Eine Betrachtung von Römer 11

Römer 11 ist ein oft missverstandenes Kapitel. Es ist eines der schwierigen Kapitel in der Bibel, weil es zu lehren scheint, dass Gott eine besondere Zuneigung zu dem Volk der Juden empfindet und deshalb besondere Anstrengungen unternimmt sie als Volk wieder zu sich zurückzuführen. Viele sind zu der Auffassung gelangt, dass Gott das Volk der Juden mehr liebt als alle anderen und dass er mehr für sie tun wird als für irgend eine andere Gruppe von Menschen auf Erden. Einige gehen sogar noch einen Schritt weiter und behaupten, dass das Halten des Gesetzes Mose fest mit dem Gottesdienst der Juden verwoben sei und, wenn sie sich wieder Christus zuwenden, das Halten des Gesetzes erneut zu einem zentralen Merkmal ihrer Anbetung werden wird.

Wenn wir glauben, dass Gott fair mit der Menschheit umgeht, dann wird es uns Probleme bereiten diesen obigen Standpunkt zu akzeptieren. Und es wird noch schwieriger, wenn wir erkennen, dass das Gesetzessystem nicht mehr zur Anbetung und zum Gottesdienst des Volkes Gottes gehört. In diesem Artikel möchten wir einige Schlüsselverse in Römer Kap. 11 ein wenig näher beleuchten, um ein ausgewogenes Verständnis von den Aussagen des Apostels Paulus zu bekommen.

Die Wurzel ist heilig

Wir erhalten ein gutes Grundverständnis von Römer 11, wenn wir erkennen, wen die Wurzel darstellt, von der in folgenden Versen die Rede ist:

Ist aber das Erstlingsbrot heilig, dann ist auch der Teig heilig; und wenn die Wurzel heilig ist, dann sind auch die Zweige heilig. Wenn aber einige von den Zweigen ausgebrochen sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst, unter sie eingepfropft wurdest und an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums Anteil hast, (Röm. 11,16-17)

Hier werden die Juden als Zweige dargestellt, aber was ist die Wurzel, aus der sie herausgewachsen sind? Ist es das Gesetz? Manche legen viel Betonung auf diese Passage und behaupten, sie deute darauf hin, dass diejenigen, die eingepfropft werden, auch in das Halten der Religion und der Gesetze, die Israel regierten, eingepfropft werden müssten. Dies ist jedoch ganz und gar nicht die Bedeutung dieser Passage. Die Wurzel muss vielmehr dasselbe Fundament darstellen, in welche auch die Heiden eingepfropft worden sind. Dieses Fundament ist Abraham und nicht das Gesetz. Er ist die Quelle, aus der der Same gesprossen ist. Er ist der Anfang des auserwählten Volkes Gottes.

Nun sind aber die Verheißungen Abraham und seinem Nachkommen zugesagt. Er spricht nicht von den Nachkommen, als von vielen, sondern von einem: »und deinem Nachkommen«, der ist Christus. (Gal. 3,16)

Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, dann würde es nicht mehr durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. (Gal. 3,18)

Die natürlichen Zweige sind die Nachkommen Abrahams aus Fleisch und Blut (Natur). Einige von diesen wurden abgebrochen und vom Erbe Abrahams abgetrennt, nicht weil sie das Gesetz verwarfen, sondern weil sie nicht an Christus glaubten. Es ging um Christus nicht das Gesetz.

Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich! (Röm. 11,20)

Christus, nicht das Gesetz

Die Heiden wurden nicht aufgrund der Beobachtung des Gesetzes eingepfropft, sondern durch den Glauben an Christus. Das Wort von Johannes dem Täufer erfüllte sich in ihrer Erfahrung:

Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. (Mt. 3,9)

Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben. (Gal. 3,29)

Wie auch viele Christen heute, waren die Juden damals verwirrt darüber, was sie zu Gottes Volk machte. Da die Beobachtung des Gesetzes sie von den anderen Völkern unterschied, begannen sie zu glauben, dass sie aufgrund ihres Gesetzehaltens in Gottes Augen etwas besonderes waren (Gott sei denen gnädig, die heute demselben Trugschluss anheimfallen). Das Gesetz war für Gott jedoch nie die Grundlage, auf der er sein wahres Volk gründete bzw. annahm. Die Bibel lehrt uns deutlich, dass das Gesetzessystem lediglich eine Notlösung darstellte, welche das Volk regierte und lehrte, bis sie die Wirklichkeit des verheißenen Segens in Christus empfangen konnten.

Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. (Gal. 3,19)

Das Wort “bis” verdeutlicht, dass das Zeitalter des Gesetzes zeitlich begrenzt war. Es sollte lediglich bis zum Kommen des Nachkommens (Christus) währen. Es wurde deshalb ganz recht nur wegen der Übertretungen “hinzugefügt”. Wahre Erlösung durch den Glauben an die Verheißungen Gottes war bereits 430 Jahre vor der Gesetzesgabe festgelegt. Diese Tatsache war stets Zeuge dafür, dass das Gesetzessystem nie eine notwendige Rolle bei der Erlösung gespielt hat.

Ich meine aber dies: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben worden ist, sodass die Verheißung zunichte würde. (Gal. 3,17)

Das Gesetz war eine Notlösung, die das Volk bis zur Ankunft des verheißenen Nachkommens schulen (unterrichten) sollte. Das Gesetz hatte ein Ziel, einen Zweck und ein Ende. Als dieses Ziel erreicht war, hatte das Gesetz seinen Zweck erfüllt, und seine Regierung war nun überflüssig.

Denn Christus ist des Gesetzes Ende (das Ziel), zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. (Röm. 10,4)

Die Juden sind nicht verworfen

Interessant ist, dass Paulus in Römer 11 sagt, dass Gott sein Volk nicht verworfen hat, und etwas weiter sagt er, dass Gott es doch verworfen hat.

So frage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat… (Röm. 11,1-2)

Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten? (Röm. 11,15)

Das sieht wie ein Widerspruch aus, bis wir begreifen, dass Paulus Israel hier aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Zuerst sagt er, dass Gott Israel nicht verworfen hat, und beweist dies damit, dass er auch ein Israelit ist. Es ist offensichtlich, was er damit meint: Da Gott ihn nicht verworfen hat, obwohl er ein Jude ist, hat Gott Israel deshalb auch nicht verworfen. Dann macht er es noch klarer, indem er sagt:

So geht es auch jetzt zu dieser Zeit, dass einige übrig geblieben sind nach der Wahl der Gnade. (Röm. 11,5)

Wir sehen also, wenn Paulus sagt, dass Gott sein Volk nicht verworfen hat, dann meint er nicht Israel als Nation, sondern diejenigen aus den Juden, die Christen geworden sind. Er meint die Juden, die an Christus glauben. Er sagt mit anderen Worten: “Gott hat nicht alle Israeliten nach dem Fleisch verworfen, weil einige von uns immer noch Gottes Volk (Christen) sind. Die Theorie, dass alle Juden verworfen seien, ist damit widerlegt.”

Aber später erklärt er, dass die Verwerfung der Juden die Versöhnung der Welt zufolge hatte. Er deutet an, dass die Juden doch verworfen worden sind. Widerspricht er sich? Natürlich nicht. Jetzt spricht er von Israel als Volk und als ein Erlösungssystem, das der Welt einst angeboten wurde. Jesus lehrte, dass der Welt die Erlösung durch das jüdische System angeboten wurde, als er sagte:

Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. (Joh. 4,22)

Bis zu jenem Zeitpunkt war es immer noch die Wahrheit, weil das jüdische System noch nicht verworfen war. Aber später sagte Jesus:

Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. (Mt. 21,43)

Da Paulus bereits gesagt hat, dass nicht alle Juden verworfen sind, müssen wir es so verstehen, dass sich diese Verwerfung nicht auf die individuellen Menschen bezieht, sondern auf das Erlösungssystem, das mit den Juden in Verbindung stand. Dieses Erlösungssystem war das System des Gesetzes. Das ist es, was verworfen wurde, als die Juden als Volk verworfen wurden.

Israels Fall segnet die Welt

Paulus sagt, dass der Fall bzw. die Verwerfung der Juden die Versöhnung der Welt zufolge hatte.

Wenn aber schon ihr Fall Reichtum für die Welt ist und ihr Schade Reichtum für die Heiden, wie viel mehr wird es Reichtum sein, wenn ihre Zahl voll wird. (Röm. 11,12)

Wenn wir diesen Vers oberflächlich betrachten, scheint er wenig Sinn zu ergeben. Warum muss zuerst eine Gruppe von Menschen fallen, damit eine andere aufgerichtet werden kann? Wenn wir darin nur eine Gruppe gegen eine andere sehen, dann ergibt es keinen Sinn. Aber wovon spricht Paulus hier? Wenn wir das, was er hier schreibt, mit dem vergleichen, was er in Eph. 2,12-15 schreibt, dann wird uns die Bedeutung plötzlich kar. Etwas trennte die Juden von den Heiden und schuf einen Stolperstein für die Heiden, der sie vom ganzen Erlösungsvorgang abtrennte.

Darum denkt daran, dass ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind, (12) dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. (13) Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi. (14) Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes (15) hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache (Eph. 2,11-15)

Wenn Menschen durch das Gesetz mit Gott versöhnt worden wären, dann wären nur die Juden mit Gott versöhnt worden, weil sie das Volk des Gesetzes waren. Das Gesetz war “der Zaun, der dazwischen war”, der für die Heiden ein Stolperstein war (Eph. 2,12-15). Solange die Annahme bei Gott auf der Grundlage der Beobachtung des Gesetzes geschah (Beschneidung, Festehalten usw.), waren die Heiden ausgeschlossen. Als das Gesetzessystem abgeschafft wurde, war es deshalb das jüdische System, das verworfen wurde, nicht die individuellen Menschen, sondern das gesamte System, durch das sie Erlösung suchten. Das öffnete den Weg für die Annahme der Heiden, weil sie ja nicht mehr auf der Grundlage des Gesetzes zu Gott kommen mussten (was den Juden Identität verlieh und ausschließlich ihnen gehörte), sondern durch den Glauben, der kein Eigentum irgend eines Volkes ist, sondern für jeden individuellen Menschen und alle Völker frei erhältlich ist.

Es geht nur um den Glauben

Beachte, dass das Halten des Gesetzes weder bei der Verwerfung der Juden noch bei der Einpfropfung der Heiden irgend eine Rolle gespielt hat. Das Wort Gottes äußert sich dazu sehr sehr klar:

Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich! (Röm. 11,20)

Es war ausschließlich eine Glaubensangelegenheit. Das Zeugnis der Bibel zeigt eindeutig, dass die verworfenen Juden, deshalb verworfen wurden, weil sie sich selbst betrogen hatten, was die Grundlage ihrer Annahme bei Gott betraf. Sie dachten, dass das Gesetz Gottes Wohlwollen und Annahme für sie sicherte, während es in Wirklichkeit nichts dergleichen tat. Es war ja lediglich als Lehrwerkzeug (Zuchtmeister) gedacht, der sie zu Christus führen sollte. Weil sie sich aber völlig auf das Gesetz verließen, verwarfen sie Christus, die wahre Grundlage für ihre Errettung.

Israel aber strebt nach dem Gesetz der Gerechtigkeit und hat das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht. Warum das? Weil sie es nicht aus dem Glauben suchen, sondern als komme es aus den Werken des Gesetzes. Denn sie haben sich am Stein des Anstoßes gestoßen, (Röm. 9,31-32)

Da es gänzlich eine Frage des Glaubens war, kann die Annahme der Juden auch in der Endzeit nicht anders geschehen als ausschließlich auf der Grundlage des Glaubens. Es kann keine Frage von Dispensationalismus (die Lehre, dass die Heilsgeschichte als Abfolge verschiedener „Haushaltungen“ [Dispensationen] oder Zeitalter verstanden werden müsse) sein, wie es einige darstellen möchten, als ob Gott sagen würde: “O.K. ich werde die Menschen nicht mehr durch das Gesetz erretten, aber nur für eine kurze Zeit, um den Heiden eine Chance zu geben. Wenn ich mit den Heiden abgeschlossen habe, werde ich die Menschen wieder durch die Juden und ihr Gesetzessystem erretten.” Das ist unmöglich.

Wieder eingepfropft durch den Glauben

Auf welcher Grundlage werden die Juden demnach wieder in den Erlösungsplan Gottes eingepfropft werden?

Jene aber, wenn sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen. (Röm. 11,23)

Beachte dieses Wort “wenn”. Wenn sie Glauben haben! Wenn sie nicht im Unglauben bleiben! Aber das ist doch schon immer der Erlösungsweg gewesen. Deshalb bleibt Paulus vollkommen konsequent in seiner Lehre. Die Juden haben also nichts anderes, außer dem, was von Anfang an und in jedem Zeitalter sowohl für die Juden als auch für die Heiden bereits vorhanden war, auch wenn Gott diese Tatsache eine Zeit lang in der Form von Symbolen und Schatten veranschaulicht hat.

Gott hat Israel demnach als Gruppe, als Nation verworfen, weil sie an ein bestimmtes System geknüpft war, aber er nimmt sie wieder an, als individuelle Menschen, nicht mehr als Gruppe, weil Gruppen zwar einem System folgen können, aber nur individuelle Menschen Glauben haben können.

Das Gesetz der Konsequenz

Ein entscheidender Punkt muss aber immer noch geklärt werden. Paulus sagt:

Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. (Röm. 11,28)

Hier scheint er anzudeuten, dass die Juden um Abrahams, Isaaks und Jakobs willen von Gott besonders geliebt sind. Daraus hat man geschlussfolgert, dass Gott auf besondere Art und Weise wirken wird, um die Juden zu retten – d.h. er wird weitaus mehr für sie tun, als er für andere jemals getan hat oder tun wird. Doch das ist nicht wahr. Gott liebt kein Volk mehr als ein anderes. Die Beziehung eines Menschen zu Gott hängt davon ab, wie er Christus annimmt. Seine Beobachtung von Ritualen, Gesetzen oder Zeremonien lobt ihn vor Gott nicht im geringsten. Auch die genetische Verbindung eines Menschen mit einem anderen beeinflusst Gottes Gefühle und seine Liebe zu ihm kein bisschen. Gott hat erklärt, dass die Sünde eines Vaters seinem Sohn nicht zugerechnet wird, und genauso hat er auch verkündet, dass kein Mensch durch seine Gerechtgkeit einen anderen Menschen retten kann.

Aber es gibt im Universum ein Gesetz der Konsequenz, und sehr oft drückt Gott das Ergebnis dieses Gesetzes auf eine Art und Weise aus, dass es so aussieht, als wäre er dafür verantwortlich. In Wirklichkeit aber ist dieses Ergebnis nur die Konsequenz bestimmter Taten, die jemand vor vielen Jahren, manchmal sogar Jahrhunderten oder Jahrtausenden getan hat. Wir finden dieses Prinzip überall in der Bibel.

Wo Gott z. B. sagt, dass er das Herz des Pharao verhärtet hat, da weiß jeder vernünftige Mensch, dass es der Pharao selbst war, der sein Herz verhärtete und Gott es lediglich zuließ.

Wenn Gott sagt, dass er die Übertretungen der Väter bis in die dritte und vierte Generation heimsucht an denen, die ihn hassen (2.Mose 20,5), verstehen wir auch, dass Gott Kinder nicht für die Sünden ihrer Eltern bestraft. Das ist lediglich die Art und Weise, wie er das Gesetz der Konsequenz ausdrückt. Ein Kind erntet die Konsequenz der Taten seiner Eltern, obwohl es an ihren Taten nie aktiv teilgenommen hat.

Dasselbe ist auch auf der positiven Seite wahr. Gott sagt, dass er seine Gnade an unseren Kindern und Kindeskindern erweist. Das bedeutet nicht, dass Gott einige über andere bevorzugt oder Günstlingswirtschaft betreibt. Vielmehr werden die Gebete eines gottesfürchtigen Menschen erhört, wenn er für seine Famile betet. Hinzu kommt, dass sein Leben der Hingabe zu Gott eine Atmosphäre des Segens um seine Kinder verströmt, die sich auf viele nachfolgende Generationen auswirkt. Das ist der Grund dafür, warum die Juden, als leibliche Nachkommen Abrahams, sich in der Endzeit in Scharen zur Wahrheit bekehren werden – aber nicht weil Gott sie eines Tages auf besondere Art und Weise behandeln wird, sondern weil der Zuchtmeister verbunden mit den guten Prinzipien, die ihnen ihr Stammvater Abraham eingeprägt hat, nach über dreitausend Jahren endlich Frucht tragen wird. Viele werden sich dann vom Gesetz zu Christus wenden.

Klar ist, dass nur ein sehr fehlgeleiteter Christ glauben kann, dass er dadurch ein besserer Christ wird, wenn er die jüdische Form der Anbetung annimmt (genau das, was ihn einst daran gehindert hat, Christus annehmen zu können).

~ von David Clayton