In diesem Artikel möchte ich das Thema des letzten Artikels fortsetzen und vertiefen.

Es gibt viele Christen, die trotz der klaren Aussagen der Bibel über die bedingungslose Liebe Gottes eine Frage nicht loslässt: Aber was ist, wenn ich gegen ihn sündige? Wenn diese Frage auch dich beschäftigt, dann ist es an der Zeit, dass du durch die Wahrheit frei gemacht wirst.

Die Wahrheit ist, dass deine Sünde seine Liebe zu dir nicht einen Millimeter verändert. Wenn du in eine Sünde fällst, dann falle vorwärts, nicht rückwärts. Wisse, dass seine Liebe zu dir sich in solchen Momenten kein Stückchen verändert. Mit anderen Worten, renne zum Herrn, wenn du gesündigt hast und nicht von ihm weg.

Lass mich dich kurz daran erinnern, dass er deine Fehler bereits sah, noch bevor du sie begangen hattest. Deine Fehler und Fehltritte überraschen ihn nicht. Sie haben ihn auch nicht davon abgehalten dich als sein Eigentum zu beanspruchen, bevor du aus dem Bauch deiner Mutter hervorgekommen bist. Er hält dich fest und beschützt dich mit eifersüchtiger, inniger Liebe.

Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott. (5.Mose 4,24)

Er ist eifersüchtig auf jeden Rivalen, der dich verführen und von ihm weglocken möchte. Er ist ein verzehrendes Feuer für alle Götzen, die versuchen ihm seine Braut wegzunehmen.

Es tut ihm weitaus mehr weh, wenn du dich von ihm aufgrund von Gewissensbissen und Schuldgefühlen distanzierst, als die Sünde, die solche Gefühle in dir aufkommen lässt. (Denk über diesen Letzten Satz ein wenig nach.)

Hast du Kinder? Wenn ja, was würde dir mehr wehtun: wenn dein Kind dir ungehorsam ist, indem es etwas Unisinniges tut oder wenn es sich vor dir fürchtet, dass du es wegen seines schlechten Benehmens für immer verstoßen wirst? Den meisten Eltern würde das Letztere mehr wehtun.

Sich vor dem Herrn zu verstecken ist eine geistlich ansteckende Krankheit. Sie steckt uns in Mark und Bein. Sie begann bei dem ersten Menschen, der sich vor Furcht und Scham vor Gott versteckte (1.Mose 3,8-10). Doch genauso, wie es Gott mit Adam tat, hat er auch deine Blöße, deine Nacktheit, bedeckt. Nicht mit Tierfellen, sondern mit der Gerechtigkeit seines eigenen Sohnes. Aus diesem Grund lädt dich der Herr dazu ein ihn trotz deines gefallenen Zustandes zu lieben.

Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden. (2.Kor. 5,21)

Du kannst es in Stein meißeln: Der Herr hat dir seine Liebe ohne irgendeinen Haken und ohne irgendwelche Bedingungen geschenkt. Und das Ausmaß deiner Liebe zu ihm vermehrt bzw. verringert seine Liebe zu dir nicht. Deine guten (oder bösen) Werke beeinflussen seine Liebe zu dir auch nicht. Gott liebt dich einfach, weil er dich in seinem Sohn erwählt hat, und er liebt seinen Sohn bedingungslos.

Deshalb liebt dich der Herr selbst, wenn du dich unliebenswürdig fühlst. Er liebt dich wenn andere dich nicht lieben. Er liebt dich mit einer ewigen Liebe. Es ist seine Natur die Ungeliebten zu sich zu rufen und sie zu Geliebten zu machen in seinem Sohn (Röm. 9,25; Eph. 1,6).

Der Herr ist nicht wie wir gefallenen Sterblichen. Seine Liebe ist nicht mit etwas Sichtbarem verknüpft. Die sehnsuchtsvolle Leidenschaft Gottes für sein Volk übersteigt die menschliche Liebe. Nichts, was du sagst oder tust, kann sie herabmindern. Sie strömt aus seiner puren Göttlichkeit hervor. Er hat uns zuerst geliebt, als wir alles andere als liebenswürdig waren. Und das wird sich nie ändern.

Die Bibel ist eine Entfaltung der ungewöhnlichen Liebe Gottes. Wir sind aus dieser finsteren Welt errettet und in das Reich des „Sohnes seiner Liebe“ versetzt worden (Kol. 1,13). Der Grund? „Um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat“ (Eph. 2,4). Höre seine Verheißung für sein Volk:

Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich mit ewiger Liebe geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. (Jer. 31,3)

Fasse deshalb Mut und lass dich trösten: Du bist jemand, den Gott „so sehr liebt“. Er hat dich zu sich gezogen. Wann immer du dich ihm zuwendest, stehst du vor dem lächelnden Antlitz eines Gottes, dessen Herz von unerschöpflicher Güte pulsiert.

Bist du von einem Gefühl der Unwürdigkeit überwältigt? Bist du von deiner eigenen Sündhaftigkeit gedemütigt? Dann lass mich dich erinnern. Als dein Herr an dem blutigen Kreuz hing, befand er sich in einem weitaus schrecklicheren Zustand als du oder ich uns jemals befinden werden. Er wurde zur Sünde gemacht (Jes. 53,4; 2.Kor. 5,21). Das malt uns das drastischste Bild vor Augen, das wir uns vorstellen können. Die Sünden der Welt – vergangene, gegenwärtige und zukünftige – wurden alle auf ihn gelegt, und er wurde zur personifizierten Sünde. Aber der Vater liebte ihn immer noch.

Damit möchte ich nur ausdrücken, dass du in dem Augenblick, wo du dich am unwürdigsten fühlst, am willkommensten bist:

Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. (Hebr. 4,16 Luth)

Jetzt können wir zu jeder Zeit furchtlos und voller Zuversicht zu Gott kommen. (Eph. 3,12 Hfa)

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. … Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. (1.Joh. 1,9; 2,1-2 Sch2000)

Denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses. (Offb. 12,10-11)

Folglich, wenn der „Verkläger der Brüder“ dich oder mich irgendeiner Sünde anklagt, dann antwortet der Herr: „Es ist zu spät! Ich habe mich bereits in sie verliebt. Es ist zu spät! Ich habe sie bereits mit meiner Natur der Gnade geschmückt und gekrönt. Zu spät! Sie sind bereits freigesprochen. Sie sind durch mein Blut gereinigt worden und haben mein Leben angezogen.“

Das sollte dich in deinem Herzen bewegen. Es sollte dich beeindrucken. Es sollte dich in Erstaunen versetzen und dich überwältigen. O, die unvorstellbare Tiefe der Liebe Christi. Welch erstaunliche Liebe. Welch makellose Liebe. Welch unerschütterliche Liebe. Welch unwiderrufliche Liebe. Das ist die Liebe, mit der Gott dich liebt.

Nimm diese Liebe an und lass sie zu ihm zurückkehren.

Am Ende wird Jesus Christus alle Menschen dazu bringen, dass sie mit unaussprechlicher Freude die Knie vor ihm beugen und seine Herrschaft anerkennen (Röm. 14,10-11; Phil. 2,10). Aber es gibt nur eine Person im ganzen Universum, die Christus jemals dazu gebracht hat seine Knie vor ihr zu beugen. Es ist seine strahlende Braut. Denn er hat ihr einen Heiratsantrag gemacht.

Darum freue dich und jauchze, denn du wurdest durch Gnaden dazu auserkoren ein Teil seiner viel geliebten Ehefrau zu sein.

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