Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel, der für viel Aufregung gesorgt hat. Er trug den Titel: „Starb Jesus den zweiten Tod?“ Ich stehe immer noch zu der darin dargelegten Schlussfolgerung, dass Jesus nicht den zweiten Tod starb. Doch jetzt, wo ich das Thema im Lichte der Botschaft über Gerechtigkeit durch Glauben besser verstehen kann, erkenne ich, dass meine Erklärungen begrenzt waren, und es gab auch einige Dinge, die ich damals noch nicht so richtig verstand. Ich hoffe, dass dieser Artikel das Thema viel klarer darstellen wird.

Das Wort „Tod“ wird in der Bibel in Bezug auf verschiedene Zustände gebraucht. Zugegebenermaßen kann es für viel Verwirrung sorgen, wenn diese verschiedenen Todesarten nicht richtig erklärt werden. Wir werden die vier meistgenannten Tode untersuchen und werden sie der Einfachheit halber folgendermaßen bezeichnen:

  1. Der erste Tod
  2. Der geistliche Tod
  3. Tod der Sünde
  4. Der zweite Tod

Wenn wir das Thema des Todes mit dem biblischen Verständnis betrachten, erkennen wir, dass ein Zusammenhang zwischen den vier Todesarten besteht. Wir verstehen dadurch auch viel besser, was geschah, als Jesus starb und warum er sterben musste.

Der erste Tod

Den ersten Tod bezeichnen wir auch als Schlaf. Es ist der Tod, der als das Ergebnis der Sünde Adams über alle Menschen gekommen ist. Paulus sagt von diesem Tod:

„Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“ (Rö. 5,12)

Die Menschheit an sich ist nicht verantwortlich für diesen Tod. Er ist völlig die Schuld eines einzigen Mannes, unseres großen Vorvaters Adam. Er war es, der ihn in die Welt brachte, als er sündigte und ihn dadurch auf alle Menschen übertrug. In diesem Sinne bezieht sich der Tod auf den Zeitpunkt, wenn der Atem aufhört und der Körper wieder zu Staub wird. Alle Menschen sind diesen Tod gestorben und werden ihn sterben, mit Ausnahme der Wenigen, die bereits in den Himmel entrückt wurden und noch werden. Normalerweise hätte dieser Tod das Ende des Menschen bedeutet. Wenn ein Mensch seine ihm bestimmte Lebenslänge ablebt und dann stirbt, würde es normalerweise das Ende seiner Geschichte bedeuten. Sünde hat den Tod über ihn gebracht. Dieser Tod wäre ein ewiger Tod, hätte Christus nicht die Vorkehrungen für die Auferstehung getroffen. Paulus sagt wiederum:

„Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1.Kor. 15,21.22)

Der geistliche Tod

Der nächste Tod, der erwähnt wird, ist der „geistliche Tod“. In der Bibel wird er zwar nicht so bezeichnet, aber er bezieht sich auf den Zustand, wenn ein Mensch ohne den Geist Gottes ist und völlig von Sünde beherrscht wird. Die Bibel sagt, ein solcher Mensch ist „tot in Übertretungen und Sünden“.

„Und euch hat er lebendig gemacht, die ihr tot wart in euren Übertretungen und Sünden“ (Eph. 2,1 – King James)

Wie gelangt ein Mensch in diesen Zustand? Geschieht es durch seine eigene Entscheidung oder werden alle in diesem Zustand geboren? Dieser Zustand ist wieder das Ergebnis der Sünde Adams. Als Adam im Garten Eden sündigte, verließ ihn der Geist Gottes und seine Natur veränderte sich. Er wurde selbstsüchtig und unglücklich. Dieser Zustand wurde an alle seine Nachkommen weitergegeben, die ohne Ausnahme unverbesserlich geboren werden. Das bedeutet, sie werden alle ohne das geistliche Leben – den heiligen Geist Gottes – geboren. Darum müssen alle Menschen von Neuem geboren werden (siehe Joh. 3,3).

Dieser Zustand geistlichen Todes zeigt die Art der Beziehung des Menschen zu Gott. Kein Mensch kann in diesem Zustand gerettet werden. Er mag zwar körperlich lebendig sein, aber weil sein Geist nicht mit dem Geist Gottes vereint ist, ist er geistlich tot.

„Die aber in Wollust lebt, ist lebendig tot.“ (1.Tim. 5,6 – Luther 1998)

Tod der Sünde

Der nächste Tod ist der, den wir mit Christus sterben bzw. wir treten in den Tod Christi ein. Dieser Tod wurde am Kreuz für die gesamte Menschheit vollbracht. Er macht die Konsequenzen des geistlichen Todes, den Adam über uns brachte, rückgängig. In diesem Tod sterben wir unserem eigenen Ich bzw. unserer Sündennatur.

„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.“ (Rö. 6,6)

Dieser Tod wird durch den heiligen Geist bewirkt, den wir wieder empfangen, wenn wir von Neuem geboren werden. Er macht uns frei von dem Gesetz der Sünde und des Todes, sodass wir nicht mehr tot sind in Übertretungen und Sünden. Mit anderen Worten: Durch die Kraft des heiligen Geistes – durch das Leben Christi – wird dieser Tod zu unserer tatsächlichen Lebenserfahrung. Wir erhalten das Leben Christi, in dem die Sünde gekreuzigt und Gerechtigkeit die lebendige Wirklichkeit ist. Dieser Tod gehört allen Menschen, kann jedoch nur von denen erfahren werden, die das glauben und durch den Glauben in Christus eintreten. Denn dieser Tod ist in Christus. Er ist Christi Tod, den wir nur dann erfahren können, wenn wir ein Teil des Lebens Christi sind.

Der zweite Tod

Der zweite Tod ist die letzte Erfahrung von Tod. Diese Erfahrung hat auch am Meisten für Kontroverse gesorgt. Was ist dieser zweite Tod, und warum ist er notwendig? Im einfachsten Verständnis ist der zweite Tod die letzte Vernichtung der Gottlosen und auch aller Dinge, die gefährlich und schädlich sind. Er wird in der Offenbarung an vier Stellen erwähnt (Offb. 2,11; 20,6; 20,14; 21,8).

„Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“ (Offb. 21,8)

Es ist eindeutig, dass dieser zweite Tod das vollkommene Ende darstellt, aus welchem es keine Rückkehr mehr geben wird. Diese letzte Vernichtung wird als „der feurige Pfuhl“ oder auch „Feuersee“ bezeichnet.

Wenn wir uns den Zusammenhang zwischen diesen vier Todesarten anschauen, erkennen wir, dass alle Menschen den ersten Tod sterben müssen. Ebenso werden alle Menschen im Zustand des geistlichen Todes geboren. Diejenigen, die sich dafür entscheiden, erfahren den Tod Christi, welcher ein Tod der Sünde ist. Die Verdammnis, die sie in Adam erlebten, wird entfernt, wenn sie den Tod und die Auferstehung Christi erleben (Rö. 6,8). Aus diesem Grund werden sie den zweiten Tod nicht erleben.

Jeder Mensch muss für immer der Sünde sterben. Die Gerechten erleben diesen ewigen Tod in Christus. Die Ungerechten erleben diesen Tod der Sünde in ihnen selbst, wenn sie am Ende für immer vernichtet werden. Diejenigen, die nicht den Tod in Christus wählen, werden den zweiten Tod sterben müssen, weil sie die Verdammnis in ihrem Fleisch zurückbehalten haben, nämlich den Leib der Sünde und die Gesinnung des Todes.

Die Gabe Christi allen Menschen

In Römer 6,23 lesen wir:

„Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Rö. 6,23)

Die meisten Menschen verstehen diesen Vers so, dass wenn ein Mensch stirbt, ohne sich von seinen Sünden bekehrt zu haben, so wird er dazu verurteilt, den zweiten Tod zu sterben. Aus diesem Grund wird „der zweite Tod“ als „der Sünde Sold“ angesehen. Das ist jedoch nicht die wahre Bedeutung von diesem Vers.

Was ist dieser Tod (der Sünde Sold) der über alle Menschen kommt? Zuallererst bezieht er sich auf den geistlichen Tod bzw. auf die Trennung von Gott. Dieser Tod ist die natürliche Folge von Sünde. Er ist ein Teil der Sünde und wohin Sünde auch immer geht, folgt er ihr überall hin. Dieser Tod ist in allen Menschen von Geburt an am Werke, weil alle Menschen Sünder sind.

Tatsache ist jedoch, dass dieser geistliche Tod mit sich bringt, dass der Mensch ebenso körperlich sterben muss. Verlassen von der Leben spendenden Gegenwart Gottes, muss der geistlich tote Mensch ebenso sein körperliches Leben verlieren. Die Wahrheit ist, dass alle Menschen der Sünde Sold erhalten, weil alle Menschen gesündigt haben. Genau das drückt auch Paulus in Römer 5,12 aus: „so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“ Gott aber gibt eine Gabe und damit eine Antwort auf der Sünde Sold. Er hat allen Menschen ewiges Leben gegeben in Christus.

Normalerweise hätte der körperliche Tod zusammen mit dem geistlichen Tod sofort eintreten müssen. Christus erkaufte jedoch ein Leben auf Probezeit für den Menschen, wodurch sein Tod für eine begrenzte Zeit aufgeschoben werden konnte. Er gab jedem Menschen ein physisches Leben für eine begrenzte Zeit, in der dem Menschen die Möglichkeit gegeben wird, wieder zum Glauben und damit zum geistlichen Leben zurückzufinden. Da dieses Leben nur für die Probezeit geliehen ist und dazu dient, eine Entscheidung treffen zu können, ist es kein ewiges sondern ein zeitlich begrenztes Leben. Es hört letztendlich für alle Menschen auf, ob sie ein gutes oder ein schlechtes Leben gelebt haben.

Wenn wir erkennen, dass der Tod unser natürlicher Zustand ist, verändert es unsere ganze Auffassung vom Leben. Wir sind nur am Leben, weil Gott durch Christus eine unnatürliche Situation geschaffen hat, die uns erlaubt, eine Zeit lang als Sünder zu existieren. Nach dem natürlichen Ablauf der Dinge könnte Sünde im Universum nicht existieren. Unser Schicksal wäre vom Anfang der Sünde an normalerweise die völlige Ausrottung gewesen, hätte Christus seine Macht nicht benutzt, um die Kräfte zurückzuhalten, die den Sünder sofort vernichtet hätten.

Welchen Tod starb Jesus?

Zusätzlich zu dem Leben auf Probezeit, erwarb Christus noch etwas Anderes für den Menschen. Er erwarb die Auferstehung aus dem körperlichen Tod. Der Tod, den Christus starb, um uns davor zu retten, ist der Tod, der wegen Adams Sünde über alle Menschen gekommen ist. Das beinhaltet sowohl den körperlichen als auch den geistlichen Tod. Christus besiegte den Tod, indem er sich seiner Macht übergab, sein Opfer wurde und dann seine Ketten zerriss, als er auferweckt wurde, wodurch er die Macht der Sünde zerstörte. Nun ruft er aus:

„Ich bin der Lebendige und war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen; und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.“ (Offb. 1,18 – King James)

Jetzt besitzt er die Macht und das Recht dazu, uns vom Tode zu befreien und die Ketten, mit denen dieser alle Menschen fesselt, zu zerreißen, weil er ihn besiegt hat. Beachten wir aber, dass es nicht der zweite Tod ist, von dem er die Menschen befreit. Wäre Jesus den zweiten Tod gestorben, um Menschen davon zu befreien, dann würden zumindest einige vom zweiten Tod zurückgebracht werden, doch dem ist nicht so. Jesus hat nichts mit dem zweiten Tod zu tun. Das Problem der Menschheit war der normale und einfache Tod – der Tod, den Adam über uns brachte. Deshalb kam Jesus, der zweite Adam, um den Schaden, den der erste Adam angerichtet hat, wieder rückgängig zu machen – erstens, um uns geistliches Leben zu geben und uns vom geistlichen Tod aufzuerwecken, und zweitens, um uns vom körperlichen Tod aufzuerwecken.

„jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilandes Jesus Christus, der den Tod zunichte gemacht und Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“ (2.Tim. 1,10)

Wir haben den ersten Tod auf die leichte Schulter genommen, weil wir die Tatsache nicht wertgeschätzt haben, dass es keine Auferstehung von diesem Tod geben würde, hätte Christus nicht eingegriffen. Wäre Christus nämlich nicht für uns gestorben, so wären die Menschen geboren worden und wieder ins Grab gegangen, und das wäre das Ende ihrer Existenz gewesen. Dann hätte man das Gericht und den zweiten Tod getrost vergessen können. Doch Jesus machte den Schaden, der durch Adam entstandenen war, wieder rückgängig. Nun ist der erste Tod lediglich ein Schlaf, jedoch nur aufgrund der Vorsorge Christi. Beachte was die Bibel klar sagt:

„Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1.Kor. 15,22)

Alle sterben in Adam. Das bedeutet: Alle, die aus Adams Leben kommen, sterben. Genauso werden in Christus alle lebendig gemacht werden.

„Denn da durch den Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch den Menschen die Auferstehung der Toten.“ (1.Kor. 15,21 – King James)

Die Erfahrung des Todes kam durch den Menschen. Alle, die den Tod erleben, haben es Adam zu verdanken. Genauso haben es alle, die die Auferstehung erleben, Christus zu verdanken.

Wozu die Gottlosen auferwecken?

Vielleicht denkst du dir gerade: „Warum sich dann noch die Mühe machen und die Gottlosen auferwecken?“ Die Tatsache ist, dass alle Menschen durch die Vorkehrung Christi auferweckt werden. Er ist der zweite Adam. Wie wir bereits gesagt haben, kam er, um den Schaden, den Adam verursacht hat, wieder rückgängig zu machen. Das beinhaltet auch den Tod. Es muss an dieser Stelle etwas betont werden: Alles, was Christus für die Menschheit getan hat, das hat er für alle Menschen getan. Gott hat nichts mit „Prädestination“ zu tun. Er hat alle Vorkehrungen für jedes einzelne menschliche Wesen getroffen. Mit anderen Worten: Gott trifft alle Vorkehrungen mit der Annahme, dass alle Menschen gerettet werden. Das beinhaltet auch die Vorkehrung der Auferstehung.

Die Frage lautet: Wenn Christus den durch Adam verursachten Schaden wieder rückgängig gemacht hat, warum werden dann nicht alle Menschen gerettet? Wenn Christus doch alle Menschen wieder auferwecken wird, warum erhalten dann nicht auch alle Menschen ewiges Leben?

Als Adam sündigte, traf er die Entscheidung, wem er glauben und wen er anbeten würde. Obwohl seine Nachkommen alle in Sünde geboren werden, muss ihnen dennoch dieselbe Entscheidung gewährt werden. Durch Christus gewährt Gott den Nachkommen Adams ein Leben auf Probezeit. Während dieser Probezeit erfüllt er ihr Leben mit Segnungen, damit sie seine Liebe und seine Wege erkennen können. Die Menschen können dadurch begreifen, wie sehr sie Gott brauchen und dass sie ihm glauben und vertrauen müssen. In Christus hat Gott einen Weg eröffnet, auf dem sich alle Menschen von den Auswirkungen der Sünde Adams wieder erholen können. Da jedoch der freie Wille des Menschen stets respektiert werden muss, kann dieser Weg der Wiederherstellung nur durch den Glauben an die Gabe Gottes in Christus erfahren werden. Während der Probezeit des Menschen, wird jeder Mensch vor diese große Herausforderung gestellt – Gott zu glauben und sein Leben in Christus zu erhalten oder ihm nicht zu glauben, wie es Luzifer und Adam taten, und dadurch im verlorenen Leben Adams zu bleiben.

Wir sehen also, dass Adam und seine Nachkommen mit Entscheidungen konfrontiert werden, die sich einerseits zwar ähneln, andererseits jedoch radikal voneinander unterscheiden. Adams natürlicher Zustand war Leben. Er brauchte lediglich das zu behalten, was er bereits besaß, indem er weiterhin aus Glauben lebte. Um das Leben zu verlieren, musste er nur den Weg des Unglaubens betreten. Der natürliche Zustand seiner Nachkommen ist jedoch der Tod. Sie müssen lediglich weiterhin in Unglauben leben, um den Tod zu behalten, welcher bereits ihr natürlicher Zustand ist. Ihre Herausforderung besteht darin, den Fängen des Todes durch den Glauben an Christus zu entkommen.

Diejenigen, die das Heilmittel annehmen, entkommen der Krankheit, und die, die es ablehnen, behalten sie. Dadurch werden sie am Ende den zweiten Tod sterben, weil ihnen die Vorkehrung Christi nichts nützen wird, da sie die Sündenkrankheit immer noch in sich tragen.

Ein notwendiges Gericht

Zwischen dem ersten und dem zweiten Tod tagt jedoch ein Gericht. Was ist die Aufgabe dieses Gerichtes? Welche Frage soll von ihm beantwortet werden?

Da nicht alle Menschen sich für Christus entscheiden, ist es notwendig zu demonstrieren, wer sich für Christus entschieden hat und wer in Adam geblieben ist. Am Ende offenbart das Gericht, welche Entscheidung jeder Mensch getroffen hat. Diejenigen, die glauben, werden nicht verdammt, und die, die nicht geglaubt haben, behalten ihre Verdammnis.

„Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ (Joh. 3,18)

Die Frage, ob der Mensch an Christus geglaubt hat oder nicht, wird mit einer Untersuchung seiner Werke bewiesen, denn wahrer Glaube erzeugt immer gute Werke. Wenn ein Mensch an Christus geglaubt hat, werden die Werke, die er getan hat, der sichere Beweis dafür sein (siehe Matth. 7,17-20; Jak. 2,17).

„Sprach der Richter: ‚Alle werden durch ihren Glauben gerechtfertigt und nach ihren Werken gerichtet.’“ (Christian Service, S. 88)

Dennoch, obwohl dieses Gericht die Werke untersucht, geht es dabei in Wirklichkeit nicht um die Frage: „Welche Werke habe ich getan?“, sondern: „Bin ich in Adam oder in Christus?“

Es muss also die Frage geklärt werden: „Haben die Menschen auf Erden während ihrer Probezeit Christus gewählt oder haben sie es vorgezogen, in Adam zu bleiben?“ Für solche, die sich während ihrer Lebzeit zum Christentum bekannt haben, tagt das Gericht vor der Wiederkunft Jesu, weil die Gerechten bei seiner Wiederkunft vom Tode nicht auferweckt werden, um dem Gericht zu begegnen, sondern um das Glück des ewigen Lebens zu genießen.

Solche, die nie wahren Glauben an Christus besaßen, werden ebenfalls gerichtet, während sie tot sind, jedoch erst später während des Millenniums. Wenn sie dann nach den tausend Jahren durch die Macht Christi wieder zum Leben erweckt sind, werden die Beweise bereits untersucht sein. Ihnen wird nur noch übrig bleiben, sie mit ihren eigenen Augen zu sehen.

Sie werden immer noch mit der Verdammnis Adams in sich auferstehen, weil sie weder die Sünde aufgeben noch die Gabe des Lebens in Christus annehmen wollten. Sie haben gezeigt, dass ihnen Adams Weg besser gefallen hat. Der Tod ist trotz ihrer Auferstehung immer noch in ihnen und trotz Christi Werk für alle Menschen ist ihr unvermeidbares Schicksal die Rückkehr in den Tod, weil sie seiner Verdammnis nie entkommen waren. Selbst wenn Christus sie tausend Mal wieder auferwecken würde, müssten sie jedes Mal wieder sterben, weil das Leben in ihnen ein sterbendes Leben ist.

Im Kontext des Gerichtes, im Rahmen des Gesetzes, sind sie aufgrund ihrer sündigen Taten verdammt. Das Gesetz und die aufgezeichneten Sünden haben jedoch nur bewiesen, dass sie nie Christus gewählt und Adams Leben mit seiner Verdammnis losgelassen haben. Das ist der wahre Grund dafür, warum sie sterben müssen.

Wenn Gott dann schließlich die Schranken, mit denen er diesen Planeten und seine Bewohner in ihrem sündigen Zustand aufrechterhalten hat, aufheben wird, werden diejenigen, die immer noch Sünde in sich haben, nicht überleben können. Wie die Bazillen nicht im Sonnenlicht überleben können, so können auch die Gottlosen und alles Sündige die enthüllte Gegenwart Gottes nicht überleben. Sie werden durchs „Feuer“, das von Gott kommen wird, vernichtet werden.

„Durch ein Leben der Empörung stellten sich Satan und seine Verbündeten so völlig außerhalb der Übereinstimmung mit Gott, dass allein dessen heilige Gegenwart für sie ein verzehrendes Feuer ist. Die Herrlichkeit dessen, der die Liebe ist, wird sie vernichten.“ (Das Leben Jesu, S. 766 – engl. Ausgabe)