„Du aber, für wen hältst du mich?“, ist die Frage, die jedem Menschen zu jeder Generation gestellt wird und jede Generation muss sie für sich selbst beantworten. Die historischen christlichen Glaubensbekenntnisse sind ein Ausdruck dessen, dass diese Frage Jesu von jedem individuellen Menschen eine Antwort verlangt. Da Jesus das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende aller Dinge ist, ist es ausschlaggebend für wen wir ihn tatsächlich halten, weil es alles beeinflusst, was wir glauben.

Ich erkenne, dass jede echte Erweckung und Wiederherstellung in der Geschichte der Gemeinde Jesu mit der Wiederentdeckung irgendeines Aspektes der Person Jesu Christi zu tun gehabt hat, während man versucht hat diese wichtige Frage zu beantworten. Um genauer zu sein, hat es bei jeder Erweckung in der Geschichte der christlichen Gemeinde drei Merkmale gegeben:

  1. Die Wiederentdeckung des „lebendigen Wortes“ oder der Bibel und ihrer Autorität;
  2. Die Wiederentdeckung des lebendigen Christus und seiner absoluten Vormachtstellung;
  3. Die Wiederentdeckung des heiligen Geistes, seiner Gaben und seiner Kraft, um Christus im Kontext der jeweiligen Kultur zu offenbaren.

Gott ist bekannt dafür, Menschen ernst zu nehmen, die sein Wort ernst nehmen. Jesus selbst hat gesagt, dass er alle Menschen zu sich ziehen wird, wenn er erhöht wird (Joh. 12,32). Doch weil wir nicht glauben, dass Jesus tun wird, wie er gesagt hat und dass er der ist, für den er sich ausgibt oder noch nie seine unendliche Herrlichkeit erblickt haben, sitzen wir am Zeichenbrett und denken uns Programme und Methoden oder klügeln Strategien aus, durch die wir hoffen, Menschen zu Christus bringen zu können. Aber Jesus hätte sich nicht klarer ausdrücken können: der eingeborene Sohn Gottes selbst zieht die Menschen zu sich. Unsere Aufgabe besteht lediglich darin, ihn auf eine Art und Weise zu erhöhen, wie es die Menschen unserer Zeit und Kultur verstehen und wertschätzen können. Wann immer dies geschieht, kommt der Rest ganz von allein ins Rollen.

Unglücklicherweise lautet die Frage heute nicht mehr nur: „Du aber, für wen hältst du mich?“ Es gibt leider eine ganze Reihe von Fragen, die heute auf dieselbe Stufe erhoben werden: „Zu welcher Gemeinschaft gehörst du?“, oder: „Bist du ein ausgebildeter Prediger?“, oder: „Welche Gabe besitzt du?“

Doch Jesus stellte Petrus nur eine einzige Frage. Und das ist die alles entscheidende Frage, die er auch uns heute stellt. Diese Frage ist nicht:

  • Weißt du, wie man eine Gemeinde gründet?
  • Wie viele Menschen hast du bereits zu mir geführt?
  • Kannst du schon in Zungen reden?
  • Gibst du dein Bestes, damit Gott mit dir zufrieden sein kann?

Nein! Die Frage Jesu lautet einfach nur: „Liebst du mich?“

Leider können wir ihn aber nicht richtig lieben, wenn wir noch nicht erkannt haben, wie unglaublich herrlich er ist. Wenn wir jedoch erst einen Blick von Jesus Christus in all seiner Herrlichkeit erhascht haben, werden wir liebend gern unsere verstaubten, religiösen Ritualien und unser aufgesetztes christliches Benehmen gegen die Freude eintauschen, eine wandelnde und atmende Offenbarung Jesu zu sein.

Zusammenhängende Artikel:

Teil 1: „Du aber, für wen hältst du mich?“
Teil 2: Jesus-Defizit-Syndrom
Teil 4: Gottes Herz offenbart