Die Wurzel des Ungehorsams

by Erwin Zoor
Die Wurzel des Ungehorsams

“Adam war Gott ungehorsam und musste dafür die Konsequenzen tragen. Jesus hat uns eine zweite Chance gegeben – vermassel sie diesmal nicht. Gott verlangt vollkommenen Gehorsam. Der Teufel tut alles um dich in Ungehorsam zu stürzen, weil er weiß, dass der ‘Zorn Gottes über die Ungehorsamen kommt.’ Also tu, was er dir sagt und gehorche.”

So ungefähr klingt eine Standardpredigt über Gehorsam. Hast du es auch schon einmal so gehört?

Wenn ja, dann wunderst du dich vielleicht: “Wie passt denn die Liebe Gottes da hinein?” Ein Prediger der Unsicherheit hat bereits eine Antwort parat:

“Höre die Worte Jesu: ‘Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten’ (Joh. 14,15). Gott zu lieben, bedeutet seine Gebote zu halten. Wir müssen Gott fürchten und ihm gehorchen.”

Schluck! Das klingt beängstigend. Das hört sich so an, als würde Gottes Liebe von meinem vollkommenen Gehorsam abhängen, und wenn ich ehrlich sein soll, bin ich nicht vollkommen gehorsam. Bedeutet es, dass Gott mich nicht annimmt? Bedeutet es gar, dass ich gar nicht gerettet bin?

Bingo.

Nun hat dich der Prediger der Unsicherheit dort, wo er dich haben will. Zitternd und in Todesangst bist du nun bereit jede Liste von Regeln zu schlucken, die er dir auferlegt. Mit feueriger Rethorik und zurechtgehackten Bibelstellen peitscht er dich zu einem seelischen Weinkrampf, bis du verzweifelt Gott Versprechungen machst: “Herr, ich werde alles tun, was die Bibel sagt.”

Und was dann? Nun, wenn dein Fleisch stark ist, dann kürt man dich bald zur christlichen Erfolgsgeschichte des Monats. Ist dein Feisch jedoch schwach, dann landest du in den Stricken von Schuld und Verdammung. Doch so oder so, pack deine Sachen, denn du begibst dich auf den Wanderweg des Fleisches.

So sieht das Leben eines in Unsicherheit lebenden Gläubigen aus.

Falsche Diagnose, falsche Behandlungsmethode

Jetzt, wo du meine kleine Beschwerde gelesen hast, magst du vielleicht denken, dass ich gegen Gehorsam sei. Das stimmt nicht! Ich bin nicht gegen Gehorsam, sondern gegen ein vom Fleisch angetriebenes Christsein, wonach “Gehorsam” in den meisten Fällen auch stinkt.

Adam Eva EdenUm zum Herzstück dieser Gehorsamsfrage zu gelangen, müssen wir zum Anfang zurückgehen – zum Garten Eden. Um die richtige Antwort zu erhalten, müssen wir die richtige Frage stellen: Wodurch fiel Adam eigentlich?

Viele Jahre lang lautete meine Antwort auf diese Frage: “Adam war ungehorsam.” Das scheint einfach genug zu sein, nicht wahr? Gott sagte Adam, er soll nicht von dem Baum essen; er aß trotzdem. Ende der Geschichte.

Nur, dass es nicht das Ende der Geschichte ist. Es ist noch nicht einmal die richtige Geschichte. Adams Ungehorsam war nämlich gar nicht das Problem, sondern vielmehr nur ein Symptom eines viel tieferen Problems, nämlich, dass er Gott nicht vertraute. Indem er die verbotene Frucht aß, erklärte Adam Gott für einen völlig unvertrauenswürdigen Lügner. Durch seine Tat sagte er: “Gott, ich bin ohne dich viel besser dran.” Ein schwerwiegender Fehler.

Auf Misstrauen folgt Ungehorsam

Adam lebte wie wir in einer Welt der Unsicherheit. Wie wir hatte auch er Fragen, auf die er keine Antworten fand. Hier sind Adams Fragen:

  • “Warum hat Gott mir verboten von diesem einen Baum zu essen?”
  • “Was ist dieser Tod, der laut Gott über mich kommt, wenn ich davon esse?”

Adam tappte im Dunkeln – und das war der springende Punkt. Gott hatte es bewusst so eingerichtet, weil er wollte, dass Adam und Eva ihm vertrauten. Indem Gott Unsicherheit in ihre Welt hineinbrachte, lud er sie zu einer Beziehung der Abhängigkeit von ihm ein. Hätten sie ihm vertraut, dann hätten sie gelebt und hätten sogar überschwengliches Leben genossen, doch sie entschieden sich Gott zu misstrauen und ernteten so die schrecklichen Konsequenzen ihrer Entscheidung.

Viele meinen Gott hätte Adam von sich gewiesen im Garten, aber es ist genau andersherum. Adam wies Gott von sich. Indem er Gottes Worte des Lebens verwarf, trennte er sich selbst von der Quelle des Lebens und beging dadurch Selbstmord. Und das ist die wahre Geschichte der Menschheit.

Der Zweck des Lebens

Das Leben ist eine abgekartete Sache, und es ist von Anfang an so gewesen. Es ist eine Einladung das Angebot eines Gottes anzunehmen, der uns liebt und sich danach sehnt sein Leben mit uns zu teilen. Denk einmal darüber nach. Das Leben ist viel komplexer als wir begreifen oder bewältigen könnten. Wir können uns anstrengen wie wir wollen, wir sind einfach nicht dafür entworfen mit alledem fertig zu werden, was das Leben uns entgegenwirft. Vielmehr sind wir so entworfen, dass wir in unserem Leben von einem guten Gott abhängig sind, der verheißen hat uns alles zu geben, was wir zum Leben brauchen, gemäß des herrlichen Reichtums in Christus Jesus (Phil. 4,19).

Das Geheimnis des Lebens ist nicht “gehorche oder sterbe”, sondern “vertraue oder stirb bei dem Versuch” (siehe Joh. 5,24; 11,25, wenn du es in der Bibel nachlesen möchtest).

Letztendlich geht es nicht darum, ob du Gott gehorchst, sondern ob du ihm vertraust. Denn es ist unmöglich Gott zu vertrauen und ihm nicht zu gehorchen. Aber es gibt genug Menschen, die denken, sie würden Gott gehorchen, die ihm jedoch nicht vertrauen.

Die zwei Gesichter des Unglaubens

Ich werde im nächsten Artikel mehr über Gehorsam sprechen, aber ich möchte hier mit einer Veranschaulichung des Misstrauens abschließen. Wie schaut es aus, wenn man Gott misstraut? Das Misstrauen hat zwei Aspekte:

  1. Es ist, wenn Adam das Gegenteil davon tut, was Gott ihm geboten hat.
  2. Es ist, wenn Israel am Berg Sinai sagt: “Gott, sag uns einfach, was wir tun sollen und wir werden es tun” (siehe 2.Mose 19,8).

Lass dich von Israels Verlangen Gott zu gehorchen nicht täuschen, denn es ist der Weg des Fleisches, mehr nicht. Hätten sie Gott wirklich vertraut, dann hätten sie nicht nach Gesetzen gefragt. Sie hätten gesagt: “Gott, gedenke an deinen Bund mit unserem Vater Abraham und segne uns.” Stattdessen sagten sie im Grunde: “Gott, wir vertrauen deiner Verheißung an Abraham nicht! Sag uns wie wir uns selbst segnen können.” Und Gott gab ihnen, was sie wollten – einge ganze Menge Gebote zur “Selbstsegnung”.

Auch heute gibt es Leute, die – wie die Israeliten – nach Schlüsseln, Prinzipien, Richtlinien und Strategien suchen. Sie suchen im Grunde nach allem außer Gott selbst. Sie geben ihr Bestes um allen Regeln in der Bibel zu gehorchen, aber die traurige Tatsache ist, dass sie Gott nicht vertrauen. Sie vertrauen nur sich selbst, indem sie denken:

  • ich werde in Sicherheit sein, WENN ich die Gebote halte
  • ich werde angenommen, gerecht und gut genug sein, WENN ich die Gebote halte
  • Gott wird mich segnen, WENN ich die Gebote halte
  • Gott wird mit mir zufrieden sein, WENN ich die Gebote halte

Es ist so als wäre Jesus nie gekommen! Als wären wir noch immer unter dem alten Bund des Gesetzehaltens. Wenn du mit der biblischen Geschichte vertraut bist, dann weißt du, dass Gesetzehalten das Rezept für Katastrophen ist. Siehst du es denn nicht? Die Israeliten konnten das Gesetz nicht halten und du wirst es auch nicht können. Niemand kann das ganze Gesetz halten außer Gott selbst.

Es geht nicht um Gesetze

Beim Leben geht es nicht um Gesetz sondern um Beziehung. Dies ist so offensichtlich und selbsterklärend, dass Menschen sich schwertun es zu glauben.

  • “Paul, willst du damit sagen, dass Gott nicht an meinem Gehorsam interessiert sei?” Doch, schon, aber wahrscheinlich aus einem ganz anderen Grund, als du denkst (siehe in meinem nächsten Artikel).
  • “Willst du sagen, dass Gott mich nicht aufgrund meines Gehorsams richtet?” So ist es! Wenn du in Christus bist, dann bist du aufgrund des Gehorsams Christi bereits als gerecht, heilig und gut gerichtet. Das ist ja eben die gute Nachricht!
  • “Willst du sagen, dass wir die Gebote des Neuen Testaments nicht halten brauchen?” Die Tatsache, dass du diese Frage stellst, offenbart mir, dass du dir über den Zweck des Lebens immer noch nicht im Klaren bist. Geh noch einmal zurück an den Anfang und lies diesen Artikel noch einmal.

Hier ist die Pointe:

Ein Prediger des alten Bundes benutzt Zuckerbrot und Peitsche um dich zu motivieren und zum Gehorsam zu bringen. Wenn du dieser Art von Predigt Beachtung schenkst, wirst du zu einem zweifelnden, unsicheren und misstrauischen Gläubigen mit einem Lebensstil, der einer Achterbahnfahrt gleicht (auf und ab). Dein Wandel mit Gott wird eine groteske Karikatur wahren Christseins, und du wirst eine schlechte Werbung für das Evangelium sein.

Ein Prediger des neuen Bundes hingegen wird stets versuchen dir Gottes bedingungslose Liebe zu offenbaren und dich dann von diesem sicheren, felsenfesten Fundament aus ermutigen und inspirieren zuversichtlich als Kind Gottes zu leben. Wenn du das tust, wirst du dich dabei ertappen, dass du Gott mühelos gehorsam bist, und du wirst eine beeindruckende Werbung für das Evangelium sein!

Im 2. Teil werde ich noch tiefer in dieses Thema eintauchen, und wir werden einen frischen Blick auf die Gebote Jesu werfen.

Paul Ellis, ehemaliger Pastor und Universitätsprofessor, ist der Autor des Buches “Das Evangelium in zehn Wörtern”. Er schreibt regelmäßig über die gute Nachricht der erstaunlichen Gnade Gottes auf EscapeToReality.org (englisch). Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Auckland, Neuseeland.

Müssen Christen Feste halten?

by Erwin Zoor
Müssen Christen Feste halten?

Unser Glaube sollte nicht auf den Praktiken anderer gründen. Egal wie lange andere Menschen bereits eine bestimmte Praktik ausüben, es sollte unseren Glauben nicht beeinflussen. Das Fundament unseres Glaubens sollte das Wort Gottes und insbesondere  die Lehren von Christus und seinen Aposteln sein. Selbst wenn alle Apostel und die ersten Christen die Feste gehalten hätten, sollte dies in keinster Weise eine Autorität für uns darstellen. Unsere Autorität sind die Lehren des Wortes Gottes.

Klar ist, dass viele der Apostel Dinge taten und glaubten, die wir heute nicht mehr tun oder glauben sollten. Ein auffallendes Beispiel dafür ist das Vorurteil, das viele von ihnen gegenüber Heiden hegten. Gott wies sie diesbezüglich zurecht, doch selbst nachdem sie erkannten, dass Gott keine rassistischen Vorurteile hat, hegten einige trotzdem weiterhin tief in ihren Herzen solche Vorurteile. Diese Tatsache kommt im Verhalten des Petrus in Antiochia deutlich zum Vorschein, wofür ihn Paulus zurechtweisen musste.

Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn es war Grund zur Klage gegen ihn. Denn bevor einige von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus dem Judentum fürchtete. (Gal. 2,11-12)

Beachte, dass Petrus zu diesem unchristlichen Verhalten bewegt wurde, weil er einige sah, die “von Jakobus kamen”. Offensichtlich war Jakobus einer derer, die immer noch meinten, dass die jüdischen Vorurteile gegenüber Heiden aufrechterhalten werden müssten und Juden nicht mit Heiden zusammen essen sollten. Petrus hatte überhaupt kein Problem damit mit ihnen zu essen, bis diese Boten von Jakobus kamen. Als er sie sah, sprang er auf und tat als ob er nicht mit den Heiden gegessen hätte. Auch andere folgten seinem Beispiel einschließlich Barnabas.

Für uns dürfte es aber ziemlich klar sein, dass wir diesem Beispiel nicht folgen sollten. Wäre aber Paulus nicht dort gewesen um Petrus zurechtzuweisen und ihm klarzumachen, wie er sich richtig verhalten hätte, dann würden wir heute immer noch Christen finden, die diesem Beispiel des Petrus nachfolgen würden.

Das Wort Gottes ist letztendlich unsere einzig gültige Autorität. Obwohl das Beispiel der Apostel oft hilfreich ist, finden wir darin nicht immer Sicherheit, wenn wir es für uns als Autorität betrachten.

Wo liegt das Problem?

Meiner bescheidenen Meinung nach existiert diese Debatte über die Feste nur deshalb, weil es kein klares Verständnis darüber gibt, welchen Zweck Gott im Sinn hatte als er das Gesetz gab und was eigentlich der Unterschied zwischen den zwei Bündnissen ist. Ich glaube, dass wir uns zuerst mit diesen zwei Punkten auseinandersetzen sollten, denn wenn wir sie erst einmal klar verstanden haben, dann wird sich alles andere automatisch zusammenfügen. Mir ist immer wieder aufgefallen während ich auf meinen Reisen von Ort zu Ort das Evangelium gepredigt habe, dass die größte Schwierigkeit darin liegt, dass diese beiden Fragen nicht richtig verstanden werden. Als Resultat dessen bin ich oft beschuldigt worden das Gesetz anzugreifen.

Es ist für mich unmissverständlich klar, dass die Bibel das Gesetz als ein Regierungssystem darstellt, das Gott aufgestellt hatte um Israel bis zum Kommen Christi zu regieren. Gottes vollkommene Regierung ist jedoch kein Gesetzessystem, sondern etwas viel Besseres und Effektiveres. Eine Regierung kann versuchen durch Auferlegung von strikten Vorschriften beim Volk richtiges Verhalten zu bewirken. Dieses System funktioniert jedoch nicht sehr gut, wie wir es in der Geschichte Israels und jedes anderen Systems weltlicher Regierung sehen können. Selbst wenn der Ungehorsam mit einem solch schrecklichen Tod bestraft wird wie der Steinigung, kann es dennoch keine Gerechtigkeit hervorbringen, wie man es an den Israeliten immer wieder demonstriert sehen kann.

Wäre es einer Regierung hingegen möglich den Menschen eine neue Gesinnung einzupflanzen – sagen wir eine Regierung könnte die Natur eines jeden Bürgers verändern, sodass alle das Gute und Richtige lieben und alles Schlechte und Falsche hassen würden – dann gäbe es keinen Grund für Gesetze und Strafen. Man bräuchte kein Gesetz, das den Menschen befiehl: “keinen Müll in die Gegend werfen”, “nicht stehlen”, “nicht töten”, “Gott lieben” usw. All das würde ganz natürlich und ohne Gewalt, Drohung oder Gesetz geschehen! Aber natürlich existiert solch eine Regierung nich, richtig? Falsch! Es gibt solch eine Regierung!

Es gibt einen König, der das Herz der Menschen verändern kann! Es gibt eine Regierung, die uns eine neue Gesinnung einpflanzen kann! Es ist die Regierung, wo Christus im Inneren der Menschen lebt und ihnen buchstäblich die Gesinnung Gottes gibt. Er erfüllt sie mit den Früchten des Geistes, den Früchten der Gerechtigkeit, und er tut es nicht durch das Gesetz, sondern durch den heiligen Geist! Das ist die Regierung des Neuen Bundes, die Regierung des Reiches Gottes. Deshalb gibt es keinen Bedarf mehr für die Regierung des Gesetzes.

Das Gesetz hat seinen Zweck erfüllt, indem es die Israeliten im Zaum hielt, sie als Volk bewahrte und sie über das kommende Königreich Christi lehrte. Doch als Christus kam wurde das Regierungssystem des Gesetzes abgeschafft. Gott regiert sein Volk nicht mehr auf diese Art und Weise. Das Gesetz hat seinen Zweck erfüllt, es ist abgelaufen und muss nun Platz machen für eine viel bessere Regierung.

Das grosse Missverständnis

Viele der jüdischen Christen verstanden dies nicht richtig. Der Apostel Paulus wurde von Gott speziell dazu auserwählt um diese Wahrheit zu erklären. Aus diesem Grund fanden die jüdischen Christen, dass Paulus schwer zu verstehen war. Doch das Problem war nicht Paulus, sondern vielmehr ihre Vorurteile und Missverständnisse, eben das ganze Paket ihrer alten Vorstellungen, die sie aus dem Judaismus mitgebracht hatten und nicht ablegen konnten. Das ist der Grund dafür, warum sie Paulus überallhin folgten und versuchten die Christen aus den Heiden zu überzeugen sich beschneiden zu lassen und das Gesetz Mose zu halten. Wenn wir uns die Aufzeichnung in Apostelgeschichte Kapitel 15 anschauen, sehen wir, dass es die “bekehrten” Pharisäer waren, die am lautstärksten darauf bestanden, dass das Evangelium mit dem Gesetz verheiratet werden sollte und dies den Heidenchristen aufzwingen wollten. Dieselbe Klasse von Menschen, die Christus den größten Widerstand boten, fuhren nun angeblich “bekehrt” fort der Reinheit des Evangeliums zu widerstehen.

Da traten einige von der Partei der Pharisäer auf, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten.  (Apg. 15,5)

Wir sehen heute dasselbe Missverständnis und denselben Versuch das Evangelium mit dem Gesetz zu verheiraten. Viele greifen sich bestimmte Teile des Gesetzes heraus und sagen: “Wir müssen diese immer noch halten!” Dann nehmen sie andere Teile und sagen: “Diese sind nicht länger notwendig!” Das zeigt ein fehlendes Verständnis vom Gesetz und seinem Zweck. Die Wahrheit ist, dass das System des Gesetzes als Ganzes steht oder fällt. Entweder sind wir immer noch verpflichtet das ganze Gesetz zu halten oder wir sind frei vom ganzen Gesetz. Das versuchte auch Paulus den Galatern zu erklären:

Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. (Gal. 5,2-3)

Paulus sagt, wenn ein Mensch ein Teil des Gesetzes tut (Beschneidung), dann ist er dazu verpflichtet das ganze Gesetz zu tun – jeden Teil davon, alle 613 Vorschriften! Der Grund dafür ist, dass das Gesetz als Ganzes existierte. Es ging um alles oder nichts. Als Jesus kam, verwarf Gott das Regierungssystem des Gesetzes und setzte eine größere und vollkommenere Regierung ein  – die Regierung des Geistes  -, durch die er heute sein Volk regiert.

Die vier Teile des Gesetzes

Das Gesetz war in vier grundlegende Bereiche aufgeteilt. Wir finden dies in 2. und 3. Mose zwar nicht klar aufgeführt, doch wenn wir sorgfältig lesen, können wir diese Aufteilung leicht erkennen.

  1. Erstens gab es die moralischen oder sittlichen Gebote. Diese sind heute durch die Gesinnung Christi in den Herzen der Gläubigen ersetzt. Die Natur Christi ist an die Stelle der Anweisungen getreten, die auf Papier oder Stein geschrieben waren.
  2. Das Gesetz enthielt auch Gesundheitsregelungen. Sie waren gesundheitlicher und nicht religiöser Natur. Diese Prinzipien sind nach wie vor wahr, aber sie sind nicht moralischer bzw. sittlicher Natur, weshalb ihre Anwendungsweise von Umständen abhängt. Diese Regelungen regieren uns nicht mehr aber ihre Prinzipien sind hilfreich.
  3. Das Gesetz enthielt auch Opfer und Gaben. Diese fanden ein Ende als Christus, das wahre und einzige Opfer, das Gott akzeptiert, dargebracht wurde. Dieser Teil des Gesetzes hat aufgehört.
  4. Das Gesetz enthielt auch Schatten und Symbole, wie die Feste, die Beschneidung usw. Diese waren Lehrwerkzeuge und Lehrbücher für die Israeliten, die ihnen den Erlösungsplan erklärten. Da diese ein Teil des Gesetzessystems waren, mussten die Israeliten an ihrem Unterricht teilnehmen und die damit verbundenen Ereignisse Jahr für Jahr immer wieder durchleben. Als das neue System kam, beinhaltete ihre Religion nicht mehr das Durchspielen von schattenhaften und symbolischen Ereignissen. Da sie nun die wahre Religion in Christus empfangen haben, nehmen sie nun stattdessen an der Wirklichkeit dessen teil, was die Symbole lediglich bildlich darstellten. Sie spielen nicht mehr mit Symbolen, sondern erleben die Realität.

Paulus sagt über diese Dienste des Gesetzes:

Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit: Es werden da Gaben und Opfer dargebracht, die nicht im Gewissen vollkommen machen können den, der den Gottesdienst ausrichtet. Dies sind nur äußerliche Satzungen über Speise und Trank und verschiedene Waschungen, die bis zu der Zeit einer besseren Ordnung auferlegt sind. (Hebr. 9,9-10)

So ist jeder Teil des Gesetzes durch die große Wirklichkeit, Jesus Christus, ersetzt worden. Wir haben es nicht mehr mit jenen Elementen der Welt zu tun, die lediglich Symbole und Veranschaulichungen der Wirklichkeit waren. Unsere Religion hat nun ausschließlich mit Dingen zu tun, die Wirklichkeiten sind und keine Veranschaulichungen.

Entweder, oder?

Ich merke wie viele von uns glauben, das es darum geht entweder die heidnischen Feste oder die biblischen Feste zu halten. Sie scheinen so zu argumentieren: “Wir müssen schließlich irgend ein Fest halten und wenn wir nicht die biblischen halten, dann bleiben uns nur noch die heidnischen.” Das ist eine irrige Schlussfolgerung. Dies mag zwar einige dazu führen das Festehalten anzunehmen, aber solches Argumentieren ist irreführend und völlig daneben. In Wirklichkeit sind BEIDE Arten von Festen nutzlos! Ostern, Weihnachten usw. sind heidnisch und Christen sollten sich nicht an den damit verbundenen Festen beteiligen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns deshalb wie vorprogrammiert automatisch zu den Festen des Gesetzes wenden müssten. Es geht nicht um eins gegen das andere, weil beide gleichermaßen nutzlos sind. Beide Arten von Festen lenken die Aufmerksamkeit auf eine gesetzliche, ritualistische Religion und verschleiern die Schönheit des Evangeliums der freien Gnade in Christus.

Die römisch-katholische Kirche hat aus der Zeit Israels und des Gesetzes die Vorstellung einer besonderen Priesterklasse in ihre Lehren und Praktiken übertragen und ihr viele Aspekte des Heidentums hinzugefügt. Die Tatsache, dass die katholische Kirche eine heidnische Fälschung angefertigt hat ist jedoch kein Argument dafür, dass wir nun zum jüdischen Priestertum zurückkehren müssten! Beide sind falsch. Das jüdische, weil es abgeschafft und mit der Priesterschaft aller Gläubigen ersetzt worden ist, und das heidnische weil es heidnisch ist.

Was war Paulus‘ „Pfahl im Fleisch“?

by Erwin Zoor
Paulus Pfahl im Fleisch

Mir ist gegeben ein Pfahl ins Fleisch… (2.Kor. 12,7)

Seit vielen Generationen stellen Bibelkommentatoren unzählige Theorien darüber auf, was dieser Pfahl im Fleisch des Paulus war. Die Liste der beliebtesten unter ihnen reicht von verschiedenen Krankheiten (Malaria, Epilepsie, Augenkrankheit Ophtalmie) über quälende Schuldgefühle für die Verfolgung der Gemeinde bis hin zur sexuellen Abhängigkeit, die Paulus nie überwinden konnte.

Ich habe diese Theorien nie für überzeugend oder zufriedenstellend gehalten.

Wenn wir den Text so nehmen, wie er dasteht und ihn mit anderen Texten vergleichen, die eine ähnliche Sprache besitzen und dann einen Schritt zurücktreten, um einen frischen Blick auf die Aufzeichnungen des Neuen Testaments in ihrer chronologischen Abfolge zu werfen, bietet sich uns ein völlig neues Bild, das ich persönlich überzeugend finde.

Sehen wir uns den Text sorgfältig an:

Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.

Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. (2.Kor. 12,7-10)

Paulus identifiziert den Pfahl in seinem Fleisch klar und deutlich. Er war ein Engel (Bote) Satans, der den Auftrag hatte Paulus zu quälen.

Als Paulus den Herrn bittet den Pfahl zu entfernen, antwortet der Heiland: “meine Kraft ist in den Schwachen mächtig” (V. 9).

Der Apostel sagt gleich danach, dass er sich deshalb am allerliebsten seiner Schwachheit rühmt, damit die Kraft Christi in ihm wohne (V. 9).

Was einem auffällt, ist, dass Paulus in Kap. 11 (unmittelbar bevor er den Pfahl in seinem Fleisch erwähnt) die ganze Zeit von seiner “Schwachheit” schreibt. In diesem Kapitel gibt Paulus eine beeindruckende Liste von Bedrängnissen und Gefahren, die er um des Evangeliums willen erduldet hat.

Am Ende der Liste bezeichnet er diese Bedrängnisse als “Schwachheit” (siehe 11,30). Das ist dasselbe griechische Wort, das auch in 12,5 und 12,9-10 mit “Schwachheit” wiedergegeben wird.

Hinzu kommt, dass Paulus sein Argument in Kap. 11 beginnt, indem er von “falschen Aposteln” und “betrügerischen Arbeitern” spricht, die sich als Apostel Christi verstellen. Weiter sagt er, dass selbst Satan sich als ein Engel des Lichts verstellt (11,14).

Das griechische Wort für Engel (angelos) bedeutet Bote. Das ist das Wort, das Paulus sowohl in 11,14 als auch in 12,7 gebraucht und als “Pfahl” bezeichnet.

“Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken.” (2.Kor. 11,13-15)

Paulus sagt uns, dass diese “falschen Apostel” Diener Satans sind. Sie sind Boten des Teufels, die seine Befehle ausführen. Sie verkleiden sich als Boten des Lichts, genauso wie Satan. Sie beschäftigen sich mit Verleumdung, Unterstellung, Falschdarstellung und Rufmord (siehe 12,10; Paulus nennt es “böse Gerüchte” in 2.Kor. 6,8). Sie bringen auch Verfolgungen über die Gläubigen.

Gleich nachdem Paulus von dem Pfahl in seinem Fleisch spricht, bringt er erneut die falschen Apostel auf und sagt:

“Ich bin ein Narr geworden! Dazu habt ihr mich gezwungen. Denn ich sollte von euch gelobt werden, da ich doch nicht weniger bin als die Überapostel, obwohl ich nichts bin.” (2.Kor. 12,11)

Konsequenterweise, wenn wir Kap. 11 und 12 mit dem Verständnis lesen, dass Paulus uns darin seine Schwachheit erläutert, in welcher er sich rühmt, dann können wir einen viel besseren Sinn darin erkennen, was er mit dem Pfahl in seinem Fleisch eigentlich meint.

Im Alten Testament werden die Ausdrücke “Pfahl im Fleisch”, “Dorn im Auge” oder “Stachel in der Seite” als Metapher verwendet für einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen, die Gottes Volk verfolgt:

“Wenn ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euch her vertreibt, so werden euch die, die ihr übrig lasst, zu Dornen in euren Augen werden und zu Stacheln in euren Seiten und werden euch bedrängen in dem Lande, in dem ihr wohnt.” (4.Mose 33,55; siehe auch Josua 23,13 und Richter 2,3)

In diesem Zusammenhang werden Gottes Feinde “Dornen” und “Stacheln” in der Seite (im Fleisch) Israels genannt, die sie bedrängen oder quälen. Diese “Dornen” waren Menschen, die von Gottes Feind aufgestachelt und benutzt wurden.

Wenn wir das Neue Testament  auf eine erzählerische Art und Weise lesen und seine chronologische Abfolge beachten, dann erkennen wir, wie überall, wo Paulus eine Gemeinde gründete, eine Gruppe von Verleumdern auftauchte und sein Werk bekämpfte, indem sie in den Augen der Christen, denen er diente, seine apostolische Vollmacht in Verruf zu bringen suchte.

Im Galaterbrief macht Paulus die Andeutung, dass diese Gruppe von Verleumdern von einer bestimmten Person angeführt wurde.

Die Gruppe: “obwohl es doch kein andres gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren.” (Gal. 1,7) “Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!” (Gal. 5,12)

Ihr Anführer: “Ich habe das Vertrauen zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle.” (Gal. 5,10)

Zum Schluss seines Briefes schreibt Paulus etwas interessantes:

“Hinfort mache mir niemand weiter Mühe; denn ich trage die Malzeichen Jesu an meinem Leibe.“ (Gal. 6,17)

Man kann förmich ein Gebet hinter diesen Worten erkennen, in dem Paulus den Herrn bittet diese ihn plagende Person aus der Gemeinde zu entfernen.

Wenn wir all das zusammensetzen, dann ergibt sich ein interesstantes Bild.

Der Pfahl im Fleisch von Paulus scheint ein Mann zu sein (von Satan angestiftet), der damit besessen war Paulus und sein Werk zu verleumden und in den Schmutz zu ziehen. Dieser Mann folgte Paulus auf seinen Reisen, angefangen von Süd-Galatien (Apg. 14) und versuchte das Werk des Paulus zu zerstören.

Dieser “Engel”, “Bote” bzw. “Diener” Satans stand im Bunde mit einer Gruppe von Leuten, die ihm nachfolgten (Gal. 1,7; 5,12). Sie folgten Paulus in seinen Fußstapfen zu den Gemeinden in Galatien, wahrscheinlich Thessalonich und danach Korinth (er könnte der Anführer der “Überapostel” sein, die Paulus in 2.Kor. 11 erwähnt).

Dreimal bat Paulus den Herrn diesen Menschen aus seinem Leben zu entfernen. Er war eine Qual, eine Frustration und eine Belästigung für Paulus und seine Arbeit. Doch der Herr antwortete ihm, dass seine Gnade ausreichend sei. Er entfernte den Pfahl nicht, stattdessen sollte Paulus ihn erdulden.

Zum Ende seines Lebens blickte Paulus auf die Verfolgungen zurück, die er in Galatien erlitten hatte und schrieb an Timotheus:

“Du aber bist mir gefolgt in … den Verfolgungen, in den Leiden, die mir widerfahren sind in Antiochia, in Ikonion, in Lystra [Gemeinden in Galatien]. Welche Verfolgungen ertrug ich da! Und aus allen hat mich der Herr erlöst.” (2.Tim. 3,10-11)

Die Verfolgungen und Leiden dauerten trotzdem an, doch sie hielten Paulus nicht davon ab forwärts zu gehen. Durch Gottes Gnade erduldete er sie alle, denn seine Gnade war ausreichend. Obwohl sich dieser Text vielleicht nicht direkt auf den Pfahl des Paulus bezieht bleibt das Prinzip dennoch bestehen.

Beachte, dass diese Männer, die die Gemeinden in Galatien und Korinth mit ihrem “Evangelium” besuchten, scheinbar ebenfalls Hebräer waren aus der Gemeinde in Jerusalem (obwohl sie zweifellos ohne die Zustimmung der Gemeinde handelten und die Versammlung falsch darstellten – siehe 2.Kor. 11,22 und Gal. 1-2). D.h. diese Männer waren anerkannte Christen – dem Namen nach zumindest.

(Übrigens, wenn ein Mensch von Satan angeleitet wird einen Diener Gottes zu belästigen oder anzugreifen, ist er sich über seine Verbindung zur Quelle seines Verhaltens nie bewusst. Stattdessen benutzt er oft eine religiöse Sprache und rechtfertigt seine fleischliche Besessenheit mit religiösen Begründungen.)

Nach meinem Verständnis passt diese Auslegung viel besser zu den Beweisen als die alternativen Theorien. Zudem ist sie von der Erfahrung vieler Diener Gottes bestätigt.

Kurz gesagt, wenn dein Dienst für den Herrn Jesus Christus das berührt, was dem Herrn am meisten am Herzen liegt, dann wirst du früher oder später einen “Pfahl im Fleisch” spüren. Und wehe dem Menschen, der sich so vom Feind Gottes manipulieren lässt.

Doch denk daran: Selbst wenn es in einem Augenblick so aussieht als wäre seine Gnade nicht genug, wenn du später zurückblickst, wirst du erkennen, dass seine Gnade stets ausreichend war.

10 Dinge, die der heilige Geist NICHT tut

by Erwin Zoor

Wir hören oft von vielen “Berufsbezeichnungen” des heiligen Geistes, wenn Christen von dem Werk des Geistes Gottes in und durch uns sprechen oder predigen. Doch das vielseitige Wirken des heiligen Geistes sollte nicht als irgendwelche “Jobs” angesehen werden, die er im Auftrag der Gottheit leistet. Er ist kein “Sozialarbeiter”, der jeden Tag von 8-16 Uhr und wöchentlich 40 Stunden arbeitet und am Sabbat Überstunden leistet. Der heilige Geist ist der Geist Gottes, der zu uns kommt in und durch seinen Sohn Jesus Christus. Wenn wir vom heiligen Geist sprechen, meinen wir effektiv Christus persönlich in seiner geistigen Form. Er selbst ist der heilige Geist, und was er in dir und durch dich tut ist nicht sein “Job”. Der heilige Geist ist nichts anderes als sein Leben. Er ist deshalb ganz einfach nur er selbst und offenbart sich dir und denen um dich herum ganz natürlich.

Da dies nun geklärt ist, komme ich zu meinem eigentlichen Thema. Hier ist eine Liste von 10 Dingen, die er definitiv nicht tut. Wenn dir mehr einfallen, schreib sie auf im Kommentarbereich unter diesem Artikel.

1. Er überführt dich nicht von deiner Sünde.

In Joh. 16,8-9 lesen wir, dass er die Welt von ihrer Sünde überführt, und dass diese Sünde speziell der Unglaube ist. Da du an Jesus glaubst, gibt es keinen Grund dafür dich davon zu überzeugen, dass du nicht an Jesus glaubst. Du bist auch nicht von der Welt (Joh. 15,19), sondern aus Gott geboren und deshalb jemand, der die Welt überwunden hat (1.Joh. 5,4).

2. Er führt nicht Buch über deine Verfehlungen.

Gott schwor bei sich selbst deiner Sünden nie mehr zu gedenken. Das bedeutet, das er sie nicht in hochauflösender Qualität auf eine Blue Ray Disc brennt um sie vor deiner Verwandschaft abzuspielen, wenn ihr zum Perlentor hineingeht.

3. Er trifft keine Entscheidungen für dich.

Jesus zeigt dir seinen Willen und seinen Plan für dich, aber er nimmt dir die Entscheidung nicht ab. Natürlich kannst du ihn um Rat bitten. Ich bin 100%-ig überzeugt, dass sein Rat das Beste für dich ist. Wen soll ich heiraten? Welche Arbeitsstelle soll ich annehmen? Wo soll ich leben? Deine Fragen sind für Jesus sehr wichtig und er nimmt sie ernst, aber er nimmt dir die Entscheidung nicht ab. Es liegt an dir dich zwischen seinem und deinem eigenen Willen zu entscheiden. Bitte ihn darum dir seinen Willen zu offenbaren, gib ihm deinen Willen, vertraue ihm.

4. Bei ihm gibt es kein Kommen und Gehen.

Er ist immer bei dir (Matth. 28,20). Er hat dir bereits versichert, dass er dich nie verlassen und von dir weichen wird (Hebr. 13,5). Du bist eine Beziehung mit ihm eingegangen, hast von seiner Fülle genommen (Joh. 1,16), und er lebt nun in dir (Röm. 8,11), weil in Christus die ganze Fülle der Gottheit wohnt (Kol. 2,9).

5. Er vermehrt oder vergrößert deine Salbung nicht.

Du hast bereits die ultimative Salbung Christi empfangen (1.Joh. 2,27). Was möchtest du mehr? Gibt es in seiner Salbung ein Defizit? Ist die ganze Fülle Christi nicht genug? Der Apostel Paulus sagt, dass du in ihm vollkommen bist (Kol. 2,10)! Lass dir von niemandem etwas anderes einreden.

6. Er wirft deine Hände nicht auf einen kranken Menschen.

Es ist dein Vorrecht für die Kranken zu beten. So hat Gott erwählt seine Liebe zu uns zu zeigen. Jesus möchte durch seinen heiligen Geist seine Liebe auf alle Menschen ausgießen, mit denen du in Berührung kommst. Aber du bestimmst wen du lieben willst und wie sehr. Jesus mag dir durch seinen Geist zwar offenbaren, wer Hilfe braucht (1.Kor. 12,8-10), aber die Entscheidung liegt bei dir, mit wem du seine Liebe teilen willst.

7. Er sagt dir nicht, wie viel Zehnten du geben sollst.

Jesus hat kein Interesse daran dich zu zwingen den Zehnten zu zahlen. Er ist vielmehr daran interessiert dich unter dem Gesetz zu befreien. Du musst selbst in deinem Herzen entscheiden ob und wie viel du geben willst, bevor du anfängst ungern zu geben (2.Kor. 9,7). Wenn du ihn aber fragen willst, sei nicht überrascht, wenn er dir stets dasselbe sagt: “Alles” (Apg. 2,45; Mt. 19,21).

8. Er schreibt nicht die 10 Gebote in dein Herz.

Er ist ein Diener des Lebens, nicht des Todes (2.Kor. 3,6-9). Wenn er die buchstäblichen 10 Gebote in dein Herz schreibt, kann er auch gleich dein Todesurteil unterschreiben. Die Verheißung, dass Gott sein “Gesetz” in unsere Herzen schreiben würde, ist in die Symbolsprache des Aten Testaments verpackt, wobei “Gesetz” symbolisch auf den Geist oder das Leben Gottes im Herzen des Menschen hinweist. Es sind nicht 10 Gebote, die in unseren Herzen leben, sondern der göttliche Sohn Gottes persönlich. Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.

9. Er wirft es dir nicht vor, wenn du versäumt hast Früchte hervorzubringen.

Jesus selbst ist derjenige, der durch seinen Geist die Früchte hervorbringt. Es sind seine Früchte, nicht deine (Gal. 5,22-23). Er kann sie viel besser wachsen lassen als du. Er möchte sie durch dich und mit dir wachsen lassen, während du dich in dem abgeschlossenen Werk Christi ausruhst.

10. Er lehrt dich nicht durch Leid, Schmerz und Krankheit.

Er lehrt uns dem ungöttlichen Wesen abzusagen (Tit. 2,11-12), weist uns mit seinem Wort zurecht (2.Tim. 3,16) und lehrt uns durch seine Salbung (1.Joh. 2,27). Er lehrt nicht durch Krankheit. Wenn du wirklich glaubst, dass er dich durch Krankheit lehrt, ist es dann recht, wenn du den Unterricht schwänzt und zum Arzt gehst?

Richtig verstanden sollten diese 10 Wahrheiten Freude in unseren Herzen entfachen. Es ist beruhigend zu wissen, dass Jesus durch seinen Geist in uns nicht damit Zeit verschwendet uns anzuklagen und uns zu belasten. Im Gegenteil, er ist gekommen und hat Wohnung in uns genommen, damit er ganz praktisch die Lösung aller unserer Probleme ist.

Da wir nun wissen, was der heilige Geist nicht tut, möchten wir uns nächstes Mal damit beschäftigen, was der heilige Geist eigentlich wirklich tut.

Der Zweck des Gesetzes

by Erwin Zoor

Der Zweck eines Gesetzes ist, das Verhalten des Menschen entweder zu beschränken oder zu erzwingen. Ein Gesetz, das sagt: “du sollst nicht”, beschränkt das Verhalten, während: “du sollst” ein bestimmtes Verhalten fordert bzw. erzwingt. Gesetze haben nur mit dem äußeren Verhalten zu tun.

Gott gab viele Gesetze im Laufe der biblischen Geschichte. Nicht alle diese Gesetze hatten denselben Zweck und auch nicht dieselbe Wichtigkeit.

Das erste Gesetz z.B. verbot Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen. Dies war kein ewiges Gesetz. Es war speziell für Adam und Eva gemacht und sein Zweck war nicht sie einfach nur von einem Baum fernzuhalten. Gott brauchte diesen Baum nicht und Adam und Eva brauchten ihn auch nicht. Desweiteren glaube ich nicht, dass der Baum selbst in irgendeiner Weise schlecht war. Gott gab dieses Gesetz um dem Menschen die Möglichkeit zu geben die Sünde zu wählen, wenn er es wollte. Es gab keinen anderen Grund für dieses Gesetz. Satan hatte eine andere Regierungsweise für das Universum vorgeschlagen, und da es nun eine Anternative zu Gottes Regierungweise gab, war es nur fair Adam und Eva die Gelegenheit zu geben sich zwischen diesen Beiden Systemen entscheiden zu können. Gott machte also eine Vorschrift um ihnen diese Wahl zu ermöglichen. Dieses Gesetz währte jedoch nicht länger als der Garten Eden.

Eine andere Art von Gesetz sind die Gesundheitsgesetze. Sie haben nur mit dem Körper des Menschen zu tun und nur für die Zeit, in der er darin wohnt. Desweiteren unterscheidet sich die Anwendungsweise dieses Gesetzes je nach Lebenslage und Lebensraum. Sie haben keinen moralischen Charakter und verändern sich klarerweise, weil sie sich an Zeit und Ort anpassen. Gesundheitsgesetze stellen auch keine ewigen Gesetze dar. Man sollte sie vielmehr als Orientierungshilfen und nicht als unveränderbare Vorschriften ansehen.

Die bürgerlichen Gesetze, die Gott Israel gab, sind eine andere Gruppe von Gesetzen. Sie stellten Regierungsgesetze dar, die ausschließlich für die Israeliten galten, während sie als ein Volk unter ihrer eigenen Volksregierung lebten. Sie galten für kein anderes Volk. Und als Israel als Volk zerschlagen und seine Regierung aufgelöst wurde, waren diese Gesetze selbstverständlich nicht mehr relevant.

Dann gab es noch die vorausschattenden und veraunschaulichenden Gesetze. Sie waren in gewissem Sinne prophetischer Natur. Sie bestanden aus Ritualen und Zeremonien, die auf bestimmte zukünftige Ereignisse in Gottes Erlösungsplan hinwiesen. Diese Gesetze waren ebenfalls nicht ewig. Heute besitzen sie in sich selbst keinen Wert mehr, sind aber dennoch interessant, weil sie uns helfen zu verstehen, was Gott tut und noch zu tun plant. Zu dieser Kategorie gehören auch die Opfergesetze und die Feste. Ihre Bedeutsamkeit liegt in den Ereignissen, auf die sie hinweisen, sie besitzen jedoch keinen Wert in sich selbst.

Es gab auch noch andere Gesetze, aber ich möchte auf die Moralgesetze (Sittengesetze) ein wenig näher eingehen. Sie werden als “moralisch” bezeichnet, weil man allgemein annimmt, dass diese Gesetze damit zu tun haben, was in sich selbst gut ist. Diese Gesetze, oder vielmehr die Prinzipien hinter diesen Gesetzen, sind ewig und werden für alle Ewigkeit bestehen bleiben. Noch einmal: Ich meine die Prinzipien, aber nicht die Details dieser Gesetze, denn es ist offensichtlich, dass einige von ihnen nicht für Engel oder Gott selbst gelten. Zum Beispiel das Gebot, das befiehlt Vater und Mutter zu ehren.

Was war nun der Zweck dieser Gesetze? Warum wurden sie von Gott dem Menschen gegeben? Man könnte sagen, dass Gott sie dem Menschen gab, damit er wissen konnte, wie er sich angemessen benehmen sollte. Darüberhinaus gab es jedoch ein höheres Ziel, das Gott mit ihnen verfolgte. Gott wollte in Wirklichkeit, dass der Mensch genauso sein und sich genauso verhalten sollte wie er. Warum würde Gotte weniger als das wollen? Gott ist vollkommen, und er möchte seine Vollkommenheit auch in allen seinen Geschöpfen sehen. Gottes Ziel war es letzendlich, seine eigene Gerechtigkeit in den Menschen hineinzulegen. Das Gesetz konnte die Gerechtigkeit Gottes weder produzieren, noch sie richtig beschreiben. Es konnte lediglich ein unvollständiges Bild davon zeichnen.

Dieses Moralgesetz der Gebote war außerhalb des Menschen auf steinernen Tafen geschrieben. Es war lediglich eine schwache Beschreibung von Gerechtigkeit, jedoch nicht Gerechtigkeit selbst. Die Tiefe und Höhe der Gerechtigkeit Gottes konnte nie verstanden oder erfahren werden von denen, die dieses äußerliche Gesetz als Maßstab für das Verhalten, das Gott von ihnen verlangte, betrachteten. Alles, was sie im Gesetz fanden, war Legalismus (Gesetzlichkeit) und Formalität (oberflächliche Äußerlichkeit) – eine äußere Anpassung an Vorschriften, die das Herz und die Natur nicht verändern konnten. Denn das kann nur Christus bewirken.

Gedanken über die zwei Bündnisse

by Erwin Zoor

Immer wieder wird das Argument aufgebracht, dass der Alte und der Neue Bund nicht zwei unterschiedliche und chronologisch aufeinander folgende Erfahrungen in der Geschichte dieser Welt seien, sondern vielmehr zur persönlichen Lebenserfahrung eines Menschen gehörten. Es wird gesagt, dass man dann unter dem Gesetz sei, wenn man sich außerhalb von Christus befände, weil einen das Gesetz dann verurteile. Wenn man aber in Christus sei, dann wäre man vom Gesetz befreit. Einige argumentieren, dass diese Ansicht die absolute Wahrheit sei, weil sie von niemand Geringerem  als E. J. Waggoner und Ellen White unterstützt würde. Ich bin mir nicht sicher, was Ellen White diesbezüglich glaubte. Ehrlich gesagt, habe ich nie die Zeit dafür gefunden es auszuforschen, weil ich glaube, dass die Bibel klar genug ist, aber ich weiß, dass es das ist, was Waggoner glaubte.

Ich glaube, dass diese Ansicht völlig unbiblisch ist und dass man sie in keinster Weise mit der Bibel aufrechterhalten kann. Die einfache Wahrheit ist, dass Waggoner einen großen Fehler beging. Er besaß zwar ein recht gutes Verständnis, konnte aber einige Dinge nicht klar sehen. In der Bibel gibt es sogenannte Dispensationen, also  Zeitabschnitte, in denen Gott mit den Menschen auf eine bestimmte Art und Weise umging. Da ist nichts Falsches oder Unbiblisches daran. Würden wir glauben, dass es Dispensationen bezüglich der METHODE Gottes zur Erlösung des Menschen gäbe, dann wäre es falsch. Doch die Vorstellung, dass Gott die Menschen auf unterschiedliche Art und Weise geführt, regiert und gelehrt hat, kann selbst von dem oberflächlichsten Bibelleser nicht geleugnet werden.

In diesem Artikel untersuchen wir die Lehren des Apostels Paulus in Galater Kap. 3 und 4. Das soll denen, die an einer ehrlichen und unvoreingenommenen Untersuchung dieses Themas interessiert sind, als Studium dienen. Ich hoffe, dass diese Beschreibung auf alle Leser dieses Artikels zutrifft.

Eine Gegenüberstellung der Verheissung
und des Gesetzes in Galater 3 und 4

Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham: In dir sollen alle Heiden gesegnet werden. (Gal. 3,8)

Die Schrift hat es vorausgesehen. Voraussehen hat mit etwas in der Zukunft zu tun, also mit Zeit. Wer diese “Heiden” auch waren,  sie waren noch nicht durch den Glauben gerecht gemacht. Aber sie würden es zu einem zukünftigen Zeitpunkt, den die Schrift voraussah. Es war Gottes Plan, dies in Abraham zu erfüllen, oder besser gesagt, in Abrahams Samen (Christus). Beachte, dies war ein zukünftiges Ereignis.

Nun ist die Verheißung Abraham zugesagt und seinem Samen. Es heißt nicht: und den Samen, als gälte es vielen, sondern es gilt einem: “und deinem Samen”, welcher ist Christus. Ich meine aber dies: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben worden ist, sodass die Verheißung zunichte würde. (Gal. 3,16-17)

Die Verheißung handelte von Jesus Christus, dem Samen. Als diese Prophetie ausgesprochen wurde, war sie noch keine Wirklichkeit sondern nur eine Verheißung. Sie deutete auf etwas Zukünftiges, das sich zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllen sollte. Wir sehen deutlich, dass die Bibel betont, dass sich Gottes Pläne auf einer Zeitlinie entlang bewegen und auf eine bestimmte ZEIT zusteuern.

Diese Verheißung wird als ein Bund behandelt, etwas, das einer Bestätigung oder Ratifizierung bedarf. Wir könnten es heute mit einem Dokument vergleichen, das von einem Notar beglaubigt wird. Beachte, dass dieser Bund bereits bestätigt worden ist, wodurch seine Erfüllung zur absoluten Gewissheit wurde. Wir finden, wie dieser Bund in Hebräer 6,13-18 mit einem Eid bestätigt wird, indem sich Gott VERBÜRGT.

“Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Größeren schwören konnte, (14) und sprach: »Wahrlich, ich will dich segnen und mehren.« (15) Und so wartete Abraham in Geduld und erlangte die Verheißung. (16) Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, als sie selbst sind; und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende. (17) Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch kräftiger beweisen wollte, dass sein Ratschluss nicht wankt, sich noch mit einem Eid verbürgt. (18) So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken – denn es ist unmöglich, dass Gott lügt -, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.” (Hebr. 6,13-18)

Das Gesetz wurde erst vierhundertdreißig (430) Jahre nachdem Abraham die Verheißung empfing, eingesetzt. Welches Ereignis fand 430 Jahre nach der Verheißung statt? Am Berg Sinai wurde Mose und den Israeliten das Gesetz gegeben. Beachten wir noch einmal, dass wir es mit Ereignissen auf einer Zeitlinie zu tun haben. Zuerst wurde Abraham die Verheißung gegeben, dann wurde sie durch Gottes Bürgschaft bestätigt und erst vierhundertdreißig Jahre danach wurde das Gesetz gegeben.

Als das Gesetz kam, konnte es nicht die Verheißung zunichte machen und ihr auch nichts hinzufügen. Die Verheißung, die Welt zu segnen, sollte im Samen ihre Erfüllung finden und nichts konnte diese Tatsache verändern. Das Gesetz wurde also nicht gegeben um die Welt zu segnen, sondern aus einem anderen Grund. Die Segnung der Welt sollte ausschließlich im Samen geschehen.

In diesem Kapitel werden zwei Dinge gegenübergestellt, die wir nicht übersehen sollten: Christus (der Same) im Gegensatz zum Gesetz. Aber warum zeigte Paulus diesen Gegensatz eigentlich auf und betonte ihn so stark? Der Grund dafür ist, dass sich die Galater im Gesetz verfangen hatten. Sie glaubten, sie müssten zum System des Gesetzes zurückkehren, obwohl sie Christus bereits hatten. Paulus zeigte ihnen den Zweck des Gesetzes im Kontrast zum Zweck Christi auf, damit sie klar erkennen konnten, was sie wirklich brauchten und was nicht.

Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. (Gal. 3,18)

Das verheißene Erbe sollte nicht durch das Gesetz verwirklicht werden. Es sollte stattdessen durch die Verheißung des Samens in Erfüllung gehen.

Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Same da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. (Gal. 3,19)

Da kommt ganz natürlich die Frage auf, die Paulus für uns stellt. Wenn das Gesetz nicht den verheißenen Segen herbeiführt, uns das Erbe nicht geben kann und der Verheißung auch nichts hinzuzufügen hat, warum hat  Gott es dann überhaupt gegeben? Wenn das Gesetz das Erbe weder hervorbringen noch ihm etwas hinzufügen kann, wozu hat Gott dann Zeit damit vergeudet es  zu geben?

Die Antwort ist, es wurde hinzugefügt (zu Gottes Zeitlinie, zu seinem Plan für sein Volk), weil die Sünde überhand nahm,  während Gottes Volk auf den verheißenen Samen wartete. Die fleischliche Gesinnung und die verdorbenen Lebensumstände, die sie in Ägypten erleben mussten, hatten das bekennende Volk Gottes unfähig gemacht sich selbst zu regieren. Sie brauchten eine strenge Herrschaft und eine feste Hand um sie zu leiten. Aber beachten wir, dass das Gesetz eine Hinzufügung war. Es sollte das Volk nur regieren und kontrollieren, BIS zur Ankunft des verheißenen Samens.

Mit dem Kommen des Samens (Christus) sollte Gottes perfekter Plan zur Regierung des Menschen aufgerichtet werden. Dieser Plan ist der innewohnende Geist, “Christus in euch”, das Leben Gottes im Gläubigen. Das ist die perfekte Regierung – das ist Vollkommenheit. Bis dahin musste Gottes Volk jedoch auf eine Art und Weise regiert werden, damit die Tendenz der Menschen zu sündigen begrenzt werden konnte. Das ist der Grund dafür, warum das Gesetz zum Plan Gottes hinzugefügt wurde. Es wurde von Gott als eine Notlösung eingesetzt, die bis zum Kommen des Samens währen sollte – jedoch nur bis der Same kommen und Gottes ewigen Plan erfüllen würde.

Unglaublich, dass E. J. Waggoner dieses Kommen des Samens als die Wiederkunft (2. Kommen) Christi ausgelegt hat. So unglaublich es auch klingen mag, war es eine Notwendigkeit in seinem Verständnis, weil er nicht glaubte, dass der alte und der neue Bund zeitlich aufeinander folgende Ereignisse darstellen. Hätte er zugegeben, dass sich das Kommen des Samens auf das erste Kommen Jesu zur Erde bezog, dann hätte er auch zugeben müssen, dass die Herrschaft des Gesetzes lediglich für einen begrenzten Zeitabschnitt existieren konnte. Er wäre gezwungen gewesen zu akzeptieren, dass es tatsächlich zwei Dispensationen gibt:

  1. den Zeitabschnitt des Gesetzes (der alte Bund) und
  2. das Zeitalter des Reiches Gottes (der neue Bund).

Um dieser soliden biblischen Wahrheit auszuweichen, leugnete er, dass sich das Kommen des Samens auf die erste Ankunft Jesu auf diese Erde als der Same Marias bezieht. Erstaunlich! Was aber noch erstaunlicher ist, ist die Tatsache, dass heute so viele dieser falschen Lehre völlig auf den Leim gegangen sind! Eine weitere Irrlehre, die aus dieser falschen Auffassung entsteht, ist, dass Waggoner Christus nicht als die Erfüllung der Verheißung ansah. Natürlich nicht. Denn dann hätte er eingestehen müssen, dass sich die Verheißung mit dem ersten Kommen Christi erfüllt hat. Stattdessen betrachtete er die Ererbung der neuen Erde als die Erfüllung der Verheißung. Gemäß seines Denkens und seiner Lehre haben wir den Segen, der Abraham verheißen war, noch nicht erlangt. Dazu kann ich nur eins sagen: “Ich bin sprachlos!!”

Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. (Gal. 3,21)

Die Frage ist, ob dies bedeutet, dass es einen Konflikt zwischen der Verheißung (im Samen) und dem Gesetz (das am Berg Sinai hinzugefügt wurde) gibt. Da die Verheißung des Segens allein im Samen zu finden ist und das Gesetz dem Samen nichts hinzufügen oder ihn gar ersetzen konnte, gibt es dann einen Konflikt zwischen den beiden?

Nein, es gibt keinen Konflikt. Aber der Zweck des Gesetzes war nicht Leben zu geben. Es sollte nicht das vollbringen, was allein der Same konnte. Das muss verstanden werden. Es diente vielmehr einem anderen Zweck. Leben gibt es nur im Samen. Es ging darum, dass der Mensch Leben erhält. Dies war nur im Samen möglich und niemals durch das Gesetz.

Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben. (Gal. 3,22)

Das Ziel der Verheißung war Jesus Christus (der Same), in dem der Mensch Leben erhalten sollte. Dieses Geschenk erhalten alle, die da glauben – nicht solche, die das Gesetz halten.

Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. (Gal. 3,23)

Bevor das Ziel des Glaubens zur Wirklichkeit wurde (bevor Christus kam), wurden wir unter dem Gesetz verwahrt, d.h. wir wurden vom Gesetzessystem kontrolliert und regiert. Das Objekt unseres Glaubens (Jesus Christus, der Same) war noch nicht realisiert und war deshalb noch keine Wirklichkeit. Wenn wir den Gedanken des Apostels Paulus bis hierher verfolgt haben, dann können wir ohne Zweifel sehen, dass wir es hier mit einer Zeitlinie zu tun haben. Die Bedeutung des Verses wird nun klar. Bevor Christus kam waren wir unter dem Gesetz (d.h. vom Gesetz regiert) und hatten in diesem Zustand keinen Zugang zum Glauben, “der dann offenbart werden sollte” (nachdem Christus zur Erde kam).

So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. (Gal. 3,24)

Der Zweck des Gesetzes wird offenbart. Er spricht immer noch von demselben Gesetz, das hinzugefügt wurde, bis der Same kommen sollte (Vers 19). Es war ein Zuchtmeister, ein Hirte, ein Regent, der uns beschützen, züchtigen, erziehen, aufmerksam machen und konzentriert halten sollte, bis der Gegenstand unseres Glaubens zur Wirklichkeit wurde – bis Christus kam und wir ihn empfingen. Das geschah 31 n.Chr., als Christus auf Golgatha sein Leben für die Menschen gab und es zu Pfingsten auf seine Gemeinde ausgoss. Das ist der Grund dafür, warum das Gesetz gegeben bzw. hinzugefügt wurde. Es war ein Zuchtmeister, der uns zu Christus, dem Samen, führen sollte.

Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. (Gal. 3,25)

Das Kommen des Glaubens ist gleichbedeutend mit dem Kommen des Samens. Es ist die Ankunft Christi und die Erfüllung unseres Glaubens. Der Vers meint nicht, dass der Glaube zu jedem individuellen Menschen gekommen ist, sondern spricht vielmehr davon, dass der GEGENSTAND des Glaubens für das Volk Gottes erschienen ist.

Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. (27) Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. (28) Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. (29) Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. (Gal. 3,26-29)

Wir sehen also, dass die Verheißung, die Gott Abraham gegeben hatte, dass er alle Menschen in seinem Samen segnen würde, sich in Christus erfüllt hat. Indem wir Christus empfangen, sind wir alle (Heiden und Juden) zu Erben der Verheißung geworden. Wir haben den Segen in Christus erhalten und nicht im Gesetz. Wir sind Erben der Verheißung.

Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter; sondern er untersteht Vormündern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat. (Gal. 4,1-2)

Hier wird ein grundsätzliches Prinzip über “Erben” aufgezeigt. Solange sie Kinder sind, besteht zwischen ihnen und Knechten kein Unterschied. Sie befinden sich unter den Regeln und der Autorität anderer Personen, obwohl sie eines Tages über alles verfügen werden. Ihr Kindesalter  (ihre Unmündigkeit) macht eine strenge Kontrolle notwendig.

Diese Kontrolle soll jedoch nur für eine bestimmte Zeit währen.

So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir in der Knechtschaft der Mächte der Welt. (Gal. 4,3)

Paulus erklärt die Bedeutung seiner Veranschaulichung. Er spricht von uns, dem Volk Gottes. Er führt hier in Kapitel 4 sein Argument aus Kapitel 3 fort. Als Kinder Gottes und Erben der Verheißung wurden wir für eine bestimmte Zeit Vormündern und Lehrern unterstellt. Und hier sehen wir wieder, wie Paulus von der Erfahrung des Volkes Gottes auf einer Zeitlinie spricht. Zu einer bestimmten Zeit waren wir geistlich gesehen Kinder und befanden uns damals in Knechtschaft.

In welchem Sinne waren wir “in Knechtschaft”? Indem wir unter der Kontrolle von Vormündern und Pflegern waren, die unser Leben bestimmten. Sie sagten uns, was wir zu tun und zu lassen hatten, und wir hatten keine Wahl sondern waren verpflichtet zu gehorchen. So werden Knechte oder Sklaven behandelt. Warum wurden wir als Gottes Volk so behandelt? Weil wir geistlich betrachtet Kinder waren. Wir waren unter den “Mächten der Welt”. Paulus bezeichnet das Gesetz als “Mächte der Welt”, weil es nur mit dieser Welt zu tun hat. Jeder Aspekt seiner Regierung hatte nur mit dem temporären Leben und seinen Praktiken zu tun.

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, (Gal. 4,4)

Hier ist die Rede von Zeit – von erfüllter Zeit. Welche Zeit? Die Zeit, die “vom Vater bestimmt” war. Die Zeit, die für das Kommen des Samens und für das Ende der Herrschaft des Gesetzes bestimmt war.

Zu dieser Zeit sandte Gott seinen Sohn, und er wurde “unter das Gesetz” getan. Er kam unter die Befehlsgewalt der Vormünder und Pfleger, nämlich unter die Mächte der Welt. Es war seine Pflicht die Riten des Gesetzes zu befolgen, weil das Gesetz währen sollte “bis der Same da sei”. Es würde eine Zeit kommen, in der Gott sein Volk nicht mehr auf diesem Wege regieren würde. Wenn Gottes Volk diese Wahrheit endlich verstehen wird, wird es die Verwirrung, die heute existiert, nicht mehr geben, wo viele versuchen eine Mischmasch-Religion zu produzieren, indem sie das Gesetz mit Christus vermischen. Aber der Same hatte sein Werk noch nicht erfüllt, und das Gesetz sollte währen, bis Jesus starb und seinen Forderungen vollkommen Genüge tat.

damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. (Gal. 4,5)

Seine Mission war es, die zu erlösen, die unter dem Gesetz waren. Als das Gesetz 430 Jahre nach der Verheißung zu derselben hinzugefügt wurde, war Gottes Volk unter das Gesetz getan worden, d.h. unter die Regierung oder Verwaltung des Gesetzes. Sie waren unter der Regierung und dem Lehramt des Gesetzes, damit es für sie als Zuchtmeister, Lehrer und Hirte fungieren konnte, um sie zu Christus zu bringen. Es sollte sie bis zum Kommen des Samens schützen und bewahren.

Während dieser Zeit wurden sie wie Knechte (oder Sklaven) behandelt, in dem Sinne, dass sie keine Kontrolle über ihr eigenes Verhalten hatten. Das Gesetz war ein strenger Diktator und sehr strikter Herrscher.

Doch nun war Jesus gekommen um sie von dieser Art der Regierung zu befreien. Nun eröffnete er ihnen den Weg zu einem Lebensstil von Söhnen anstelle von Knechten. Der Sohn besitzt das Leben des Vaters, der Knecht hingegen nur seine Regeln und Anweisungen.

Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! (Gal. 4,6)

Wir sind Söhne, weil der Geist Gottes in unseren Herzen das wahrhaftige Leben Gottes ist. Wir besitzen ein inneres Empfinden, wodurch wir fühlen, dass Gott unser Vater ist (und nicht lediglich unser Herr oder Gesetzgeber). Wir rufen “Abba”, weil es unsere Herzen erfüllt.

So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe durch Gott. (Gal. 4,7)

Wann waren wir Knechte? Nicht als wir Heiden waren. Zu der Zeit arbeiteten wir für den Teufel, nicht für Gott. Wir (Gottes Volk) waren Knechte, als wir unter dem Gesetz waren, als wir Gott durch Regeln, Gebote, Formen und Zeremonien anbeteten, anstatt durch die natürliche Liebe eines Sohnes für seinen Vater.

In diesem Zustand erben wir Gott selbst in Christus. So werden wir zu Söhnen Gottes. Wir sind gesegnet, wir haben den Segen Abrahams empfangen, wir sind Erben der Verheißung. Nicht eine Verheißung materieller Güter, sondern die Verheißung Gott selbst in Jesus Christus zu empfangen.

Menschen sind zumeist verwirrt, weil sie ihr Vertrauen in andere Menschen setzen. Doch Dank sei Gott, dass sich die Wahrheit nicht ändert und für Menschen mit einem aufgeschlossenen Gemüt und einem offenen Herzen jederzeit zugänglich ist.

Waggoners falsche Vorstellungen:

  • Alle Menschen besitzen das Leben Christi – selbst die bösesten Verbrecher.
  • Das Kommen des Samens bezieht sich auf das zweite Kommen Jesu.
  • Die zwei Bündnisse wurden nicht zeitlich nach einander folgend eingesetzt.
  • Gott machte den alten Bund nicht mit Israel.
  • Der alte Bund existierte vor Sinai.
  • Der Ausdruck “unter dem Gesetz” bedeutet lediglich “unter der Verdammung des Gesetzes”.
  • Der Neue Bund ist mit dem Haus Israel noch nicht geschlossen worden.
  • Jesus wurde unter der Verdammung des Gesetzes geboren.

Die wahre Definition der Sünde

by Erwin Zoor

Die kritische Frage lautet zunächst einmal: Was ist Sünde? Danach: Was ist die Wahre Natur der Sünde? Ich bin überzeugt, dass diese Fragen das Fundament vieler unserer Ideen und Vorstellungen prägen und unser Verständnis der Wahrheiten über Gerechtigkeit und Gesetz stark beeinflussen.

Die Bibel beschreibt Sünde auf zwei unterschiedliche Arten. Erstens als Übertretung des Gesetzes und zweitens als eine regierende Kraft, die das Leben des fleischlich gesinnten Menschen beherrscht.

  1. Wer Sünde tut, der übertritt auch das Gesetz, denn Sünde ist die Gesetzesübertretung. (1.Joh. 3,4)
  2. So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. (Röm. 7,17)

Nun müssen wir uns entscheinden, welche dieser beiden Definitionen uns ein vollkommeneres Bild über Sünde gibt und uns mehr dabei hilft das Problem des Menschen zu verstehen.

Die erste Definition von Sünde als “Übertretung des Gesetzes” stellt unsere Taten als das Problem dar. Wenn mein Problem das ist, was ich tue, dann ist die Lösung offensichtlich, dass ich anfange etwas anderes zu tun. Dies legt den Schwerpunkt auf Taten und die Werke des Gesetzes. Hinzu kommt, wenn ich das als mein Problem ansehe, was ich tue, dass Gott mich folglich gemäß meiner Taten verurteilt und für die Dinge bestraft, die ich tue. Bei diesem Verständnis stellt das Gesetz die höchste Instanz dar und es dreht sich auch alles um das Gesetz. Es definiert, unterweist, verurteilt, beherrscht und kontrolliert den Menschen.

Die zweite Definition von Sünde als eine negative Kraft im fleischlich gesinnten Menschen konzentriert sich darauf, was wir sind, anstatt darauf, was wir tun. Der Apostel Paulus drückt die wahre Natur der Sünde und das Problem des Menschen in Römer 7 aus. Dort zeigt er auf, dass das Gesetz das Problem des Menschen niemals lösen kann, weil sein Problem darin besteht, dass die Sünde in ihm wohnt. Bei diesem Verständnis kann Gott den Menschen nicht dafür verurteilen, was er tut. Vielmehr verurteilt ihn seine eigene fleischliche Gesinnung und macht ihn untauglich fürs ewige Leben. Das Gesetz offenbart, dass der Mensch nicht in Harmonie mit Gott ist. Aber sein Problem ist nicht das Gesetz, sondern seine Natur. Er befindet sich in einem Zustand, wo er von Gott getrennt ist. Und das ist es, was angesprochen werden muss. Es geht nicht mehr um das geschriebene Gesetz, sondern um das Gesetz des Lebens, welches dem Menschen vermittelt werden muss. Das ist es, was den Menschen regieren muss, wenn das Problem der Sünde jemals gelöst werden soll.

Das geschrieben Gesetz verurteilt den Menschen, verdammt ihn jedoch nicht, weil er sich schlecht benimmt. Der Mensch wird verdammt, weil er Christus nicht angenommen hat. Das geschriebene Gesetz ist lediglich ein Maßstab, das im Gericht dazu verwendet wird um aufzuzeigen, dass der jeweilige Mensch Christus nie wirklich angenommen hat. Es geht also nicht um das Gesetz, wenn wir von dem wahren Problem des Menschen sprechen. Es ging nie um das Gesetz und es wird auch nie um das Gesetz gehen!

Unter dem alten Bund hingegen ging es nur um das Gesetz. Auf Befehl war der Mensch gezwungen dem Gesetz zu gehorchen. Wenn er gehorsam war, wurde er mit einem langen Leben und Sieg über seine Feinde belohnt. Wenn er ungehorsam war, wurde er bestraft und erlitt alles mögliche an unglücklichen Dingen. Unter dem Gesetz ging es um äußerliches Benehmen. Es war egal, wie es im Herzen des Menschen aussah, solange er dem Gesetz gehorchte. Das war der alte Bund. In der Zeit des neuen Bundes hingegen, sind wir dazu berufen zu begreifen worum es wirklich geht: Es geht nicht darum, was wir tun, sondern was wir sind! Das ist es, was uns dazu bringt uns zu Christus zu wenden: die Erkenntnis, dass wir ein Problem haben, das durch eine Veränderung des äußerlichen Verhaltens nicht gelöst werden kann! Das Gesetz hilft uns dabei dieses Problem zu erkennen, aber das wars dann auch schon, was seinen Zweck anbelangt. Darüber hinaus kann es uns mit nichts anderem dienen. Nun muss Christus die Kontrolle übernehmen, und das Gesetz muss hinter uns gelassen werden. Von nun an kann es nur noch eines tun: Es bezeugt ob unsere Erfahrung in Christus echt ist.

Das Problem mit dem GESETZ

by Erwin Zoor
Gesetz Gottes

Es gibt ein fundamentales Problem im Verständnis vieler Christen, wenn es um die Funktion des Gesetzes geht. Ich selbst konnte es lange Zeit nicht verstehen. Aber seitdem ich die Botschaft  “Christus und seine Gerechtigkeit” besser verstehe und erkannt habe, was es wirklich bedeutet ein Christ zu sein, kann ich mehr denn je sehen, dass ein klares Verständnis über das Gesetz eine Notwendigkeit ist.

Hier ist eine vereinfachte Erklärung der Funktion des Gesetzes in drei Punkten:

1Vor dem Sündenfall war kein Gesetz notwendig. Niemand musste durch irgend ein Gesetz gezwungen werden gut zu sein (1.Tim. 1,9). Das Leben Gottes im Menschen brachte ganz natürlich die guten Früchte des Geistes Gottes hervor (Gal. 5,22-23).

2Dann kam Sünde auf. Der Mensch begann seinen eigenen Willen zu tun. Gottes Geist respektierte den freien Willen des Menschen und trennte sich von ihm. Da Gott allein gut ist (Mk. 10,18) wurden durch diese Trennung die Natur, die Gedanken und die Taten des Menschen augenblicklich finster und böse. Gott startete sofort seinen Plan zur Rettung des Menschen. Er wollte die Menschheit in seinem Sohn wieder mit seinem göttlichen Geist vereinen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er seinen Sohn zur Erde senden würde um Göttlichkeit mit Menschlichkeit zu vereinen, musste jedoch eine Notlösung her. Die durch und durch böse Natur des Menschen musste im Zaum gehalten werden, um den Schaden, den die Trennung von Gott bewirkt hatte, so gering wie möglich zu halten. Gott musste die Menschheit davon abhalten seinen Erlösungsplan zu vereiteln. Er schritt zunächst nur im Extremfall ein um das Schlimmste zu verhindern, wann immer die Bosheit des Menschen überhand nahm (z.B. Turmbau zu Babel, Sintflut). Als er jedoch Israel aus Ägypten befreite und es symbolisch zu seinem Volk machte, führte er das Gesetz ein, um Israel zu regieren und zu kontrollieren. Dieses Gesetz der zehn Gebote sollte nicht die Natur des Menschen verändern oder ihm Leben geben, denn das war unmöglich (Gal. 3,21). Es sollte vielmehr nur sein äußerliches Verhalten kontrollieren und ihn mit Gewalt dazu zwingen die Früchte seiner fleischlichen Natur zu unterdrücken. Durch dieses System äußerlicher Kontrolle schuf Gott einen Zuchtmeister, der bis zum Kommen des Erlösers währen sollte (Gal. 3,24). Er sollte das Volk Israel schüzten, leiten, regieren und kontrollieren, bis der verheißene Erlöser, der Sohn Gottes, kommen würde, um die Menschheit wieder mit dem Geist Gottes zu vereinen (Kol. 2,9-10).

3Jesus hat Göttlichkeit und Menschlichkeit vereint. Durch den Glauben empfängt der Mensch Gottes Leben als ein freies Geschenk durch die Neugeburt. Die Natur und der Charakter Gottes werden zur Natur und dem Charakter des Menschen und seine fleischliche Gesinnung wird durch die geistliche Gesinnung Christi ersetzt. Er muss nun nicht mehr durch äußerliche Gewalt per Gesetz dazu gezwungen werden sich so zu verhalten, wie Gott (Röm. 7,6). Gott lebt wieder ganz natürlich im Menschen durch den Geist Christi (Röm. 8,9).

Was lernen wir daraus? Wir lernen, dass Rechtsgesetze, wie die zehn Gebote, nur das Äußere des Menschen kontrollieren, aber nicht seine Natur verändern können. Gesetze dieser Art dienen nur einem Zweck: Sie zwingen den Menschen sich so zu benehmen, wie er sich von Natur aus nicht benehmen würde! Gesetz zwingt mit Gewalt (Androhung von Strafe bei Übertretung), weil ansonsten etwas nicht geschieht, was von Natur aus geschehen sollte.

Wikipedia, die Enzyklopädie im Internet, schreibt über “Gesetz” folgendes:

Ein Gesetz ist eine Sammlung von allgemein verbindlichen Rechtsnormen, die von staatlichen Organen geltend gemacht (erzwungen) werden um das Verhalten zu kontrollieren. (http://en.wikipedia.org/wiki/Law)

Anders gesagt: Wo ein bestimmtes richtiges Verhalten nicht natürlich geschieht, muss sie durch Gewalt erzwungen werden. Damit ein bestimmtes Verhalten entsteht, welches im Inneren des Menschen nicht natürlich produziert wird, muss eine künstliche Gewalt von Außen angewandt werden um das erforderliche Verhalten zu erzwingen.

Wenn sich also jemand nicht richtig verhält in einem Umfeld, wo dies Konflikte erzeugt, dann muss er per Gesetz äußerlich dazu gezwungen werden, dass er sich fügt.

Mit diesem Verständnis können wir klar erkennen, warum eine Beziehung auf der Grundlage von Gesetz eine schreckliche Sache ist. Wenn es etwas gibt, was Gott hasst, dann ist es eine Beziehung zum Menschen auf der Grundlage des Gesetzes.

Stell dir eine Beziehung zwischen Mann und Frau vor, die auf Gesetz basiert. Wenn sie in ihrer Ehe Gesetze brauchen um ihr Zusammenleben zu regeln, dann kann man davon ausgehen, dass sie einander nicht lieben. Würden sie einander lieben, würden sie ganz natürlich liebevoll, verständnisvoll und fürsorglich miteinander umgehen, ohne, dass sie von Außen gurch Gesetz dazu gezwungen werden müssten. Wenn der Ehemann per Gesetz dazu gezwungen werden muss, dass er nicht anderen Frauen hinterherläuft, dann ist seine Liebe für seine Ehefrau mit Sichehrheit sehr begrenzt. Wenn die Frau per Gesetz dazu gezwungen werden muss ihren Ehemann liebevoll zu behandeln, dann deshalb, weil sie es von Natur aus nicht tut.

Wie sieht es im Lichte all dessen mit unserer Beziehung zu Gott aus? Ist es eine wünschenswerte Beziehung, wenn uns Gott per Gesetz durch äußerliche Gewalt dazu zwingen muss, dass wir uns so verhalten, wie er, weil wir es sonst von Natur aus nicht tun würden? Ist es wünschenswert, dass wir uns in einem Zustand befinden, wo unser Herz sich derart von dem Herzen Gottes unterscheidet, dass er uns durch Androhung von Strafe zwingen muss, uns seinem Willen der äußerlichen Form nach zu fügen?

Warum wollen dann so viele Christen unter dem Gesetz sein? Warum wünschen sie sich eine Beziehung zum wundervollsten Wesen im ganzen Universum auf der Grundlage eines Systems, das sie durch Befehle kontrolliert und mit Gewalt nötigt sich nach einer Liste von Regeln zu richten?

Komm, lieber Christ, hör auf dich unter dem Gesetz abzumühen. Komm zu dem Sohn Gottes, Jesus Christus, und erkenne, dass er dich frei gemacht hat vom Gesetz. Er hat dich von einem System befreit, wo du gezwungen werden musstest dich richtig zu benehmen, weil du es von Natur aus weder tun wolltest noch tun konntest.

Nimm stattdessen Gottes Leben in Christus an. Er hat es dir aus seiner überschwenglichen Gnade heraus frei geschenkt, damit du nicht mehr per Gesetz gezwungen werden musst äußerlich richtig zu handeln, sondern stattdessen Gott selbst in Christus ganz natürlich sein vollkommenes, gutes, liebevolles, siegreiches, göttliches Leben in dir auslebt.

Nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden und ihm abgestorben, das uns gefangen hielt, sodass wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. (Röm. 7,6)

Das Gesetz des Geistes

by Erwin Zoor

Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. (Röm. 8,2)

Dieser Vers beinhaltet den Schlüssel zum Verständnis der wahren Natur der Gerechtigkeit und wie sie im Gläubigen wirkt. Um verstehen zu können, was das bedeutet, müssen wir zunächst einmal erkennen, dass es drei unterschiedliche Gesetze gibt, von denen im Römerbrief die Rede ist.

  1. Das Gesetz der zehn Gebote.
  2. Das Gesetz der Sünde und des Todes.
  3. Das Gesetz des Geistes des Lebens.

Paulus spricht in den folgenden Versen von dem Gesetz der Zehn Gebote:

Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren! (Röm. 7,7)

So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. (Röm. 7,12)

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. (Röm. 7,14)

Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. (Röm. 7,22)

Diese Verse sprechen alle von den zehn Geboten und machen uns einige Dinge klar:

  1. Die zehn Gebote sind heilig, gerecht und gut.
  2. Die zehn Gebote offenbaren uns, dass wir Sünder sind,
  3. Das Gesetz ist geistlich, wir aber sind von Natur aus fleischlich und Sklaven der Sünde.
  4. Paulus war in einem Zustand, in dem er Lust an Gottes Gesetz hatte.

Das alles ist zwar schön und gut, aber die folgenden Verse offenbaren uns das Problem:

So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. (22) Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. (23) Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. (Röm. 7,21-23)

Hier spricht Paulus plötzlich von einem anderen Gesetz. Dieses Gesetz ist kein Rechtsgesetz. Es ist nicht in Worte gefasst oder niedergeschrieben und seine Erfüllung wird auch von keinem Regierungsapparat gefordert. Wie funktioniert es? Es funktioniert so: Wenn Paulus das Gute tun will, wird er dazu gezwungen das Schlechte zu tun. Dieses Gesetz ist stärker als sein Verlangen dem Gesetz Gottes zu gehorchen, und es macht aus ihm einen Sklaven der Sünde.

Wir sehen, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Arten von Gesetz handelt. Das eine ist rechtlich (Rechtsgesetz), das andere natürlich (Naturgesetz). Rechtsgesetze sind Regeln, die von einer regierenden Autorität erlassen werden. Die zehn Gebote sind Rechtsgesetze. Sie weisen den Menschen an etwas zu tun oder zu lassen, worauf er reagieren muss. Er muss sich entscheiden entweder zu gehorchen oder den Gehorsam zu verweigern. Wo es Rechtsgesetze gibt, dort gibt es auch immer Strafen. Wenn ein Mensch den Gesetzen gegenüber gehorsam ist, wird er belohnt, wenn er ungehorsam ist, wird er bestraft. Dabei ist es die regierende Autorität, die über Belohnung und Strafe entscheidet.

Ein Naturgesetz funktioniert hingegen anders. Wenn wir an Naturgesetze denken, dann kommen uns z.B. das Gesetz der Schwerkraft, der Konsequenz, der Thermodynamik oder der Aerodynamik in den Sinn. Ein Naturgesetz funktioniert nicht so wie ein Rechtsgesetz. Bei einem Naturgesetz gibt es kein von der Regierung erlassenes “du sollst” oder “du sollst nicht”. Auch gibt es keine Belohnung oder Strafe. Ein Naturgesetz ist eine natürlich eingebaute und funktionierende Gesetzmäßigkeit, die stets dasselbe Ergebnis produziert. Deshalb bezeichnet man es als Gesetz. Denken wir z.B. an das Gesetz der Schwerkraft. Es wird Gesetz genannt, weil jedesmal, wenn etwas in die Luft geworfen wird, es wieder herunter auf die Erde fällt. Das geschieht immer so, ohne Ausnahme. Deshalb wird es als Gesetz bezeichnet.

Paulus bezieht sich also auf ein Naturgesetz, wenn er sagt: “So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.” Er sagt nicht, dass ihm jemand ein Gebot gegeben hat, dass er stets das Böse tun soll. Er spricht vielmehr von einem in sein Innerstes eingebautes Prinzip, das so funktionierte: Wann immer er das Gute tun wollte, zwang es ihn dazu das Böse zu tun, und wenn er das Böse vermeiden wollte, fand er, dass er es dennoch tat. Er konnte sich diesem Prinzip nicht widersetzen, deshalb bezeichnet er es als Gesetz: Etwas, das ohne Ausnahme immer so funktionierte. Das erste Gesetz, die zehn Gebote, ist also ein Rechtsgesetz. Das zweite Gesetz ist das Gesetz der Sünde und ein Naturgesetz.

Welches von diesen beiden ist das stärkere Gesetz? Hier ist, was Paulus sagt:

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, (Röm. 8,3)

Paulus sagt, dass das Gesetz (die Gebote) aufgrund des Fleisches SCHWACH war. In welchem Sinne war das Gesetz “schwach”? Es war schwach, weil es keine Gerechtigkeit hervorbringen konnte. Es konnte die Sünde nicht überwinden, und der Grund dafür war, dass das Gesetz es mit sündigem Fleisch (fleischliche Gesinnung) zu tun hatte. Es existiert ein Gesetz im sündigen Fleisch: das Gesetz der Sünde. Und wenn es um das sündige Fleisch geht, ist dieses Gesetz stärker als die zehn Gebote. Die zehn Gebote verlangen ein richtiges Benehmen, aber das Gesetz der Sünde zwingt den Menschen dazu, das Böse zu tun. Er kann dieses Gesetz nicht bezwingen und ist deshalb ein Sklave seines Herrn mit dem Namen “Sünde”.  Aus diesem Grund können die zehn Gebote das Problem der Sünde nicht lösen. Ein Naturgesetz ist IMMER stärker als ein Rechtsgesetz. Das Rechtsgesetz kann verlangen und drohen, aber das Naturgesetz kommt von innen heraus und erfüllt seine Forderungen ganz natürlich. Es ist in Harmonie mit den Instinkten und den natürlichen Wegen und wird dadurch automatisch erfüllt.

Wenn das Problem der Sünde gelöst werden soll, braucht es mehr als ein Rechtsgesetz. Der Apostel erklärt das Gesetz, das Gott benutzt um das Problem zu lösen. Er sagt:

Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. (Röm. 8,2)

Das ist die wundervolle Wahrheit des Evangeliums. Gott hat uns in Christus ein anderes Naturgesetz gegeben um die Kraft des ersten Naturgesetzes auszuhebeln. Dieses dritte Gesetz nennt die Bibel “das Gesetz des Geistes des Lebens”. Aber handelt es sich hierbei um ein Rechtsgesetz oder ein Naturgesetz? Wie wir bereits gesehen haben, kann ein Rechtsgesetz ein Naturgesetz nicht überwinden. Deshalb konnten die zehn Gebote gegen das Gesetz der Sünde nicht ankommen. Wollte Gott ein Gesetz aufrichten um das Naturgesetz der Sünde zu besiegen, musste er ein anderes Naturgesetz dafür einsetzen. Das Rechtsgesetz hatte versagt, denn es konnte nicht bewirken, was es forderte, weil das Fleisch seine Autorität untergrub. Es war “geschwächt durch das Fleisch”.

Doch Gott sandte seinen Sohn in das sündige Fleisch hinein und besiegte das Gesetz der Sünde im Fleisch. Wie tat er das? Indem er ein anderes Gesetz in dieses Fleisch hineinpflanzte: “das Gesetz des Geistes des Lebens”. Durch den Geist legte Gott ein anderes Prinzip in das sündige Fleisch hinein, welches es ganz natürlich liebt Gutes zu tun. Ein Prinzip, das daran Gefallen hat Gottes Willen zu tun.

Das Gesetz der Sünde wirkte folgendermaßen:
Meine fleischliche Natur liebte das Böse, sodass ich immer Böses tat, wenn ich Gutes tun wollte.

Das Gesetz des Geistes wirkt hingegen so:
Meine neue Natur liebt  das Gute. Wenn mich das Böse versucht, tue ich immer das Gute.

Beachten wir, dass dieses dritte Gesetz, “das Gesetz des Geistes des Lebens”, ein Naturgesetz ist, wie auch das Gesetz der Sünde. Es existiert kein Naturgesetz, das von Anweisungen abhängig ist um zu funktionieren. Naturgesetze besitzen eine eingebaute Kraft, die von keinen Anweisungen oder Geboten der Welt überwunden werden können. Es könnte der Mensch mit der größten Vollmacht in der Welt am Meeresufer stehen und den Wellen befehlen stehenzubleiben, aber sie würden ihn einfach ignorieren und tun, wozu sie von Natur aus bestimmt sind. Aber vielleicht ist das auch ein wenig zu hoch gegriffen. Nehmen wir deshalb ein leichteres Beispiel: Die höchste Autorität auf Erden könnte eine Feder nehmen, sie in die Luft werfen und ihr befehlen nicht auf die Erde zu fallen, und sehen wir einmal ob sie damit mehr Erfolg hätte.

Das Gesetz des Geistes ist also nicht von einem Rechtsgesetz oder von geschriebenen Geboten abhängig um sein Werk der Gerechtigkeit zu erfüllen. Das Gesetz des Geistes des Lebens wirkt, es produziert wahre Gerechtigkeit, weil Jesus buchstäblich den Geist Gottes, das gerechte Leben Gottes, in die Natur des glaubenden Christen einpflanzt. Dieses eingepflanzte Leben bringt die Früchte des Lebens Gottes hervor. Und das nicht aufgrund eines geschriebenen Gesetzes, sondern weil das das instinktive Verhalten der Natur Christi ist.

Das ist der springende Punkt und das Herzstück der großen Wahrheit über “Christus unsere Gerechtigkeit”. Gesetzlich denkende Menschen sagen, dass man nicht gerecht sein könne, es sei denn,  man halte das Gesetz. Sie erkennen zwar an, dass wir Christus brauchen um gerecht zu sein, und sie sagen sogar, dass wir auf seine Kraft angewiesen sind, aber sie können das Rechtsgesetz nicht beiseite legen. Sie sagen, wir bräuchten das Gesetz um zu wissen, was gut und böse ist und wir müssten die Hilfe Christi suchen um das Gesetz halten zu können.

Aber die Wahrheit ist, dass uns Gott das buchstäbliche Leben seines Sohnes gegeben hat!! O, Lob sei Gott für solch eine Erlösung! Er hat uns zu einem Teil von sich selbst gemacht. Und durch die Kraft seines Geistes hat er uns seine eigene, göttliche Natur eingepflanzt. So sind wir gerecht geworden OHNE DAS GESETZ (Rechtsgesetz). Das Gesetz des Geistes des Lebens, das Naturgesetz der Gerechtigkeit, erfüllt unser Leben mit guten Werken, mit der Liebe und mit der Selbstlosigkeit Christi, OHNE DAS RECHTSGESETZ. Es ist eine Gerechtigkeit, die nicht GEGEN das Rechtsgesetz der zehn Gebote geht, weil die Gebote gut sind. Aber sie ist auch nicht von den Geboten abhängig um zu wirken oder definiert werden zu können.

Das ist die wahre Botschaft von der Gerechtigkeit durch Glauben. Sie erkennt an, dass das gerechte Leben ausschließlich ein Geschenk Gottes ist, welches von denen empfangen wird, die an Jesus Christus glauben und sich ihm vollkommen ergeben. Gesetzlich orientierte Menschen können nicht wahrhaben, dass Gott uns seine Gerechtigkeit so bedingungslos, vollständig und ausschließlich als Geschenk gegeben hat. Sie meinen, wir müssten dabei einen Teil von uns aus erfüllen, indem wir uns mit dem Gesetz auseinandersetzen und ihm gehorchen, bevor wir als gerecht betrachtet werden können. Das ist der Grund dafür, warum sie darauf bestehen, dass wir durch das Gesetz regiert werden müssten. Erlösung ist jedoch das FREIE GESCHENK Gottes in Christus. Es ist zu 100% Gottes Geschenk. Alles, was wir tun können, ist Christus zu glauben bzw. zu vertrauen. Alles andere ist ein Geschenk. Wenn das nicht so wäre, dann hätte der Mensch etwas, was er zu seiner Erlösung beitragen könnte und es wäre nicht länger das alleinige Werk Christi. Das würde bedeuten, dass Erlösung nicht gänzlich durch Gnade käme.

Vater im Himmel, hilf uns zu verstehen, damit wir deine Botschaft wahrhaftig im Geist und in der Wahrheit verkündigen können.

Christliche Einigkeit

by Erwin Zoor

Christliche EinigkeitChristliche Einigkeit gehört stets zu den christlichen Dingen, die von größter Wichtigkeit sind. Doch während christliche Einigkeit an sich wichtig ist, ist es noch viel wichtiger zu wissen, was sie eigentlich ist. Etwas als christliche Einigkeit zu verkündigen und anzustreben, was nicht christliche Einigkeit ist, ist ein überaus gefährlicher Fehler und immenser Verlust. Dies ist sehr oft geschehen und geschieht auch jetzt als Teil bestimmter “Strömungen”, die von religiösen Gemeinschaften und Organisationen angetrieben werden.

Um christliche Einheit als das zu erkennen, was sie wirklich ist, ist es hilfreich zunächst zu verstehen, was sie nicht ist:

  1. Einigkeit in der Lehre und im Glauben, die in der gemeinsamen Übereinstimmung aller Gläubigen besteht, indem sie alle Lehrpunkte der lehrenden Gemeinde als von Jesus Christus offenbart oder bestätigt anerkennen und glauben.
  2. Einigkeit in der Regierung, die gemeinschaftliche Übereinstimmung hervorbringt und sich in der Unterwerfung aller Gläubigen gegenüber ihren zuständigen Bischöfen und ganz besonders gegenüber dem römischen Papst, dem Oberhaupt der Kirche, äußert.

Doch so römisch und falsch dies auch sein mag, wenn wir nur den Teil entfernen, der mit dem “römischen Papst” zu tun hat, dann erhalten wir eine recht treffende Beschreibung des Verständnisses einer jeden Glaubensgemeinschaft in der Welt, was christliche Einigkeit für sie bedeutet. Christliche Einigkeit ist jedoch etwas vollkommen anderes und steht um so viel höher über alledem, wie der Himmel höher ist als die Erde.

Einigkeit von Christen in der Lehre ist nicht christliche Einigkeit. Übereinstimmung von Christen in bestimmten Glaubensüberzeugungen ist nicht christliche Einigkeit. Übereinstimmung auf der Grundlage von Glaubensüberzeugungen, Lehren oder Prinzipien, ist keine christliche Einigkeit. Die Vereinigung von Christen in einer gemeinsamen Unterordnung gegenüber Anordnungen einer Kirchenorganisation oder Kirchenregierung ist keine christliche Einigkeit. Eine Zweckvereinigung von Christen um eine bestimmte Sache zu fördern, ist nicht christliche Einigkeit. Freie und brüderliche Gemeinschaft unter Christen ist nicht christliche Einigkeit.

Christen mögen alle diese Dinge haben – und viele haben sie auch – und trotzdem keine christliche Einigkeit untereinander besitzen. Christliche Einigkeit ist viel mehr und weitaus höher als irgend eine Vereinigung oder Gemeinschaft oder irgend ein Verband oder Rat (selbst aller Christen in der Welt) aus welchem Zweck, auf welcher Grundlage, in welcher Sache oder in der Unterornung gegenüber welcher Kirchenleitung auch immer. Und ihr Besitz ist so viel mehr Wert als der Besitz aller anderen Dinge zusammen.

Lass uns nun sehen, was christliche Einigkeit in ihrer reinen Wahrheit und  ihrem unvergleichbaren Wert wirklich ist, um sie dann in ihrer ganzen Fülle anzunehmen.

Die Gemeinde Gottes

Wenn wir beginnen die Gemeinde des lebendigen Gottes zu studieren, sollten wir zunächst ein für allemal eine wichtige Realität erkennen: den Platz des heiligen Geistes.

Am Anfang der Gründung der Gemeinde gemäß der neuen Ordnung der elf Apostel wurde  keinem von denen, die vom Herrn persönlich auserwählt, berufen, drei Jahre lang unterrichtet und hinausgesandt wurden um das Evangelium in der ganzen Welt zu predigen, erlaubt hinauszugehen oder zu predigen, bis sie durch die Taufe des heiligen Geistes die verheißene Kraft aus der Höhe empfingen. Sie mussten in Jerusalem bleiben und auf die Taufe warten.

Diese Taufe geschah am Pfingsttag. Der heilige Geist nahm seinen Platz ein, nämlich die allererste Stelle. Dann erst begannen sie zu predigen und das Werk verbreitete sich. Der heilige Geist verließ nie seine führende und leitende Position, sondern blieb immer an erster Stelle von allen, über allen, durch alle und in allen. Das ist Gottes Weg mit und in seiner Gemeinde, und es muss auch unser Weg sein.

Lass uns diesen Weg des Herrn in und mit seiner Gemeinde ein wenig verfolgen, bevor der Mensch die Stelle des Herrn an sich riss und menschliche Antriebskraft die Stelle des heiligen Geistes einnahm.

Das zweite Kapitel der Apostelgeschichte erzählt, wie der heilige Geist auf die Apostel herabkam. Die Predigt des Petrus erklärt, dass dies die Erfüllung der Prophetie in Joel war, dass Gott seinen Geist “auf alles Fleisch” ausgießen würde, und es war der Aufruf an alle Menschen Buße zu tun, “so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen”.

Das dritte und vierte Kapitel berichten von der Heilung des Gelähmten am Tor des Tempels, von der Predigt des Petrus an die Menge, die sich daraufhin versammelt hatte und von der Gefangennahme von Petrus und Johannes durch die Priester, den Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer des Sanhedrin; von der Anhörung vor dem Hohen Rat am darauf folgenden Tag, wo ihnen “Petrus, voll des heiligen Geistes” antwortete; und davon, dass sie freigelassen wurden und zu ihren Brüdern gingen, wo sie alle einmütig beteten, und “sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt”.

Das fünfte Kapitel erzählt davon, wie Hananias und Saphira über den Verkauf ihres Gutes “den heiligen Geist belogen” und “den Geist des Herrn” versuchten. Die Konsequenzen dessen waren unmittelbar und schrecklich.

Dann wurden die Apostel vom Hohenpriester und dem Hohen Rat gefangengenommen und erneut eingesperrt. “Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte des Lebens.” Erneut wurden sie gefangengenommen und vor den Hohen Rat “und alle Ältesten der Kinder Israel” gestellt, wo Petrus “und die anderen Apostel” wieder das Evangelium predigten und erklärten: “Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.”

Das sechste und siebte Kapitel berichten uns von der Auserwählung von Männern “voll heiligen Geistes und Weisheit”, die sich um den Dienst der täglichen Versorgung kümmern sollten; und von Stephanus, einem “Mann voll Glaubens und heiligen Geistes”, der vor dem Hohen Rat sprach und dessen Angesicht “wie eines Engels Angesicht” leuchtete; Stephanus, “voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes”.

Das achte Kapitel berichtet von der Verkündigung des Philippus in Samarien und wie die Menschen dort “den heiligen Geist” empfingen und wie der “Engel des Herrn” Philippus aus Samarien zur Straße sendet, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; dort angekommen trifft Philippus einen Menschen, der in einem Wagen reist und die Stelle in der Jesajarolle liest, die heute das 53. Kapitel ist. “Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen!” Das tat Philippus auch und predigte dem Mann Jesus aus eben dieser Schriftstelle; er glaubte, wurde getauft und “zog seine Straße fröhlich”. Währenddessen “entrückte der Geist des Herrn den Philippus und der Kämmerer sah ihn nicht mehr”.

Das neunte Kapitel spricht darüber, wie der tobende Saulus Jesus in Person begegnet und sich bekehrt und wie er “mit dem heiligen Geist erfüllt” wird als Hananias ihm die Hände auflegt, welcher durch eine Erscheinung vom Herrn Jesus aus diesem Grund zu Saulus geschickt wurde. Wir lesen hier auch wie “die Gemeinden in der Furcht des Herrn” lebten und “durch den Trost des heiligen Geistes” wuchsen. Auch wird die Tabita von den Toten auferweckt.

Das zehnte Kapitel spricht davon, wie “ein Engel Gottes” in einer Erscheinung zu Kornelius spricht, dass er Männer nach Joppe senden soll um Petrus zu sich zu rufen. Dann hat Petrus eine Erscheinung, wo ihm gesagt wird, dass er sich auf die ankommenden Männer vorbereiten soll. Der Geist sagt Petrus, dass die Männer nach ihm suchen und er mit ihnen gehen soll. So geht er mit ihnen und predigt im Haus des Kornelius und “der heilige Geist fiel auf alle, die dem Wort zuhörten”.

Das elfte Kapitel berichtet darüber, wie Petrus den pharisäischen Gläubigen in Jerusalem von seiner Erfahrung erzählt, die sich mit ihm darüber streiten, was er getan hatte. Dann wird den Heiden in Antiochia das Evangelium gepredigt, und Barnabas wird dorthin geschickt, “denn er war ein guter Mann, erfüllt mit heiligem Geist und Glauben”.

Das zwölfte Kapitel ist die Geschichte über die Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis durch den Engel des Herrn. Und Herodes wird vom Engel des Herrn geschlagen und stirbt.

Das dreizehnte und vierzehnte Kapitel erzählen davon, wie “der heilige Geist” zu der Gemeinde in Antiochia spricht: “Sondert mir Barnabas und Saulus zum Werk aus, zu dem ich sie berufen habe.” Dann, “ausgesandt vom heiligen Geist” begegnen sie Elymas, dem Zauberer, der ihnen widersteht. Saulus aber “erfüllt mit dem heiligen Geist” bedroht ihn. Dann predigen sie das Evangelium in Antiochia in Pisidien und die Jünger “wurden erfüllt mit Freude und heiligem Geist”.

Das fünfzehnte Kapitel handelt von dem Beschluss des heiligen Geistes bezüglich der Beschneidung und dem Halten des Gesetzes zur Erlösung und von dem Brief, in dem die Apostel schreiben: “Denn es hat dem heiligen Geist und uns wohlgefallen…”

Das sechzehnte Kapitel berichtet uns, wie Paulus, einem Apostel, und Silas, einem Propheten “vom heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in Asien zu predigen”, und als sie daraufhin versuchten nach Bithynien zu reisen, “erlaubte es ihnen der Geist nicht”. So reisten sie weiter und gelangten nach Troas, wo Paulus in der Nacht eine Vision hatte von einem Mann aus Mazedonien, der sie dort hinüber rief. Die Kapitel siebzehn und achtzehn handeln nun von ihrer Erfahrung dort und in Griechenland.

Kapitel neunzehn spricht davon, wie Paulus in Ephesus “einige Jünger” fand, die er fragte: “Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?” Sie antworteten: “Wir haben nicht einmal gehört, dass es einen heiligen Geist gibt.” “Worauf seid ihr denn getauft?” “Auf die Taufe des Johannes.” Dann predigte ihnen Paulus Christus und “sie wurden auf den Namen des Herrn Jesus getauft. Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.”

Im zwanzigsten Kapitel ist Paulus auf dem Weg nach Jerusalem und ruft die Ältesten der Gemeinde in Ephesus ihn in Milet zu treffen. In seinen Worten an sie sagt er: “der heilige Geist bezeugt mir in allen Städten und sagt, dass Fesseln und Trübsale auf mich warten.” Und: “So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist zu Leitern eingesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu weiden.”

Im einundzwanzigsten Kapitel, wo Paulus nach Tyrus kam, sagten ihm die Jünger dort “durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem hinaufziehen”. Und als er nach Cäsarea kam, traf ihn der Prophet Agabus “nahm den Gürtel des Paulus, band sich die Hände und Füße und sagte: So sagt der heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Nationen übergeben.” Paulus ging aber weiter nach Jerusalem.

Und ab dem einundzwanzigsten Kapitel bis zum Ende der Apostelgeschichte finden wir eine Reihe der erstaunlichsten Ereignisse der unmittelbaren Vorsehung und des direkten Wirkens Gottes, die es jemals in der Welt gab. Und die letzten Worte des Paulus in diesem Buch beginnen mit dem großen Charaktermerkmal des Mannes und des Buches: “Passend hat der heilige Geist durch den Propheten Jesaja geredet…” usw.

Von diesem bloßen Abriss des Buches der Apostelgeschichte wird deutlich sichtbar, dass in diesem ganzen Buch eine Tatsache sich klar von allen anderen Dingen abhebt: Der heilige Geist war damals die große regierende, herrschende und führende Kraft in der Gemeinde.

Ebenso deutlich geht aus dem ganzen Buch die dazugehörige Wahrheit hervor, dass die Christen jener Zeit diese Herrschaft und Führung des heiligen Geistes stets anerkannten und sich ihr gerne hingaben. Überall wurde anerkannt, dass Gottes Geist an erster Stelle steht. Er wurde in allem zuerst berücksichtigt und war stets der Erste. Hätten sie das nicht getan, dann würden die Aufzeichnungen ganz anders lauten, weil ihre Erfahrung nicht dieselbe gewesen wäre.

Wenn Christen heute die Herrschaft, Regierung und Führung des heiligen Geistes in ihnen, über sie und über die Gemeinde genauso anerkennen und sich ihm hingeben, dann wird die Erfahrung individueller Christen und der Gemeinde sich wieder als das erweisen, was sie zu Beginn war; denn Christus ist derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit.

Das allein ist der rechtmäßige Platz des heiligen Geistes sowohl in den individuellen Gläubigen als auch in der Gemeinde. Christus braucht nur, dass Christen ihm diesen Platz überlassen und ihn auf diesem Platz erkennen, damit er sich erneut als der beweisen kann, der er schon immer war auf dem Platz, der ausschließlich ihm gebührt.

So ist in allen Angelegenheiten der Gemeinde und für die Gemeinde und in der Gemeinde der Platz des heiligen Geistes der erste Platz. Kein Schritt kann unternommen werden und nichts kann in der richtigen Weise bewirkt werden, bis der heilige Geist seinen rechtmäßigen Platz erhält.

~ Alonzo Trevier Jones

css.php