Züchtigung zahlt sich ausSeitdem ich ein Christ bin beschäftigt mich auch das Thema der christlichen bzw. biblischen Erziehung von Kindern. Dies hat unter anderem auch persönliche Gründe, nicht zuletzt weil ich heute selber Vater bin.

Ich selbst hatte eine sehr glückliche Kindheit. Ich wurde von meinen Eltern nur sehr selten geschlagen, weil ich eher der brave und gehorsame Typ von Kind war. Dies habe ich größtenteils meiner lieben Mutter zu verdanken, die mich stets mit ihrer Liebe überschüttete, wofür ich sie von ganzem Herzen zurückliebte. Später als Jugendlicher und dann als Erwachsener kam meine sündige Natur immer mehr zum Vorschein und ich begann, meiner Mutter des öfteren große Kopfschmerzen zu bereiten. Mir selbst gefiel diese Veränderung von Gehorsam zu Ungehorsam gar nicht. Einerseits offenbarte sie mir meine sündige Natur und andererseits wirkten sich die daraus resultierenden Konsequenzen auch auf andere Menschen um mich herum aus. Dadurch kamen Fragen in mir auf, warum ich diese negative Veränderung durchmachte, und erst als ich ein Christ wurde, begann ich Antworten darauf zu finden.

In meinem Dienst im Werk des Herrn bin ich oft um Rat in Sachen Erziehung gebeten worden, was mich immer wieder veranlasst hat, im Wort Gottes danach zu forschen und den Herrn im Gebet um Klarheit zu bitten. Obwohl ich in dieser Hinsicht noch sehr viel zu lernen habe, kann ich sagen, dass mir das Evangelium klare Prinzipien verständlich gemacht hat, die sich in meiner praktischen Erfahrung mit Kindern als richtig bestätigt haben.

Meiner Beobachtung nach existiert unter Christen ein recht starkes Defizit, wenn es um biblische Kindererziehung geht. Dabei trägt gerade die elterliche Erziehung für Kinder entscheidend dazu bei, ob sie sich später unter die liebevolle Herrschaft Jesu stellen werden oder nicht. Grund genug für mich anzufangen, über dieses Thema zu schreiben. Ich habe zu diesem Zweck auf meinem Blog eine neue Kategorie mit Namen „Erziehung in Christus“ erstellt. Hier möchte ich in Zukunft hilfreiche Artikel für Eltern und Kinder schreiben. Damit komme ich auch gleich zu meinem Thema: „Züchtigung zahlt sich aus“.

In Hebräer Kap. 12 lesen wir, dass sich natürlich niemand darüber freut, wenn er gestraft wird, denn Strafe tut weh. Aber später bringt sie Früchte hervor. Und obwohl nur wenige die Unannehmlichkeit und das Leid genießen, die mit der Züchtigung einhergehen, sagen fast alle, die auf jene harten Zeiten zurückblicken, dass die daraus entstandenen Früchte die Mühe wert waren.

Es ist das Leid und das Geächze deiner Kinder wert, wenn du ihnen verbietest, den neuen Kinofilm zu sehen, den sich alle anderen Kinder aus der Schule ansehen. Es ist die Beschwerden wert, wenn du die Zeit, die sie am Telefon oder im Internet verbringen, begrenzt. Und es ist das Schmollen deiner Kleinen wert, wenn du ihnen nicht erlaubst, im Haus Lärm zu machen oder ihre Spielsachen durch die Gegend zu werfen. Zu wissen, wie man unerschütterlich „Nein“ sagt, mag bedeuten, dass sie dich dafür eine kurze Zeit lang hassen, aber sie werden dich dafür ein Leben lang lieben. Und du wirst die Freude haben zu sehen, wie deine Kinder die Früchte des Friedens und der Gerechtigkeit erfahren.

Hör auf, ein Kumpel für deine Kinder sein zu wollen. Du bist der Einzige auf der Welt, dessen erste Verantwortung darin liegt, deinem Kind zu geben, was es braucht und nicht, was es will. Manchmal bedeutet das, dass du es für die Missachtung der Regeln züchtigen musst. Danach kann es sein, dass du dich mit Tränen in den Augen im Schlafzimmer einsperren und deinem Ehegatten dein Herz ausschütten musst, wie streng du wieder zu den Kindern sein musstest. Vielleicht solltest du dich von Zeit zu Zeit selbst überprüfen, um bei der Züchtigung nicht über das Ziel hinauszuschießen und dich dabei von deinem Ehegatten wieder einrenken zu lassen, wenn du aus dem Gleichgewicht gerätst. Du musst jedoch auf die eine oder andere Weise die Werte und biblischen Prinzipien geltend machen, die Gott in seinem Wort dargelegt und in dein Herz hineingelegt hat. Du musst dir unerschütterlich vornehmen, dein Kind auf ein siegreiches christliches Leben vorzubereiten. Du magst für eine kurze Zeit unbeliebt sein, aber du wirst gut schlafen können, weil du weißt, dass du dein Kind vor einem Leben voller zerstörerischer Angewohnheiten bewahrst.

Eine der traurigsten Geschichten in der Bibel ist die Geschichte eines Vaters, der seinen Kindern alles erlaubt hat. Eli, der Priester, liebte seine Söhne Hofni und Pinhas und wies sie für ihre Unbesonnenheit nur sehr sanft zurecht. Er wusste genau, dass sie den Menschen ihre Opfer, die sie Gott darbringen wollten, stahlen, um ihren Bauch damit zu füllen und die jungen Frauen verführten, die zum Anbeten nach Silo kamen. Trotzdem tat er nichts weiter dagegen, als sie mit sanfter Stimme zu bitten damit aufzuhören. Er züchtigte sie jedoch in keinster Weise für ihre Vergehen.

Wenn du die ersten Kapitel von 1.Samuel gelesen hast, dann weißt du, welche Konsequenzen dies nach sich zog. Gott schwor, Elis Familie für immer auszurotten. Eines schrecklichen Tages wurden die Israeliten im Kampf von den Philistern geschlagen, sie nahmen ihnen die Bundeslade Gottes weg, und Hofni und Pinhas wurden getötet. Als Eli die Nachricht davon erhielt, fiel er rückwärts vom Stuhl, brach sich das Genick und starb. Es war eine der furchtbarsten Zeiten für Israel und das nur, weil ein alter Priester seine Söhne nicht züchtigen wollte.

Ich habe diese Geschichte immer als sehr ernüchternd empfunden. So sehr ich es will, dass mich meine Kinder mögen und so sehr ich Konflikte in unserem Zuhause hasse, rüttelt mich diese Geschichte stets wach und gibt mir das nötige Rückgrat dafür, das Richtige zu tun, anstatt die Bequemlichkeit zu wählen. Ich bin davon überzeugt, dass Eli seine Söhne lieb hatte, aber darum geht es gar nicht. Das Problem bestand vielmehr darin, dass er seine Liebe nie umsetzte, um seine Söhne zu züchtigen, was zur Folge hatte, dass sie nie Gehorsam lernten – weder gegenüber ihrem Vater noch gegenüber Gott, was nur eine natürliche Konsequenz war. Und die Konsequenzen waren tragisch. Elis falsche Toleranz und Nachlässigkeit zerstörte nicht nur seine ganze Familie, sondern verwundete eine ganze Nation.

Mythos über Kindererziehung: Deine Kinder fühlen sich am sichersten, wenn sie wissen, dass du ihr Kumpel bist.
Wirklichkeit über Kindererziehung: Deine Kinder fühlen sich am sichersten, wenn sie wissen, dass du angemessene Grenzen für sie gezogen hast und keine Angst hast, diese durchzusetzen.

Du hast für deine Kinder höhere Ziele gesteckt, nicht wahr? Du willst, dass sie heranwachsen und Christus als ihren Herrn annehmen, damit sie seine Früchte der Gerechtigkeit und nicht die eigenen Früchte ihres Fleisches hervorbringen. Du willst, dass sie seinen bleibenden Frieden erfahren. Deshalb ist es unumgänglich, dass du es lernst „Nein“ zu sagen. Lass deine Kinder von Zeit zu Zeit ruhig wütend auf dich sein. Richte dein Augenmerk auf ihr ewiges Wohl und nicht auf ihre vorübergehende Bequemlichkeit. Effektive Erziehung erfordert stets effektive Züchtigung.

Bestimmt fragst du dich, wie diese Züchtigung aussehen soll. Es ging mir auch nicht anders. Wie erkennst du, ob du zu hart mit ihnen umgehst, oder eben nicht hart genug? Woher weißt du, wann du dein Kind zu seinem eigenen Wohl züchtigst und wann aus deinem eigenen Frust heraus? Der Unterschied zwischen Züchtigung und Bestrafung mag für dich hauchdünn sein, aber aus Gottes Perspektive ist er riesengroß. In den kommenden Artikeln werden wir auf Gottes Perspektive näher eingehen.