Es gibt ein fundamentales Problem im Verständnis vieler Christen, wenn es um die Funktion des Gesetzes geht. Ich selbst konnte es lange Zeit nicht verstehen. Aber seitdem ich die Botschaft  “Christus und seine Gerechtigkeit” besser verstehe und erkannt habe, was es wirklich bedeutet ein Christ zu sein, kann ich mehr denn je sehen, dass ein klares Verständnis über das Gesetz eine Notwendigkeit ist.

Hier ist eine vereinfachte Erklärung der Funktion des Gesetzes in drei Punkten:

1Vor dem Sündenfall war kein Gesetz notwendig. Niemand musste durch irgend ein Gesetz gezwungen werden gut zu sein (1.Tim. 1,9). Das Leben Gottes im Menschen brachte ganz natürlich die guten Früchte des Geistes Gottes hervor (Gal. 5,22-23).

2Dann kam Sünde auf. Der Mensch begann seinen eigenen Willen zu tun. Gottes Geist respektierte den freien Willen des Menschen und trennte sich von ihm. Da Gott allein gut ist (Mk. 10,18) wurden durch diese Trennung die Natur, die Gedanken und die Taten des Menschen augenblicklich finster und böse. Gott startete sofort seinen Plan zur Rettung des Menschen. Er wollte die Menschheit in seinem Sohn wieder mit seinem göttlichen Geist vereinen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er seinen Sohn zur Erde senden würde um Göttlichkeit mit Menschlichkeit zu vereinen, musste jedoch eine Notlösung her. Die durch und durch böse Natur des Menschen musste im Zaum gehalten werden, um den Schaden, den die Trennung von Gott bewirkt hatte, so gering wie möglich zu halten. Gott musste die Menschheit davon abhalten seinen Erlösungsplan zu vereiteln. Er schritt zunächst nur im Extremfall ein um das Schlimmste zu verhindern, wann immer die Bosheit des Menschen überhand nahm (z.B. Turmbau zu Babel, Sintflut). Als er jedoch Israel aus Ägypten befreite und es symbolisch zu seinem Volk machte, führte er das Gesetz ein, um Israel zu regieren und zu kontrollieren. Dieses Gesetz der zehn Gebote sollte nicht die Natur des Menschen verändern oder ihm Leben geben, denn das war unmöglich (Gal. 3,21). Es sollte vielmehr nur sein äußerliches Verhalten kontrollieren und ihn mit Gewalt dazu zwingen die Früchte seiner fleischlichen Natur zu unterdrücken. Durch dieses System äußerlicher Kontrolle schuf Gott einen Zuchtmeister, der bis zum Kommen des Erlösers währen sollte (Gal. 3,24). Er sollte das Volk Israel schüzten, leiten, regieren und kontrollieren, bis der verheißene Erlöser, der Sohn Gottes, kommen würde, um die Menschheit wieder mit dem Geist Gottes zu vereinen (Kol. 2,9-10).

3Jesus hat Göttlichkeit und Menschlichkeit vereint. Durch den Glauben empfängt der Mensch Gottes Leben als ein freies Geschenk durch die Neugeburt. Die Natur und der Charakter Gottes werden zur Natur und dem Charakter des Menschen und seine fleischliche Gesinnung wird durch die geistliche Gesinnung Christi ersetzt. Er muss nun nicht mehr durch äußerliche Gewalt per Gesetz dazu gezwungen werden sich so zu verhalten, wie Gott (Röm. 7,6). Gott lebt wieder ganz natürlich im Menschen durch den Geist Christi (Röm. 8,9).

Was lernen wir daraus? Wir lernen, dass Rechtsgesetze, wie die zehn Gebote, nur das Äußere des Menschen kontrollieren, aber nicht seine Natur verändern können. Gesetze dieser Art dienen nur einem Zweck: Sie zwingen den Menschen sich so zu benehmen, wie er sich von Natur aus nicht benehmen würde! Gesetz zwingt mit Gewalt (Androhung von Strafe bei Übertretung), weil ansonsten etwas nicht geschieht, was von Natur aus geschehen sollte.

Wikipedia, die Enzyklopädie im Internet, schreibt über “Gesetz” folgendes:

Ein Gesetz ist eine Sammlung von allgemein verbindlichen Rechtsnormen, die von staatlichen Organen geltend gemacht (erzwungen) werden um das Verhalten zu kontrollieren. (http://en.wikipedia.org/wiki/Law)

Anders gesagt: Wo ein bestimmtes richtiges Verhalten nicht natürlich geschieht, muss sie durch Gewalt erzwungen werden. Damit ein bestimmtes Verhalten entsteht, welches im Inneren des Menschen nicht natürlich produziert wird, muss eine künstliche Gewalt von Außen angewandt werden um das erforderliche Verhalten zu erzwingen.

Wenn sich also jemand nicht richtig verhält in einem Umfeld, wo dies Konflikte erzeugt, dann muss er per Gesetz äußerlich dazu gezwungen werden, dass er sich fügt.

Mit diesem Verständnis können wir klar erkennen, warum eine Beziehung auf der Grundlage von Gesetz eine schreckliche Sache ist. Wenn es etwas gibt, was Gott hasst, dann ist es eine Beziehung zum Menschen auf der Grundlage des Gesetzes.

Stell dir eine Beziehung zwischen Mann und Frau vor, die auf Gesetz basiert. Wenn sie in ihrer Ehe Gesetze brauchen um ihr Zusammenleben zu regeln, dann kann man davon ausgehen, dass sie einander nicht lieben. Würden sie einander lieben, würden sie ganz natürlich liebevoll, verständnisvoll und fürsorglich miteinander umgehen, ohne, dass sie von Außen gurch Gesetz dazu gezwungen werden müssten. Wenn der Ehemann per Gesetz dazu gezwungen werden muss, dass er nicht anderen Frauen hinterherläuft, dann ist seine Liebe für seine Ehefrau mit Sichehrheit sehr begrenzt. Wenn die Frau per Gesetz dazu gezwungen werden muss ihren Ehemann liebevoll zu behandeln, dann deshalb, weil sie es von Natur aus nicht tut.

Wie sieht es im Lichte all dessen mit unserer Beziehung zu Gott aus? Ist es eine wünschenswerte Beziehung, wenn uns Gott per Gesetz durch äußerliche Gewalt dazu zwingen muss, dass wir uns so verhalten, wie er, weil wir es sonst von Natur aus nicht tun würden? Ist es wünschenswert, dass wir uns in einem Zustand befinden, wo unser Herz sich derart von dem Herzen Gottes unterscheidet, dass er uns durch Androhung von Strafe zwingen muss, uns seinem Willen der äußerlichen Form nach zu fügen?

Warum wollen dann so viele Christen unter dem Gesetz sein? Warum wünschen sie sich eine Beziehung zum wundervollsten Wesen im ganzen Universum auf der Grundlage eines Systems, das sie durch Befehle kontrolliert und mit Gewalt nötigt sich nach einer Liste von Regeln zu richten?

Komm, lieber Christ, hör auf dich unter dem Gesetz abzumühen. Komm zu dem Sohn Gottes, Jesus Christus, und erkenne, dass er dich frei gemacht hat vom Gesetz. Er hat dich von einem System befreit, wo du gezwungen werden musstest dich richtig zu benehmen, weil du es von Natur aus weder tun wolltest noch tun konntest.

Nimm stattdessen Gottes Leben in Christus an. Er hat es dir aus seiner überschwenglichen Gnade heraus frei geschenkt, damit du nicht mehr per Gesetz gezwungen werden musst äußerlich richtig zu handeln, sondern stattdessen Gott selbst in Christus ganz natürlich sein vollkommenes, gutes, liebevolles, siegreiches, göttliches Leben in dir auslebt.

Nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden und ihm abgestorben, das uns gefangen hielt, sodass wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. (Röm. 7,6)