals das erreichen könnten, was ich erwartete: nämlich ein besserer Mensch zu werden. Ich erkannte dann zu meinem Erstaunen, dass Gott von mir nicht verlangte, besser zu werden und dies auch nie von mir erwartet hatte. All diese vielen Jahre des Ringens und Kämpfens würden mich keinen Schritt näher an ein Leben des Sieges und der Vollkommenheit bringen.

Meine Erwartung war, dass, wenn ich kämpfte, betete, um Hilfe bat und den Willen hart genug trainierte, ich eines Tages vollkommen sein würde. Die Wahrheit war jedoch, dass Sünde jeden Tag mit größerer Kraft zurückkehrte und die Verheißung der Vollkommenheit eine Utopie zu sein schien. Mit großer Erleichterung erkannte ich jedoch, dass mein Verhalten Gott nicht überraschte und dass er nichts anderes von mir erwartet hatte. Ich fühlte mich, als wäre mir eine Last von den Schultern genommen. Das war der Beginn dessen, was sich als eine echte Erweckung von wahrer Gottesfurcht in meinem Leben offenbarte. Lass mich dir die Wahrheit aufzeigen, wie sie mir der Herr an diesem Morgen offen gelegt hat.

In Adam

Die Bibel sagt uns von dem Schöpfungswerk Gottes: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte“ (1.Mose 2,2). Wir haben keine Aufzeichnung darüber, dass Gott seit dieser Zeit bis zum heutigen Tag Weiteres geschaffen hätte. Es ist wahr, dass Gott im übertragenen Sinne alle Dinge geschaffen hat, die es gegenwärtig auf der Erde gibt, jeden Samen, jeden Grashalm und jedes menschliche Wesen. Gott erklärt an mehreren Stellen in der Bibel, lange nach der Vollendung der Schöpfung, dass er etwas oder jemanden gemacht oder „bereitet“ hat (siehe Jeremia 1,5). Wir sollten das jedoch in derselben Art und Weise verstehen, wie die Aussage, dass Gott „Unheil schafft“ (siehe Jesaja 45,7), nämlich, dass Gott der alleinige Herrscher ist und nichts ohne seine Erlaubnis oder sogar Aufsicht geschieht. Nichts kann außerhalb seines Willens geschehen. Gott schuf alle Dinge in sechs Tagen. Alles Lebendige, das seit damals entstanden ist, ist das Produkt oder die Ausdehnung jener ursprünglichen Schöpfung. Alles Leben, von Gott zu Beginn geschaffen, wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

In Adam schuf Gott die gesamte Menschheit. Gott erschafft heute nicht jeden einzelnen von uns individuell, sondern schuf uns allesamt in dem einen Menschen. Das Leben eines jeden menschlichen Wesens auf dieser Erde ist die Ausdehnung des Lebens des ersten Menschen – Adam. (Siehe Apostelgeschichte 17,26). Wir erkennen die Wahrheit sehr schnell, wenn wir an Kinder denken, die mit einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung geboren werden. Wenn Gott jeden Menschen individuell erschaffen würde, könnten wir Gott anklagen, denn die Behinderungen wären dann seine Schuld. Doch dem ist nicht so. Dieses eine Leben Adams existiert heute in über sechs Milliarden Menschen auf dieser Welt. Das ist eine Wahrheit, die wir gründlich verstehen müssen, denn nur im Lichte dieser Wahrheit können wir uns selbst so erkennen, wie wir wirklich sind. In Römer 5,12 wird uns gesagt:

„Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“ (Römer 5,12)

In Vers 19 heißt es:

„…durch den Ungehorsam des einen Menschen [sind] die vielen zu Sündern geworden…“ (Römer 5,19)

Sagen diese Verse die Wahrheit? Was sind ihre Auswirkungen? Wie konnten wir durch den Ungehorsam eines Menschen alle zu Sündern werden? Logisches Denken würde sagen: „Er hat doch gesündigt und nicht ich. Wie sollte seine Tat aus mir einen Sünder machen?!“

Wenn wir von Sünde sprechen, dann kann die Sünde des einen keinen anderen Menschen für schuldig machen. Um schuldig zu werden bzw. zu sündigen, muss eine bewusste und individuelle Entscheidung vorausgegangen sein. Die Bibel sagt, dass alle Nachkommen Adams Sünder sind. Da er gesündigt hatte, sind automatisch alle Menschen, die nach ihm kamen, Sünder. Ihre Natur ist von Sünde geprägt, d.h. sie haben eine sündige Natur. Sünde und damit Sünder sind zum Tode verurteilt. Denn Gott kann Sünde nicht billigen.

Auf der Generalkonferenz im Jahre 1891 gab E. J. Waggoner eine Serie von Studien über den Römerbrief. Dieselbe Frage kommentierte er so:

„Warum ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen? Weil alle gesündigt haben! Durch einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen. Viele bleiben hier stehen, philosophieren, fragen sich, wie es sein kann und versuchen mit ihrem eigenen Verstand die Gerechtigkeit darin zu sehen. Sie fragen, wie es sein kann, dass wir uns hier in einem Zustand der Sünde befinden, ohne jemals selbst eine andere Wahl oder ein Mitspracherecht gehabt zu haben. Nun, wir wissen, dass es am Anfang einen Menschen gab und dass dieser Mensch in Sünde fiel. Wir sind seine Kinder, deshalb ist es unmöglich, in irgendeinem besseren Zustand geboren zu sein, als er selbst war.

Einige schließen sich selbst vom ewigen Leben aus, weil sie diese Sache nicht richtig begreifen können und deshalb keine Gerechtigkeit darin erkennen. Der begrenzte Verstand des Menschen ist nicht in der Lage, das zu verstehen. Es ist besser für ihn, diese Frage in Ruhe zu lassen und stattdessen die reichlich angebotene Erlösung zu suchen. Das ist der wichtige Teil, mit dem sich alle beschäftigen sollten. Wir wissen, dass wir uns in einem sündigen Zustand befinden und dass dieser sündige Zustand ein verlorener Zustand ist. Wenn wir aber erkannt haben, dass wir uns in einem verlorenen Zustand befinden, ist es dann nicht besser für uns, mit ganzer Kraft zu versuchen, den Zustand zu erreichen, in dem wir gerettet sind?“ (E. J. Waggoner – Studien über den Römerbrief, Nr. 9, GK-Vortrag 1891).

Als Adam sündigte, verunreinigte er den Strom des menschlichen Lebens an seiner Quelle, er verdarb die Menschlichkeit in ihrem Ursprung und infizierte seine Nachkommen mit einer Krankheit, die viel unheilbarer ist als Aids. Das Leben, das wir heute besitzen, ist dasselbe Leben, das in Adam war. Von Mensch zu Mensch wurde es weitergegeben. Es ist dasselbe Leben und wir alle sind Teilhaber dieses entarteten Lebens! Zwar ist jeder Mensch ein Individuum mit einem unabhängigen Verstand, doch ist das Leben, das seit sechstausend Jahren von Generation zu Generation weitergereicht wird, ein verunreinigtes Leben. Kein Mensch konnte, kann oder wird von sich aus jemals der Macht dieser Verunreinigung entfliehen können.

Der Apostel Paulus (und wir alle) erlebte die Macht der Sünde und erkannte, wie hilflos er ihr gegenüberstand, ihr weder widerstehen noch sie überwinden konnte:

„Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.“ (Römer 7,14).

„So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.“ (Römer 7,21).

„Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.“ (Römer 7,23).

Er erkennt hier an, dass er ein Sklave war, hilflos, gebunden, beherrscht von einem Meister, genannt „Sünde“ – machtlos, seine eigenen Taten zu beherrschen. Das ist unser Erbe, unser Schicksal als Nachkommen Adams.

Was wir richtig verstehen müssen ist die Tatsache, dass wir die Konsequenz der Sünde Adams nicht erlitten haben, weil wir Adam nachahmen oder er bei uns wäre, um uns persönlich zu beeinflussen und auch nicht, weil wir uns entschieden haben, wie Adam zu sein. Es ist ausschließlich die Erbschaft, die auf uns überging, sodass wir geworden sind wie Adam. Obwohl er vor sechstausend Jahren sündigte, kontrolliert und beherrscht die ganze Wirkung seiner Sünde das Verhalten jedes Menschen, der jemals gelebt hat, bis auf den heutigen Tag!

Die Bibel erklärt, dass es für den sündigen Menschen nur ein einziges Urteil gibt: „…der Sünde Sold ist der Tod.“ (Römer 6,23). Mein Bruder, meine Schwester, können wir diesem Urteil entfliehen? Gibt es einen Ausweg? Mein ganzes Leben wurde ich belehrt, dass es einen Ausweg gibt. Doch gelobt sei Gott, dass ich nun erkennen durfte, dass ich falsch lag und falsch belehrt wurde. Es gibt keinen Ausweg! Für das Leben Adams gibt es kein anderes Schicksal, denn es gibt keine Medizin gegen eine Krankheit, die noch nicht einmal Gott selbst heilen kann. Deshalb ist das Schicksal aller, die wir in Adam sind, dass wir sterben müssen! Gott hat nie beabsichtigt, das alte menschliche Leben zu retten. Dieses Leben kann nicht gerettet werden. Gott gibt diesem Leben Namen, wie: „der alte Mensch“, „die fleischliche Gesinnung“, „das Fleisch“ etc. Er sagt, es ist „tot durch eure Übertretungen und Sünden“. Dieses Leben ist von Natur aus selbstsüchtig, ichbezogen und selbstverherrlichend. Die einzige Bestimmung für solch eine Existenz ist der ewige Tod! Doch gelobt sei unser Vater für das rettende Evangelium in Jesus Christus!

Die neue Kreatur

Gott sandte einen zweiten Adam, in dem das vollkommene Leben einer neuen menschlichen Rasse war (siehe 1. Korinther 15,45). Dieser zweite Adam war (ist) Jesus Christus. Wie die gesamte Menschheit in dem einen Menschen, dem ersten Adam, erschaffen wurde, ist im zweiten Adam, Jesus Christus, ebenso das Leben, aber Leben einer neuen menschlichen Existenz.

„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Epheser 2,10)

Beachte einmal das Leben, das diejenigen erhalten, die Christus annehmen: in diesem Leben Jesu ist keine Sünde. Dieses Leben ist vollkommen in jeder Hinsicht. Es ist ein Leben fleckenloser Gerechtigkeit, gefüllt mit den guten Werken Gottes und in vollkommener Harmonie mit ihm.

Wir müssen gründlich verstehen, dass diese beiden Leben im krassen Gegensatz zueinander stehen. In dem einen Leben ist nur Verdorbenheit – absolut nichts Gutes – und kann nicht geändert werden, wie sehr wir es auch versuchen oder die Verunreinigung auch verdecken mögen. Im anderen Leben existiert nur Gerechtigkeit und reine und unverfälschte Güte, die nicht abgeschwächt oder verdorben werden kann. Wenn wir das richtig verstanden haben, dann erkennen wir deutlich, dass das, was wir brauchen, keine Erziehung, stärkere Willenskraft, Hilfe, Reform oder Gemeindezugehörigkeit ist. Keines dieser Dinge kann das Leben des ersten Adams zu einem guten Leben machen. Sie können lediglich die innere Verunreinigung verschleiern und uns betrügen! Die einzige Hoffnung besteht darin, das Leben des ersten Adams irgendwie zu zerstören, damit das Leben des zweiten Adams zu meinem Leben wird. Das ist die einzige Hoffnung. Außerhalb des Lebens vom zweiten Adam sind wir alle tote Kreaturen – verdammt für alle Ewigkeit. Geschwister, genau das hat Gott in dem herrlichen Evangelium seines Sohnes, Jesus Christus, für uns getan.

„Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.“ (Römer 5,18.19)

Jesus hat uns klar gesagt, dass niemand das Reich Gottes sehen kann, es sei denn, dass er von neuem geboren werde (siehe Johannes 3,3). Das Problem ist, dass die wenigsten von uns die volle Tragweite dessen verstanden haben, was es bedeutet, von neuem geboren zu sein. Die Neugeburt ist ein totaler und vollständiger Übergang von dem toten, entarteten Leben Adams zur lebendigen, reinen, mächtigen Existenz, dem Leben unseres Herrn Jesus Christus. Das ist eine reale Erfahrung, nicht nur bildlich oder etwas Stellvertretendes. Wir haben immer geglaubt, dass Gott uns die Gerechtigkeit Christi gibt. Wir dachten, es ist etwas, was uns bei der Bekehrung zugerechnet und danach, während wir gegen Sünde ankämpfen, allmählich verliehen wird. Das ist jedoch ein großer Irrtum, der uns viele Enttäuschungen und Niederlagen bescherte. Gott gibt uns nicht „nur“ die Gerechtigkeit Christi. Es ist das eigene Leben Christi, seine eigene Existenz, die bei der Neugeburt zu meinem Leben und zu meiner Existenz wird! Ellen White beschrieb dieses buchstäbliche Einswerden von Christus und seinem Volk so:

„Christus wurde ein Fleisch mit uns, damit wir mit ihm ein Geist würden. Kraft dieser Verbindung werden wir aus dem Grab herauskommen — nicht nur als Offenbarung der Macht Christi, sondern weil durch den Glauben sein Leben unser Leben geworden ist. Alle, die Christus in seinem wahren Wesen erkennen und ihn in ihr Herz aufnehmen, haben ewiges Leben. Durch den Geist wohnt Christus in uns; und der Geist Gottes, durch den Glauben ins Herz aufgenommen, ist der Anfang des ewigen Lebens.“ (The Desire of Ages 388)

Wir haben die Vorstellung gehabt, dass, wenn wir Gott vertrauen und an ihn glauben, er uns helfen und als gerecht ansehen wird. Er gibt uns seine Tugenden, während wir mit der Sünde ringen und zu ihm beten, bis wir Schritt für Schritt so werden wie er. Ist es nicht so, dass wir dies immer wieder versucht haben und gescheitert sind? Aber, wie A. T. Jones bereits sagte, Gott ist ein Schöpfer, kein Evolutionist! Er braucht keine Jahre, um sein vollkommenes Werk zu vollbringen. Er spricht und es geschieht, er gebietet und es steht da. Hier ist das Zeugnis von einem, der die Neugeburt wirklich erfahren hatte:

„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2.Korinther 5,17)

Wie du siehst, ist es dasselbe Prinzip wie mit dem Leben, das wir vom ersten Adam bekommen haben. Wir haben weder versucht, dieses Leben zu erhalten, noch es nachzuahmen. Wir erhielten es allein durch Erbschaft. Auf dieselbe Art und Weise ist das Leben, das wir in Christus bekommen, nicht, indem wir es versuchen nachzuahmen. Es gibt nur einen Weg, wie wir es bekommen können, nämlich allein durch Erbschaft. Es muss uns durch die Neugeburt übertragen werden. Wenn das geschieht, bekommen wir die Eigenschaften des neuen Adams, so wie wir bei unserer ersten Geburt die Eigenschaften des alten Adams erhielten.

„Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ (1.Korinther 12,13)

Wenn wir die Wahrheit dieser Realität verstehen, dann erkennen wir, dass unser einziges Bedürfnis darin besteht, den Weg zu finden, wie wir vom Leben des ersten Adams zum Leben des zweiten Adams übergehen können. Wir werden auch erfahren, dass all unsere Bemühungen und Kämpfe umsonst sind und nur Enttäuschung und Verzweiflung bewirken, oder aber wir setzen uns eine Maske der Scheinheiligkeit auf und werden zu Heuchlern. Wir wissen dann auch, dass alle Sünder dasselbe entartete Leben Adams teilen und deshalb kein Sünder besser ist als der andere.

Kinderschänder, Vergewaltiger, Serienkiller, Pornografiesüchtige, Betrüger, Homosexuelle etc. werden im Allgemeinen von der Gesellschaft und ganz besonders von religiösen Menschen gehasst und verurteilt. Aber, wenn dieselben Menschen, die diese Sünder verurteilen, Hass hegen, Böses reden, Wutanfälle, Gelüste und Begierden haben und habsüchtig sind – worin besteht dann der Unterschied zwischen diesen zwei Klassen von Menschen?

„Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.“ (Jakobus 2,10)

Es existiert keine Sünde im Leben von Jesus Christus. Jede Art von Sünde ist eine Offenbarung davon, dass wir uns außerhalb von Christus befinden und dass wir das entartete, hilflose und verlorene Leben Adams besitzen und vernichtet werden müssen. Aufgrund der Umstände unserer Geburt und unserer Erziehung sind manche von uns in der Lage, den abscheulicheren Sünden zu widerstehen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass wir alle dasselbe verunreinigte Leben in uns haben, das nicht repariert werden kann und zum Tode verurteilt ist!

Gott gab uns deshalb in seinem Sohn die neue Schöpfung. In dem Leben des zweiten Adams ist alles, was wir brauchen, enthalten. Darin ist Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung (siehe 1.Korinther 1,30) und sogar die ganze Fülle der Gottheit (die göttliche Natur). Das Wort Gottes sagt: „ihr seid vollkommen in ihm“. (Kolosser 2,9.10 – unrev. Luther) Was bedeutet das Wort „vollkommen“? Es bedeutet, dass wir in Jesus absolut alles haben, was wir jemals gebraucht haben, gegenwärtig brauchen oder brauchen werden. In Epheser 1,3 lesen wir, dass uns Gott gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel in Christus Jesus.

Welch ein unaussprechlich großes Vorrecht haben wir, meine Brüder und Schwestern, dass wir das Leben des Sohnes Gottes bekommen sollen! Erkennen wir, was das bedeutet? Verstehen wir, dass Gott uns in dem Geliebten angenommen hat (siehe Epheser 1,6)? Begreifen wir die Realität, dass Christus wirklich unser Leben ist (siehe Kolosser 3,4)? Oh, wie groß die Liebe unseres Vaters zu den Menschenkindern ist! Welch ein wundervolles Geschenk er uns in dem herrlichen Evangelium seines Sohnes, Jesus Christus, gegeben hat! Nun sind wir in Christus die Söhne und Töchter Gottes. Wir können zu Gott kommen mit dem Wissen, dass in Jesus unser Leben der Sünde, Enttäuschung und kaputtes Dasein tot ist, gekreuzigt mit Christus. Nun können wir uns dem Vater der Herrlichkeit in voller Zuversicht und Freiheit nähern und wissen, was wir auch bitten, bitten wir im Namen seines Sohnes. Wir haben die volle Sicherheit, dass wir die geliebten Kinder Gottes sind, denen alle Vorrechte Jesu Christi gegeben wurden! Wir dürfen glauben, dass es die Wahrheit ist, dass wir zu einem Teil am Leib Christi und Teilhaber seines eigenen Lebens geworden sind. Eine Existenz, in welcher Sünde überwunden und gekreuzigt wurde, ein Leben von reiner Gerechtigkeit, das gänzlich für Gott lebt (siehe Römer 6,22).

Ein Mensch allein

Lass mich das etwas deutlicher sagen. Es gibt nur einen Einzigen, der gerecht ist und deshalb gibt es auch nur Einen, der gerettet werden kann. Das ist eine Tatsache, die Gott von Anfang an in seiner Weisheit eingeplant hat. Es war sein Plan, sein verborgener Ratschluss, dass die ganze Erlösung in diesem einen Menschen zusammengefasst werden sollte (siehe Epheser 1,7-10). Dieser Mensch ist Jesus Christus und alle, die gerettet sind, sind es nur, wenn sie zu einem Teil Jesu werden, d.h. nur wenn sein Leben zu ihrem Leben wird, weil er der Einzige ist, der gerettet werden kann. Es gibt keinen anderen Weg:

„Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ (Apg. 4,12)

Das bisherige Problem war, dass wir alle versucht haben, das alte Leben in Adam zu reformieren. Wir wurden getauft, entschieden uns, von neuem zu beginnen, haben sogar ernstlich gebetet und den Herrn um Hilfe und die Kraft seines heiligen Geistes gebeten. Wir akzeptierten sogar, dass wir aus uns selbst nichts tun zu können und versuchten, uns auf den Herrn zu verlassen. Doch in alledem haben wir nur versucht, das alte adamische Leben zu reformieren. Wir hofften durch die Gnade Gottes und unsere eigenen emsigen Bemühungen fähig zu werden unsere angeborenen Laster zu überwinden und eines Tages vollkommen zu sein. Doch in Adam ist das unmöglich. Der einzige Weg ist, zu sterben und von neuem geboren zu werden – in das Leben Christi. Das ist die einzige Möglichkeit, unserer adamischen Realität zu entfliehen.

Ich muss sterben

In Römer 7,1-3 spricht der Apostel Paulus von einer Frau, die durchs Gesetz an ihren Mann gebunden ist. Es gibt einen anderen Mann, den sie heiraten will, aber sie kann nicht, weil es das Gesetz verbietet. Solange ihr erster Ehemann lebt, ist das Heiraten eines zweiten Mannes unmöglich. Vers 4 zeigt deutlich, dass dieser zweite Mann (den die Frau heiraten will) Christus ist.

„Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, so dass ihr einem andern angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt ist, damit wir Gott Frucht bringen.“ (Römer 7,4)

Wer ist aber der erste Mann? Wer ist diese Person, mit der die Frau verheiratet ist und welcher zuerst sterben muss, bevor sie Christus heiraten kann? Wir finden die Antwort in Kapitel 6 Vers 6:

„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.“ (Römer 6,6)

Der erste Mann stellt den „Leib der Sünde“, das „Fleisch“, den „alten Menschen“ oder die adamische Natur dar. Gemäß Paulus können wir den zweiten Mann (Christus) nicht heiraten, bevor der erste Mann (Adam oder das Fleisch) nicht tot ist. Das Problem ist, dass viele von uns versucht haben, geistliche Bigamie zu begehen. Wir versuchten, zur gleichen Zeit mit beiden verheiratet zu sein – mit dem Fleisch und mit dem Geist! Wir wollten mit Christus vereint werden, während das Fleisch noch am Leben war. Doch Gottes Wort sagt, dass das unmöglich ist.

Der einzige Weg, auf dem wir das Leben Christi bekommen können, ist durch den Glauben. Wir müssen uns ihm zuerst von ganzem Herzen übergeben, damit wir in ihm Reue empfangen und dem alten Leben absterben können. Nur dann können wir die Kraft seiner Auferstehung erleben und in sein eigenes Leben eintreten, in welchem Tod und Sünde vernichtet sind. E. J. Waggoner hatte Folgendes darüber zu sagen:

„Das, was vernichtet ist, ist der Leib der Sünde. Das geschieht nur durch diese persönliche Gegenwart des Lebens Christi. Er ist vernichtet, damit wir von seiner Macht befreit würden und ihm nicht länger dienen müssen. Er ist für alle vernichtet, weil Christus in seinem eigenen Fleisch ‚die Feindschaft’ oder die fleischliche Gesinnung vernichtet hat; nicht seine eigene, denn er besaß keine, sondern unsere.“ (Glad Tidings, S. 81-83)

Natürlich stirbt nicht der physische Leib. Hoffentlich wird niemand diese Wahrheit falsch verstehen. Den physischen, sündhaften Leib werden wir behalten, bis Jesus wiederkommt, dann wird er ihn verwandeln. Dieser physische Leib ist jedoch nicht die Wurzel unseres Sündenproblems und auch nicht das, was Jesus vernichtet oder getötet hat. Das wahre Problem ist was die „fleischliche Gesinnung“ genannt wird. Das ist das selbstsüchtige Leben, die ichbezogene, egoistische Einstellung. Das ist etwas, was sich im Geist des Menschen befindet und ein realer Teil unseres Daseins ist. Genau das tötete Jesus, als er seinen eigenen Willen aufgab und das größte Opfer seines Lebens brachte, indem er den Willen des Vaters wählte. Durch die Macht des heiligen Geistes – seines eigenen Lebens und seiner eigenen Kraft – zieht Jesus durch die Neugeburt in unseren Verstand ein und kreuzigt das ichbezogene Leben, damit wir fortan nicht mehr für uns selbst leben, sondern allein für Gott.

„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.“ (Römer 6,6-7)

„Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.“ (Römer 6,10-11)

Oh, meine Brüder und Schwestern, können wir sehen, wie klar die Bibel diese Wahrheit lehrt? Die Bibel kennt keinen vermischten Glauben, entweder sind wir tot oder lebendig, im Fleisch oder im Geist, in Adam oder in Christus, Sünder oder Heilige. Das eine bedeutet ein Sklave der Sünde und frei von Gerechtigkeit zu sein; das andere ein Sklave der Gerechtigkeit und frei von Sünde zu sein (siehe Römer 6,20.22).

Die christliche Welt von heute hat die Sünde als den natürlichen Lebensweg des Gläubigen angenommen. Sie (die Gläubigen) haben eine Entschuldigung für ihr ständiges Versagen gefunden, indem sie den hohen Standard der Gerechtigkeit – Gottes Gesetz – herabgesetzt haben, um sich einreden zu können, gar nicht so schlecht zu sein. Oder sie trösten sich mit dem Gedanken, dass „wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater“ (1.Johannes 2,1). In den meisten Fällen liegt der Unterschied zwischen bekennenden Christen und Ungläubigen in der Art und in dem Ausmaß der Sünde, die sie begehen. Sie haben sich selbst eingeredet, dass Gott dem Trinker, Sabbatschänder und Ehebrecher sofortigen Sieg geben kann, doch im Falle der „ernsthafteren“ Sünden, wie Begierde, Wut, Zorn, Hass, Fluchen, Streitsucht, Lieblosigkeit usw. viel langsamer vorgehen würde.

Wenn es scheint, dass Menschen eine Sünde oder einige Sünden, jedoch nicht alle Sünden überwinden konnten, ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nicht wirklich überwunden haben, und dass die Kraft, mit der sie „überwunden“ haben, nicht Gottes ist, sondern ihre eigene Willenskraft. Es ist möglich, durch eifriges Bemühen bei bestimmten Dingen die Selbstbeherrschung zu bewahren, aber das Herz bleibt unter der Kontrolle des eigenen Ichs und in Rebellion gegen Gott, was sich auch in ihrem Versagen, alle Sünden zu überwinden ausdrückt. Solch ein Mensch ist immer noch ein Sklave und betrügt sich selbst, indem er meint Sünde überwunden zu haben. Das Ergebnis von solch einem „Sieg“ ist oftmals, dass wir quasi stolz auf uns selbst sind, und gleichzeitig solche verurteilen, deren Sünden größer oder offensichtlicher sind als unsere eigenen.

Wie erhalte ich dieses Leben?

Die große Frage lautet: Wie bekomme ich dieses Leben, das nur in Jesus zu finden ist? Wie kann ich das Wesen des ersten Adams ablegen? Wie kann ich dem Fleisch absterben und zu einem Leben der Gerechtigkeit auferweckt werden? Sind wir an diesem Vorgang überhaupt beteiligt? Gibt es etwas, was wir tun können? Wenn gerechtes Leben nur in Jesus zu finden und in ihm dieses für jedermann uneingeschränkt erhältlich ist, dann muss die wichtigste Frage für den Sünder lauten: „Wie kann ich dieses Leben bekommen? Wie kann ich in das Leben Jesu eintreten?“

Menschen haben ernsthaft und unablässig versucht, ein solches Leben zu erreichen. Viele Jahre harter Arbeit, Selbstverleugnung und Selbstzüchtigung wurden auf der Suche nach Gerechtigkeit investiert und viele Methoden erfunden, um den Menschen von Sünde zu befreien. Doch nur ein einziger Plan hat funktioniert und kann jemals funktionieren, und das ist der Plan, welchen Gott und sein Sohn vorgesehen haben. Ein solch wunderbarer, vollkommener Plan und so wunderschön in seiner Einfachheit, dass er von den meisten religiösen Menschen verworfen wird. Der Apostel Paulus erklärte diesen Vorgang so:

„Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Epheser 2,8-10)

Paulus sagt, dass es (nur) durch den Glauben geschieht. Werke haben damit nichts zu tun. Es ist die Gabe Gottes, und es geschieht so:

Wir sind sein Werk. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass er uns gemacht hat, wir wurden von seinen Händen gefertigt. Bezieht es sich auf unsere Geburt aus dem Mutterleib? Auf gar keinen Fall. Er meint damit unser Leben als Christen, das Leben derer, die aus Gnade durch den Glauben gerettet sind. Wir sind Gottes Werk und wurden in Christus Jesus geschaffen. Überleg einmal, woher stammt dieses Leben der Neuschöpfung? Warum leben wir so, wie wir leben? Es ist nur, weil wir in Jesus Christus geschaffen wurden. Das Leben, das wir jetzt leben, entspringt in ihm. Alles, was wir tun „müssen“, ist, es aus Gnade durch den Glauben anzunehmen. Es ist die Gabe Gottes. Das Leben der Gerechtigkeit, des Sieges über Sünde, ist nicht etwas, was wir erzeugen oder uns durch Werke erarbeiten, sondern eine Erbschaft! Wir bekommen es als ein Geschenk, wenn wir das Leben Christi erhalten! Oh, preist seinen Namen!!

Viele aufrichtige Christen sind bei diesen Versen gestolpert. Der Gedanke, dass ihr einziger Beitrag zu ihrer Erlösung der Glaube sein soll, ist für viele eine schwer zu schluckende Pille. Während sie dem zustimmen, dass wir nur aufgrund unseres Glaubens von Gott für gerecht erklärt werden (wer könnte das auch leugnen), glauben sie dennoch, dass sie den gerechten Charakter in Wirklichkeit selbst durch Werke entwickeln müssten! Sie glauben an Rechtfertigung allein durch den Glauben, jedoch an Heiligung durch Glauben und Werke. Doch der Apostel Paulus erklärt diesen Punkt mit Nachdruck: Es ist nämlich nicht nur zu Beginn der Reise eines Christen, dass er sich allein auf den Glauben verlassen muss, sondern auf jedem Schritt seines Weges. Wir müssen auf dieselbe Art und Weise fortschreiten, wie wir den Herrn angenommen haben (siehe Kolosser 2,6). Der Kampf, den wir kämpfen müssen, wird „der gute Kampf des Glaubens“ genannt (siehe 1.Timotheus 6,12). Paulus schrieb an die Galater, erstaunt über ihre Besessenheit mit Werken, und fragte:

„Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr’s denn nun im Fleisch vollenden? …Der euch nun den Geist darreicht und tut solche Taten unter euch, tut er’s durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?“ (Galater 3,2-5)

Einige würden antworten: „Naja, Paulus meint hier ja auch nur die Zeremonialgesetze, wie die Beschneidung, die im Leben eines Christen nicht ausschlaggebend ist.“ Wenn das so ist, haben andere Werke (nichtzeremonielle), wie gute Taten, Sabbathalten, gesunde Lebensweise usw. etwas damit zu tun, dass wir den Geist bekommen, Wunder vollbringen oder irgendeinen anderen Segen empfangen, der dem Volk Gottes in Christus versprochen ist? Ist es allein durch den Glauben oder Glauben plus Werke? Die obigen Worte des Paulus zeigen deutlich, dass die einzige Qualifikation, durch die man den Geist empfangen und Wunder wirken kann, aus der „Predigt vom Glauben“ kommt!!

Bleiben wir ein wenig bei diesem Thema, denn es ist entscheidend. Wer diesen Punkt nicht richtig versteht, wird weiterhin im Sumpf einer erbärmlichen und armseligen Religion stecken bleiben.

Der Weg zur Gerechtigkeit

Wie macht Gott einen Menschen gerecht? Geschieht es durch ein Werk der Schöpfung, die vollständig Gottes ist, oder ein sich lang hinausziehenden Vorgang, der viele Fehlschläge und bittere Kämpfe beinhaltet, bevor Sünde überwunden werden kann? Ist es ein Geschenk Gottes oder das Werk Gottes und des Menschen? Ist es etwas, wofür Gott allein verherrlicht werden darf oder gibt es in diesem Werk einen Teil, wofür der Mensch die Lorbeeren erhalten kann? Lass uns ehrlich mit dem Wort Gottes umgehen. Lass uns unsere eigenen Meinungen von uns werfen und einfach nur das Wort Gottes betrachten. Zuallererst, wie wird Sünde überwunden?

„Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ (Galater 5,24)

a. Durch Kreuzigung – durch Tod.

„Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren.“ (1.Johannes 3,9)

b. Durch den Vorgang der Neugeburt.

„Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8,36)

c. Durch das Werk des Sohnes.

Wir können uns selbst nicht töten, sodass wir von Neuem geboren werden könnten. Sowohl dieser Vorgang der Kreuzigung als auch die Neugeburt ist ganz und gar das Werk Christi, des Sohnes, der uns „wirklich frei“ macht. Wagen wir es, diese klaren Aussagen der Bibel zu leugnen oder zu verändern, nur um unsere eigene Erfahrung, unsere eigene Meinung zu rechtfertigen? Dieses Werk Gottes in Christus schafft eine „neue Kreatur“ (2.Korinther 5,17), einen neuen Menschen, der nach dem Ebenbild Christi geschaffen ist, erfüllt vom Leben Christi, ein Teil der Existenz Christi, dessen einziger Wunsch es ist, den Willen des gerechten Gottes auszuführen. Mehr als das: Genauso, wie seine frühere Natur ihn zum Sklaven der Sünde zwang, mit einer beständigen Neigung zur Sünde, macht ihn seine neue Natur (die Natur Christi) zu einem Sklaven der Gerechtigkeit, mit einer beständigen Neigung zum Guten. Das ist das Werk Gottes und vollkommen das Werk Gottes. Dieser Charakter, dieses Gewand der Gerechtigkeit „enthält nicht einen Faden menschlicher Erfindung“. (Christi Gleichnisse, S. 223)

Alles, was der Mensch tun kann, ist, diese Gabe, die uns von Gott in Christus als Geschenk angeboten wird, anzunehmen. Darüber hinaus gibt es absolut gar nichts, was er tun kann. Der Apostel Paulus betont dies so sehr, indem er sagt:

„Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.“ (Römer 4,5)

Die Abkehr vom eigenen Ich

Wenn wir die äußerste Entartung unserer adamischen Natur und unsere vollkommene Hilf- und Wertlosigkeit erkennen, werden wir uns von allen eigenen Bemühungen und allem Selbstvertrauen abwenden. Erst dann werden wir wirklich Buße tun – nicht nur von unseren Sünden, sondern von der Wurzel unseres Sündenproblems, dem eigenen Leben. Dann werden wir auch verstehen und glauben, dass unsere einzige Hoffnung auf ein gerechtes Leben allein in der Gabe Gottes liegt. Wir werden alle eigenen Bemühungen aufgeben und allein auf Christus vertrauen. Nur dann wird wahre Gerechtigkeit in unserem Leben erscheinen, wenn wir ihm die volle Kontrolle über unser eigenes Leben geben. Wenn wir durch den Glauben unser Leben nach der Wirklichkeit ausrichten, dass sein Leben zu unserem Leben geworden ist und wir ein Teil seiner eigenen gerechten Existenz geworden sind, werden wir sein vollkommenes Leben leben. Das ist die einfache Wahrheit des Wortes Gottes. Das ist die reine Wahrheit, die Gott im Jahre 1888 den beiden Predigern A. T. Jones und E. J. Waggoner als einzige Hoffnung einer sterbenden Gemeinde und einer sterbenden Welt gab.

Vollkommenheit

Meine Helden waren schon immer Männer wie Elia, Hennoch, Daniel, Paulus und Mose. Sehr oft bat ich Gott im Gebet darum, mir dabei zu helfen so zu werden wie sie. Ich verbrachte viele Tage und Nächte im Gebet, fastete und sehnte mich nach einer Erfahrung, die mir eine kleine Kostprobe von der Gemeinschaft geben würde, die sie mit Gott hatten und das siegreiche Leben zu finden, das sie offensichtlich lebten.

Plötzlich merkte ich wie viele Jahre und wie viel Mühe ich vergeudet hatte! Jetzt erkannte ich endlich, dass ich die ganze Zeit über nach einer Erfahrung gesucht hatte, die jedes Kind Gottes, das in Jesus Christus ist, vom Kleinsten bis zum Größten, sofort und vollkommen haben kann! Was sagte Jesus?

„Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er.“ (Matthäus 11,11)

Mein lieber Bruder, meine liebe Schwester, siehst du, wie wundervoll das ist? Indem wir einfach das vollkommene Leben Jesu annehmen, treten wir in eine Gemeinschaft mit Gott, in der wir die Gabe der vollkommenen Gerechtigkeit und ein vollkommenes Leben erhalten!! Alle Schranken, die uns von Gott trennten, sind vollständig entfernt. Es gibt keinen einzigen Grund mehr, warum Gott unsere Gebete nicht hören und sie nicht beantworten sollte. In Jesus sind wir buchstäblich und wahrhaftig Teilhaber von Gottes eigenem Leben! (Siehe 1.Korinther 6,17.19). Wir sind zu Teilhabern der göttlichen Natur geworden und es ist kein Wunder, dass die Bibel sagt, wir sind „Miterben Christi“ (Römer 8,17).

Welch eine herrliche Wahrheit! Oh, möge Gott uns helfen, es zu glauben und zu wissen, dass es nichts als die reinste Wahrheit ist. Wenn wir es glauben, wird nicht nur unser Leben eine Offenbarung der Herrlichkeit Gottes sein (und das nicht irgendwann in entfernter Zukunft, sondern jetzt, hier und heute), sondern in jedem Augenblick wird man von unseren Lippen und aus unseren Herzen das Lob Gottes und seines Sohnes für ihre große, vollkommene und vollständige Erlösung, die sie für uns vollbracht haben, vernehmen.

Wie du siehst, steht dem nichts mehr im Wege, dass Gott sofort die Kranken heilt, Tote auferweckt oder die Gaben des Geistes unter uns auszuteilen, sobald wir sein Geschenk – das gerechte Leben Christi – annehmen. Der Spätregen, auf den wir seit so vielen Jahrzehnten gewartet haben, wird auf diejenigen, die in Christus sind, ausgegossen. Es ist kein Wunder, dass, als eben diese Botschaft im Jahre 1888 zur STA-Gemeinde kam, die Botin Gottes erklärte:

„Die Zeit der Prüfung liegt unmittelbar vor uns, denn der laute Ruf des dritten Engels hat bereits in der Offenbarung der Gerechtigkeit Christi, des sündenvergebenden Erlösers, begonnen. Dies ist der Anfang des Lichts des Engels, dessen Herrlichkeit die ganze Erde erfüllen soll.“ (RH, 22. Nov. 1892).

Die Frage lautet: Nehmen wir diese Wahrheit von ganzem Herzen an? Glauben wir die wundervolle Realität, dass uns Gott in Jesus die vollkommene Antwort auf das Sündenproblem gegeben hat? Akzeptieren wir die Wirklichkeit, dass es allein sein Werk ist und dass der Mensch dem nichts hinzufügen kann, außer seinen Glauben? Ich möchte diese Ausführungen mit einigen passenden Worten des Apostels Paulus beenden:

„Was sollen wir nun hierzu sagen? Das wollen wir sagen: Die Heiden, die nicht nach der Gerechtigkeit trachteten, haben die Gerechtigkeit erlangt; ich rede aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Israel aber hat nach dem Gesetz der Gerechtigkeit getrachtet und hat es doch nicht erreicht. Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus dem Glauben sucht, sondern als komme sie aus den Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes;“ (Römer 9,30-32)