Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? (Röm. 2,4)

Dieser Vers beinhaltet den Schlüssel zum siegreichen Christenleben. Er sagt mit anderen Worten, dass Buße ganz natürlich geschieht, wenn wir Gottes Güte erblicken. Wahre Buße (Umkehr) ist nicht das Resultat religiöser Ritualien oder menschlicher Anstrengungen, sondern die Reaktion auf die Offenbarwerdung der Güte Gottes. Aber wie können wir Gottes Güte erkennen? Es gibt ein Wesen im Universum, in dem sich die Güte Gottes in ihrer Vollkommenheit offenbart: Jesus Christus. Wenn wir Gottes Güte sehen wollen, müssen wir ins Angesicht von Jesus Christus blicken. Genau das drückt Paulus in 2.Korinther 4,6 aus, indem er sagt, dass sich die „Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi“ offenbart.

Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt, dass Jesus „der Abglanz seiner [Gottes] Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens“ ist (Hebr. 1,3). Der eingeborene Sohn spiegelt den Vater so vollkommen wieder, dass er von sich sagte: „Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Joh. 14,9). Gott hat sein Herz genommen und es in der Brust seines Sohnes zur Erde gesandt. Wer in das Angesicht Jesu schaut, erblickt den Gott des Universums, den Vater der Herrlichkeit.

Was ist also der Schlüssel zum siegreichen Christenleben? Es ist Christus, nicht mehr und nicht weniger. In ihm sind verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis (Kol. 2,3). Deshalb schrieb Paulus den Gläubigen in Korinth:

Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn! (1.Kor. 1,30-31)

Es ist nicht Gottes Plan, uns etwas außerhalb von Jesus, seinem Sohn, zu geben. Beachte, Jesus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. Er gibt uns diese Eigenschaften nicht getrennt von Jesus. Jesus selbst ist unsere Gerechtigkeit; er ist unsere Heiligung usw. Kurz gesagt: Jesus ist Gottes Antwort auf alle Probleme des Menschen.

Aus diesem Grund hoffe ich, deine Aufmerksamkeit durch die kommenden Artikel noch völliger auf Jesus Christus zu fixieren. Ich hoffe ihn dir so lebhaft vor deine geistigen Augen zu stellen, dass du nicht anders kannst als dich unsterblich in ihn zu verlieben, ihm zu Füßen zu fallen und dich ihm völlig hinzugeben – nicht aus Schuld- oder Pflichtgefühl, auch nicht aus Angst, sondern weil du von Jesus, der bedeutendsten Person, die diese Welt je gekannt hat, einen Blick erhascht hast und er dein Herz erobert hat. Aus solch einer Liebe fließt alles andere ganz automatisch hervor.

Im Gegensatz dazu sympathisiere ich nicht mit dem billigen, fröhlich-geistlichen „Jesus-Gerede“, das sich heutzutage oft in religiöse Gespräche hineinschleicht. Es gibt viele Wege, auf denen man den Namen Jesu missbrauchen kann und einer davon ist, wenn man sich auf seinen Namen beruft, ohne ihn wirklich zu kennen. Sein Name ist nicht eine Art Amulett oder Zauberspruch oder religiöses Motto.

Die Gemeinde Jesu sucht heute so sehr nach funktionierenden Mitteln, Methoden und Strategien, dass sie die Einfachheit des Evangeliums völlig aus den Augen verloren hat. Wenn wir Satan fragen könnten, was auf seiner Liste an erster Stelle steht, würde er in etwa so antworten: „Jesus ist der Notausgang aus meiner Welt. Ich muss alles dransetzen, die Augen der Menschen von ihm wegzunehmen. Dabei ist es egal, worauf sie blicken, solange sie nicht auf Jesus schauen, denn dann habe ich sie verloren.“

Die heutige Gemeinde muss zu ihrer vergessenen ersten Liebe zurückfinden: Jesus. Die wohlmöglich präziseste Kurzfassung des christlichen Glaubensbekenntnisses in der Bibel findet sich im ersten Johannesbrief:

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. (1.Joh. 4,16)

Diese Liebe ist nicht in Form eines abstrakten Prinzips zu uns gekommen, sondern als eine lebendige Person – als der Sohn Gottes höchstpersönlich. Deshalb schlussfolgert Johannes etwas weiter:

Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. (1.Joh. 4,19)

Doch wie sollen wir unser Leben als Nachfolger Christi führen? Die Antwort darauf liegt zwischen diesen beiden Versen:

denn wie er [Jesus] ist, so sind auch wir in dieser Welt. (1.Joh. 4,17)

Die Bibel verspricht uns nicht nur, dass wir bei der Wiederkunft Jesu „ewiges Leben“ haben werden; es bietet uns auch hier und jetzt die Gabe des Lebens an, das Christus selbst durch uns lebt. Hat uns der beliebte Vers Joh. 3,16 und seine Betonung auf „ewiges Leben“ in der Zukunft so sehr geblendet, dass wir nicht mehr erkennen können, was uns die Bibel über das Leben hier und jetzt sagt?

Du und ich, wir sollen in dieser Welt lebendige Briefe sein; Städte auf Bergen; Salz und Licht. Das ist der Grund dafür, warum ich diese Serie von Artikeln schreibe. Im Hinblick auf Jesus, dem König aller Könige und Herrn aller Herren, ist das, was ich schreibe, wie ein Tropfen auf eine heißen Stein in der Hitze der Sahara. Doch ich hoffe und bete trotzdem, dass es dir einen solchen Blick auf den irdischen, verherrlichten und innewohnenden Jesus gewährt, dass er dich dazu bewegen wird, auf seine Liebe zu antworten, die er so gnädig und reichlich über dir ausgegossen hat und du dadurch für dein Umfeld ein lebendiger Brief Jesu sein wirst.

Zusammenhängende Artikel:

Teil 1: „Du aber, für wen hältst du mich?“
Teil 2: Jesus-Defizit-Syndrom
Teil 3: Die wichtigste Frage